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„Pretty in Plüsch“: Michelle Hunziker über ihre neue TV-Show

Michelle Hunziker ist Moderatorin, Schauspielerin – und eine gute Sängerin. Im Interview spricht sie über das Singen und Älterwerden.

Entertainerin Michelle Hunziker kehrt mit „Pretty in Plüsch“ ins Fernsehen zurück.

Entertainerin Michelle Hunziker kehrt mit „Pretty in Plüsch“ ins Fernsehen zurück.

Foto: Julian Essink / dpa

Berlin.  Zuletzt war es im deutschen Fernsehen ein bisschen ruhiger um Michelle Hunziker geworden. Bekannt wurde sie hierzulande 2003 durch „Deutschland sucht den Superstar“, das sie gemeinsam mit Carsten Spengemann moderierte. Auch den TV-Klassiker „Wetten, dass...?“ präsentierte sie 2009 an der Seite von Thomas Gottschalk. Jetzt kehrt die 43-Jährige auf den Bildschirm zurück: Die Gesangsshow „ Pretty in Plüsch “ startet Freitagabend (Sat1, 20.15 Uhr).

Es wird in Ihrer neuen TV-Show viel gesungen. Dass auch Sie eine gute Sängerin sind, wissen in Deutschland bis heute nur wenige.

Michelle Hunziker: Es stimmt, dass ich in Italien schon auf der Musicalbühne stand und dort in einigen meiner TV-Shows auch immer wieder singe und tanze. Für mich ist das wie ein großer Spielplatz. Ich finde, dass du als Entertainerin auch Unterhaltung im 360-Grad-Stil bieten musst. Deshalb könnte es sein, dass ich bei „Pretty in Plüsch“ auch mal zum Mikrofon greife und eine kleine Performance hinlege.

Können Sie sich vorstellen, auch mal ein ganzes Album aufzunehmen?

Hunziker: Nein. Ich bin ja keine Profisängerin und möchte das dem Publikum deshalb lieber ersparen. (lacht) Aber wenn mich zum Beispiel Helene Fischer fragen würde, ob ich mit ihr mal ein Pop-Duett oder einen Weihnachtssong aufnehmen möchte, wäre ich natürlich sofort dabei.

In Italien sind Sie in der Satire-Hitshow „Striscia la notizia“ auch sehr erfolgreich komödiantisch unterwegs. Ärgert es Sie, dass man Sie in Deutschland „nur“ als Show-Moderatorin auf dem Radar hat?

Hunziker: Ach, das ist doch völlig ok. Ich habe ja immer noch Zeit, mein Image bei euch zu verändern. Zuletzt war ich dafür aber auch viel zu wenig im deutschen Fernsehen präsent, was sich in Zukunft aber wieder ändern wird. Aber klar: Wenn eine Anfrage vom Team der „heute show“ kommen würde, ob ich dort mit einem Gastauftritt dabei wäre, würde ich mich riesig freuen. Aber ob das jemals passieren wird?

Vielleicht nach diesem Interview?

Hunziker: Wer weiß? Wenn die Leute wüssten, wie ich im wirklichen Leben so drauf bin… Je mehr Selbstironie ich an den Tag legen kann und je mehr man mich auf die Schippe nimmt, desto besser. Nur charmant und nett zu mir sein? Das brauche ich nicht. Ich liebe es frech und ironisch. Das ist die Richtung, die ich zukünftig gerne auch hin und wieder in Deutschland einschlagen würde.

Wenn Sie sich heute mit der jungen Michelle vergleichen. Inwieweit hat sich Ihr Blick auf das Leben verändert?

Hunziker: Seit ich über 40 bin, habe ich es endlich gelernt, mit Coolness und Gelassenheit auf Dinge zu reagieren, die mich als 20-Jährige noch an den Rand des Wahnsinns getrieben hätten. Ich weiß, dass es sich in den allermeisten Fällen einfach nicht lohnt, Dinge zu überdramatisieren. Heute schlage ich auch mal Mittelwege ein und beherrsche die Kunst der Diplomatie viel besser.

Demnach waren Sie als junge Frau undiplomatisch?

Hunziker: Vor 20 Jahren war ich sehr kompromisslos. Für mich gab es nur schwarz oder weiß. Ich war extrem impulsiv, eine Kämpferin für meine eigenen Freiheiten. Dabei habe ich sicher auch eine Menge kaputt und vieles falsch gemacht. Trotzdem bereue ich nichts! Denn zu der Zeit habe ich den Kampf ja genau so gewollt und damals fühlte es sich für mich auch richtig an.

Und heute?

Hunziker: Es hat sich eine Grundentspanntheit in mir ausgebreitet. Ich habe viel über mich und die Menschen gelernt, gehe die Dinge anders an. Heute weiß ich: Echte Sicherheit und Kontrolle gibt es im Leben leider nicht – so sehr wir uns das alle auch wünschen mögen. Nur der Tod ist definitiv. Alles andere kann sich von heute auf morgen um 180 Grad drehen. Deshalb gelingt es mir, mit viel mehr Gelassenheit und Distanz an die kleinen und großen Tragödien des Lebens heranzugehen. Ich finde es wunderbar, dass ich endlich über 40 bin!

Da ist demnach noch gar kein Hadern mit dem Älter werden?

Hunziker: Von einer Midlife-Crisis bin ich bislang verschont geblieben. Und auch sonst habe ich keine Probleme. Als ich vor drei Jahren vierzig wurde, haben mir viele aus meinem Umfeld damit gedroht, dass sich von nun an alles ändern wird. Da gab es Stimmen wie „Michelle, bald wirst du weitsichtig, viel schneller müde und dein Rücken fängt auch an zu zwicken.“ Was soll ich sagen? Mir geht’s so gut wie nie! Aber ich habe sicher auch in zweierlei Hinsicht Glück gehabt.

Inwiefern?

Hunziker: Ich habe eine positive mentale Grundeinstellung in mir. Für mich ist das Glas immer halbvoll. Ich brenne für Dinge, habe noch so viele Träume, Ziele, Visionen. Und ich bin immer offen für Veränderungen im Leben. Das hält jung – vor allem im Kopf.

Außerdem ist mein biologisches Alter deutlich niedriger, was ich sicher auch meinen guten Genen zu verdanken habe. Meine Mama ist mit 77 so eine inspirierende Frau und sie sieht immer noch so toll aus. Jede Faser ihres Körpers steckt immer noch voller Lebenslust und Energie. Genau so möchte ich in dem Alter auch sein.

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