Neurologie

Alkohol kann den Kummer nicht ertränken

Foto: sv / dpa

Wer meint, seinen Kummer in Alkohol ertränken zu müssen, sollte damit gar nicht erst anfangen: Es lohnt nicht. Der Rausch verlängert den Kummer eher, sagen Forscher aus Tokio. Die negativen Erinnerungen – ja meist der Anlass für die Trinkerei – bleiben dadurch länger im Gedächtnis.

Entgegen einer weit verbreiteten Überzeugung ist es offenbar nicht möglich, seinen Kummer in Alkohol zu ertränken. Der Rausch aus der Flasche verlängert im Gegenteil den Kummer, wie Wissenschaftler der Universität von Tokio in einer Studie berichteten. Für die Untersuchung versetzten die Forscher Ratten durch einen leichten Schock in Angst. Bei den Tieren, die anschließend Alkohol verabreicht bekamen, blieb die Angstreaktion länger haften als bei der Gruppe, die nüchtern blieb.

Auf den Menschen übertragen bedeutet dies nach Angaben der Wissenschaftler, dass die negativen Erinnerungen, die der Trinker loswerden will, stark im Gedächtnis bleiben, auch wenn im Moment des Rauschs die Stimmung zeitweise steigt. Um etwas Unangenehmes zu vergessen sei es besser, die negative Erinnerung rechtzeitig mit einer positiven zu „überschreiben“ und das Trinken besser sein zu lassen, empfahlen die Forscher.

Die Studie wurde im US-Fachmagazin „Neuropsychopharmacology“ veröffentlicht.

( AFP/cl )