Talkshow-Auftritt

Reiner Calmund will alle Flüchtlingsgegner „niederwalzen“

Reiner Calmund, Allround-Original, verspricht vollen Körpereinsatz. Er will jeden niederwalzen, der etwas gegen Flüchtlinge sagt.

Reiner Calmund in der NDR-Talkshow.

Reiner Calmund in der NDR-Talkshow.

Foto: Hein Hartmann / imago/Future Image

Berlin/Hamburg.  Reiner Calmund verfügt über ein beachtliches Lebendgewicht. Das würde er eigenen Angaben zufolge auch einsetzen, um gegen Ausländerfeinde vorzugehen.

„Ich bin bereit, jeden mit meinem ganzen Gewicht niederzuwalzen, der sich gegen Flüchtlinge ausspricht“, bekannte der frühere Manager des Fußballclubs Bayer Leverkusen jetzt in der NDR-Talkshow.

„Calli“, wie Calmund in der Sportwelt kurz genannt wird, reagiert damit auf einen anderen Talkgast: die Syrerin Yusra Mardini. Die junge Frau war 2015 mit ihrer Schwester aus dem Bürgerkriegsland geflüchtet. Als ihr Boot auf dem Mittelmeer kenterte, hielten die Schwestern das Boot tagelang über Wasser und retteten so Menschenleben.

Reiner Calmund: Mein Hausarzt ist Ungar

Yusra Mardini wurde zum Gesicht der Flüchtlingskrise, von Barack Obama und vom Papst empfangen – und avancierte als Schwimmerin zum Star: Bei Olympia 2016 startete sie im Team der staatenlosen Teilnehmer.

Der gerade 70 Jahre alte gewordene Reiner Calmund zeigte sich von dieser Geschichte fasziniert. Sofort erzählte er, wie ihn ein syrischer Arzt von seinem Schilddrüsenleiden geheilt habe. Ein palästinensischer Mediziner habe ihn nach einem Bandscheibenvorfall wieder aus dem Rollstuhl geholt: „Wunderbar.“ Und: „Mein Hausarzt ist Ungar.“

Als Moderator der NDR-Talkshow, Hubertus Meyer-Burckhardt, versuchte, Calmunds ausschweifende Erzählungen ein wenig zu bremsen, antwortete sein Gast: „Trotz 70 Jahre muss ich das hier mal erzählen.“ Schließlich sei er „hauptsächlich christlich, aber auch katholisch erzogen“ worden. (W.B.)

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