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"The Voice Kids": Smudo und Michi Beck über ihre Coach-Rolle

| Lesedauer: 5 Minuten

Paula Dalla Corte gewinnt "The Voice of Germany"

Paula Dalla Corte gewinnt "The Voice of Germany"

Schon in den Blind Auditions hatte Coach Mark Forster Paula Dalla Corte vorausgesagt, dass sie im Finale stehen würde. Nun hat die 19-jährige Titelfavoritin hat die Show gewonnen ...

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Zwei der "Fantastischen Vier" suchen bei "The Voice Kids" neue Talente. Im Interview reden sie über ihre Musik von damals und heute.

Berlin. Lange vor Gangster-Rap landeten die fröhlichen Stuttgarter „Die Fantastischen Vier“ mit „Die da!?!“ oder „Sie ist weg“ prägende Hip-Hop-Hits der 90er-Jahre. Den Jüngeren sind Smudo (52) und Michi Beck (53) vor allem als Coaches aus „The Voice of Germany“ bekannt. Ab Samstag, 27. Februar (20.15 Uhr, Sat.1) suchen die beiden Familienväter bei „The Voice Kids“ die ganz jungen Talente.

Ihren Durchbruch hatten Sie 1992, für die Kandidaten von „The Voice Kids“ eine historische Zeit. Kennen die Kinder Sie überhaupt?

Smudo: Ja, aus dem CD-Regal ihrer Eltern. Oder von „The Voice of Germany“, wo wir fünfmal im Doppelstuhl saßen.

Die „Mini Playback Show“ in den 90ern wurde noch heftig kritisiert. Warum regt sich heute niemand mehr über Kinder auf der Bühne auf?

Michi Beck: Spätestens durch den Erfolg von Tiktok oder Youtube hat man gemerkt, was für einen Willen viele Kids haben, sich zu präsentieren und zu zeigen, was sie können. Da sind wir einfach weiter als zu Zeiten der „Mini Playback Show“, es ist selbstverständlicher geworden.

Smudo: In den 90ern kamen diese Möglichkeiten der Selbstdarstellung gerade erst auf, etwa durchs Privatfernsehen oder Sender wie MTV und Viva. Davon haben wir als Band auch total profitiert, denn die haben unsere Sachen gespielt. Ich erinnere mich an diesen „Spiegel“-Artikel, benannt nach einem Lied von uns, „Zu geil für diese Welt“, da wurde diese neue Lust zur Selbstdarstellung kulturpessimistisch kritisiert. Die Talente bei „The Voice Kids“ sind die Kinder dieser 90er-Jahre-Generation, die sind damit groß geworden.

Fernsehen ist für sie ein Ort, an dem es okay ist, Emotionen zu zeigen. Die haben keine Berührungsängste. Ich erinnere mich tatsächlich noch an die „Mini Playback Show“, von der alle Kulturpessimisten dachten, die Gefühle der Kinder würden ausgenutzt. Nein, die Kinder gehen auf die Bühne, weil sie wissen, was passiert und weil sie das wollen.

Wollen Ihre Kinder das auch?

Beck: Meine Große wollte schon mal gerne mitmachen, leider musste ich sie damit enttäuschen, dass ihr Dad schon bei „The Voice“ dabei ist.

Mögen Ihre Kinder Ihre Musik?

Beck: Meine große Tochter ist jetzt 13, da ist es mit der Euphorie vorbei für Daddys Musik. Das funktionierte besser im einstelligen Altersbereich.

Was hört sie jetzt lieber?

Beck: Sie wird musikalisch total durch Tiktok geprägt, und wie heißt noch einmal die mit dem Zopf?

Ariana Grande.

Smudo: Da sehe ich eine gemeinsame Linie zwischen unseren Kindern. Eine Grande-Linie.

Was geht Ihnen durch den Kopf, wenn Sie alte Auftritte oder die Videos wie „Die da!?!“ oder „Sie ist weg“ sehen?

Beck: Es ist manchmal, wie jemand anderem zuzuschauen. Die frühen 90er wirken mittlerweile wirklich abstrakt.

Smudo: Das Bildformat 4:3, die 35-Millimeter-Aufnahmen, die Art zu filmen – es sieht heute total billig aus. Früher aber war das High Class, es war glossy. Dann unsere Mode, was wir sangen, auch noch die Körpersprache und die Haltung, die Attitüde … Da sieht man, dass das alles schon lange her ist.

Beck: Wie aus einer anderen Welt.

Sie standen für die Spaßgesellschaft. Waren Sie zu brav?

Smudo: Da ist die Single „Sie ist weg“ natürlich das falsche Beispiel, aber wir hatten auch unsere wilden Sachen. „Frohes Fest“ war zeitweise auf dem Index (geschildert wird Weihnachten aus der Sicht gefallener Menschen, etwa einer HIV-positiven Prostituierten, d. Red.). Wenn man sich das heute anhört angesichts der aktuellen deutschen Rap-Lage, speziell des Aggro-Raps, begreift man allerdings nicht, dass man so etwas mal verboten hat.

Beck: Worauf wir sehr stolz zurückblicken können ist, dass wir immer authentisch waren. Wir haben uns immer gezeigt, wie wir drauf waren, und darum geht es, denke ich. Wir waren immer die Jungs aus der Stuttgarter Mittelschicht.

Smudo: Das war ja auch unser Slogan.: „We are from the Mittelstand“. Wir wollten nie den typischen amerikanischen Hip-Hop nachmachen.

Wie ist denn Ihre Haltung zum Gangster-Rap?

Beck: Er ist eben gerade en vogue. Ich glaube nicht, dass Rap jetzt ewig Gangster-Rap bleiben wird. Wir glauben, dass die allermeisten Kids das sehr wohl zu unterscheiden wissen. Gangster-Rap hören ist wie einen Gangsterfilm gucken. Die wissen, dass es nur gespielt ist und gefährlich wirken soll. Es dient der Unterhaltung. Die wollen jetzt nicht alle Gangster werden.

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