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Sigourney Weaver: „Ich werde selbst gern zum Fan-Girl!“

Sigourney Weaver verrät auf der Berlinale, wie sie mit Fans und Fanpost umgeht – und dass sie selbst mal einen glühenden Brief schrieb.

Startschuss für die 70. Berlinale mit Sigourney Weaver

Bei der Eröffnungsgala der 70. Berlinale glänzen die Stars des Films "My Salinger Year", darunter die oscarnominierte Schauspielerin Sigourney Weaver. Für den Regisseur Philippe Falardeau steht die Rolle der Frau im Mittelpunkt des Films.

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Berlin. Sie ist der erste Star der diesjährigen Berlinale. Im Eröffnungsfilm „My Salinger Year“ spielt Sigourney Weaver eine knallharte Literaturagentin, die etwa den Kultautor J.D. Salinger unter Vertrag hat – und ihn vor Fanpost abschirmt. Zum Interview im Regent Hotel kam die 70-Jährige eine knappe halbe Stunde zu spät. Schuld war die verzögerte Mittagspause.

Frau Weaver, wie war Ihr Mittagessen?

Sigourney Weaver: In erster Linie schnell. Mein Mann hat heute Geburtstag. Es gab vor allem Kuchen.

Welche Beziehung haben Sie zu Ihren Fans?

Weaver: Das kommt drauf an. Richtigen Kontakt habe ich eigentlich nur auf Comic-Messen. Da treffe ich dann nicht nur meine Fans, sondern ganze Familien. Sonst ist der Kontakt immer nur sehr kurz. Am roten Teppich höre ich nur eine anonyme Masse schreien. Das ist nicht ideal.

Bekommen Sie selbst viel Fanpost?

Weaver: Ja, aber ich habe leider keine Zeit, sie zu beantworten. Wenn Fanpost an die Produktionsfirmen gesendet wird, schicke ich gern eine Autogrammkarte zurück. Wenn aber jemand so clever ist und meine Privatadresse herausbekommt, werde ich garantiert nicht antworten. Niemals.

Waren Sie selber mal Fan?

Weaver: Klar. Neulich erst bei den Oscars war ich mal wieder ein totales Fangirl bei Taika Waititi, den Regisseur von „Jojo Rabbit“. Ich habe mich selbst nicht wiedererkannt. Ich glaube, er denkt jetzt, ich sei verrückt. In solchen Momenten vergesse ich immer, dass ich ja selbst ein Star bin.

Haben Sie auch schon mal Fanpost verfasst?

Weaver: Jetzt wird es peinlich. Mit zwölf war ich unsterblich in John Lennon verliebt. Ich hatte gelesen, dass er ein Stammlokal in New York hatte und habe ihm einen sehr langen Brief geschrieben. Sechs Seiten, beidseitig eng beschrieben, violettes Papier, mit violettem Stift. Ich habe den Brief im Restaurant vorbeigebracht und den Besitzer gebeten, ihn für Lennon aufzuheben. Ich fürchte, er kam nie an.

Wissen Sie noch, was drin stand?

Weaver: Er muss voller Leidenschaft gewesen sein. Ich ging fest davon aus, dass ich die einzige Person auf der ganzen Welt war, die in John Lennon verliebt war. Es war natürlich nichts Sexuelles, aber ich wollte einfach, dass er von meiner Existenz weiß. Ich glaube, ich habe den Brief sogar mit Parfüm eingesprüht.

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In „My Salinger Year“ versucht eine junge Frau in der Literaturbranche Fuß zu fassen. Erinnern Sie sich noch an ihre ersten Schritte als Schauspielerin?

Weaver: Oha ja. An jeden einzelnen Tag. Ich habe vier Jahre lang keinen Agenten gefunden. Niemand wusste etwas mit mir anzufangen. Ich war Comedian, aber über 1,80 groß. Das ist für Schauspielerinnen einfach sehr groß. Ich musste betteln um einen Agenten. Die Erwartungen an meine Karriere tendierten gen Null. Selbst Schauspielschulen haben mir fehlendes Talent attestiert.

Hat ihre Größe denn geholfen, einige Erfahrungen nicht machen zu müssen, die andere Kolleginnen machen mussten?

Weaver: Sie meinen #MeToo? Nach „Alien“ hat sich niemand mehr getraut, sich mit mir anzulegen. Denn alle dachten, ich würde sofort einen Flammenwerfer aus meiner Handtasche holen. Vielleicht hat mich das gerettet.

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