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Cate Blanchett wird 50: „Ich will noch so viele Leben leben“

Sie verkörperte die Queen, Maid Marian und die Elfenkönigin Galadriel: Die Australierin Cate Blanchett ist eine der Ikonen Hollywoods.

Die australische Schauspielerin Cate Blanchett feiert an diesem Dienstag ihren 50. Geburtstag.

Die australische Schauspielerin Cate Blanchett feiert an diesem Dienstag ihren 50. Geburtstag.

Foto: Cyril Zingaro / dpa

Berlin.  Cate Blanchett ist kein typischer Hollywoodstar. Das fängt damit an, dass die Australierin schon mal nicht in den USA wohnt, sondern im englischen Sussex. Zuvor hatte sie mit ihrer Familie mehrere Jahre in ihrem Heimatland Australien verbracht, hatte ihre Kinder in der lokalen Schule angemeldet und stand am Nachmittag häufig wie alle anderen Mütter vor dem Schultor, um sie wieder abzuholen. Auch in London nimmt sie gemeinsam mit Ehemann Andrew Upton, einem Drehbuchautor und Regisseur, die U-Bahn und mischt sich gerne unters Volk.

Dabei ist Cate Blanchett eine der Ikonen des modernen Films. An diesem Dienstag feiert die Schauspielerin ihren 50. Geburtstag. Sie gehört wie Nicole Kidman, Heath Ledger, Naomi Watts, Mel Gibson oder Hugh Jackman zu den Australiern, die Hollywood in den vergangenen Jahrzehnten im Sturm erobert haben.

Angefangen hatte all das in den 1980ern, als ein Boom in der australischen Filmszene neue Talente an Regisseuren wie die Neuseeländerin Jane Campion oder den Australier Baz Luhrmann ans Tageslicht brachte und australische Filme wie „Muriel’s Hochzeit“, „Strictly Ballroom“, „Das Piano“ oder „Priscilla: Queen of the Desert“ plötzlich zu internationalen Hits wurden.

Cate Blanchett startete aus Geldmangel als Komparsin

Aufgewachsen ist Blanchett in Melbourne. Ihr Vater, ein amerikanischer Marineoffizier, starb an einem Herzinfarkt, als sie zehn Jahre alt war. Obwohl die Schauspielerin bereits während der Schulzeit Theater spielte, belegte sie an der Universität zunächst eine Mischung aus künstlerischen und wirtschaftlichen Kursen.

Nach einem Jahr brach sie aus dem Uni-Rhythmus aus, um die Welt zu erkunden. Als ihr in Ägypten schließlich das Geld ausging, arbeitete sie als Komparsin in einem arabischen Boxerfilm. Zurück zu Hause absolvierte Blanchett dann das National Institute of Dramatic Art in Sydney. Nach ihrem Abschluss 1992 wurde sie innerhalb eines Jahres vom Sydney Theatre Critics Circle zur besten Schauspielerin und zur besten Newcomerin des Jahres gewählt.

Cate Blanchett mahnte bereits 2010 zum Handeln gegen Klimawandel

Hollywood rief und auf ihre vielen Rollen („Elizabeth“, „Herr der Ringe“- und „Hobbit“-Trilogie, „The Good German“, „Robin Hood“, „Indiana Jones“) folgten unzählige Preise, darunter sogar zwei Oscars – einer für ihre Darstellung der Katharine Hepburn in „Aviator“, ein zweiter für ihre Rolle im Woody Allen-Film „Blue Jasmine“.

Doch Blanchett ist zudem engagiert und interessiert und nimmt kein Blatt vor den Mund – vor allem, wenn es um die Themen Umwelt, Kultur und Flüchtlinge geht. Bei einer Pressekonferenz Ende 2010 in Australien sprach sie bereits über den Klimawandel und beklagte das Nicht-Handeln der Regierung im Land.

2018 setzte sie sich beispielsweise für die vertriebenen Rohingya aus Myanmar ein und bat die Vereinigten Nationen um Hilfe für die Flüchtlinge. Im Alltag kämpft die Australierin aber dennoch mit den gleichen Problemen wie viele andere auch.

Blanchett will sich nicht nur über ihre Karriere oder Kinder definieren

Ihre vier Kinder – drei Söhne und ein adoptiertes Mädchen – finden sie trotz aller Auszeichnungen und Engagements genauso „uncool“ wie andere Kinder ihre Eltern auch. So erzählte sie in der „Jonathan Ross Show“, dass ihre Kinder nicht zufrieden seien mit ihren Rollen und ihre Filme ab und zu nicht einmal anschauen würden.

„Mein Sohn gab mir vor ein paar Jahren einen großartigen Karriere-Rat, er sagte: ,Mama, wann machst du mal einen Blockbuster?’ Ich sagte: ,Ich war in ,Der Herr der Ringe’!’ Worauf er meinte: ,Ja, für etwa 30 Sekunden.’ Daher würde das nicht wirklich zählen.“

Blanchett will sich aber weder rein über ihre Karriere definieren, noch über ihre Kinder. In einem Interview mit Harper’s Bazaar sagte die Schauspielerin, dass es noch „so viele Leben“ gebe, die sie „noch leben“ wolle. Deswegen verspüre sie auch keine Panik wegen ihrem 50. Geburtstag.