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Sängerin Pink sagt: "Bei uns gehören Kämpfe zum Leben"

Pop-Star Pink zeigt sich auf ihrem neuen Album nachdenklich. Ein Gespräch über die Liebe, ihre Ehe und den Alltag mit den beiden Kindern.

Gewohnt wild: US-Star Pink.

Gewohnt wild: US-Star Pink.

Foto: imago stock / imago/UPI Photo

Los Angeles..  Mal trägt sie Jeans, mal Minirock, mal Nadelstreifenanzug – US-Popstar Pink, die in ihren Shows nicht nur mit einer röhrenden Stimme, sondern auch mit akrobatischen Leistungen glänzt, hat viele Seiten. Jetzt schüttelt sie das blonde, wild gestylte Haar, wirft sich aufs Sofa des Hotels in Los Angeles und redet über ihr neues Album "Beautiful Trauma", ihre Ehe mit dem Motocrossfahrer Carey Hart (42) und das Leben mit ihrer Tochter Willow (6) und Sohn Jameson (10 Monate).

Beautiful Trauma" ist Ihr wohl erwachsenstes Album.

Pink: Ja, vermutlich ist es das. Ich bin so stolz auf diese Platte. Speziell auf Songs wie "Wild Hearts Can't Be Broken" und "What About Us". Es ist Zeit für aufrührerische Musik.

Ihre Liebesbeziehung ist auch Thema Ihrer neuen Platte.

Pink: Ja, es geht um die Liebe und darum, dass du den anderen lieben und hassen kannst. Gleichzeitig. Und da sind wir auch schon bei Carey und mir (lacht). Auseinandersetzungen sind immer wieder ein Thema zwischen uns, es passiert immer noch, dass es zu Explosionen kommt – oder Explosiönchen. Doch wir sind etwas gelassener geworden. Wenn du Kinder hast, kannst du dich nicht mehr gehen lassen und im Haus herumbrüllen.

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In Ihren Liedern wirken Sie, was die Ehe angeht, sehr nachdenklich.

Pink: Das liegt an meinem Naturell, immer alles mit Vorsicht zu genießen. Ich neige dazu, immer mit allem zu hadern und mich zu fragen, wie lange dieses oder jenes wohl noch gut geht.

Vielleicht sind Sie nur realistisch?

Pink: Genau. Wo ist denn das Paar, das sich zu hundert Prozent sicher ist, dass es bis zum Ende zusammenbleiben wird? Ertappen wir uns nie bei der Fantasie, wie es wohl mit einem anderen Menschen wäre? Das sind alles ehrliche Gefühle, die ich in die Musik einfließen lasse.

Sie haben sich in 16 Jahren Beziehung zweimal getrennt und sind wieder zusammengekommen. Klingt kompliziert.

Pink: Ist die Liebe nicht immer kompliziert? Bei uns gehören die Kämpfe nun einmal zum Leben und damit auch zur Liebe dazu. Wenn du ein wirklich leidenschaftlicher Mensch bist, dann schaffst du es einfach nicht, in ständiger Eintracht und so einem sachte plätschernden Flow vor dich hinzuleben. Ich bin ein Mensch, der klare Überzeugungen und zu so gut wie allen Fragen eine Meinung hat.

Und als Mutter? Eher entspannt?

Pink: Ich mache mir immer schrecklich viele Sorgen. Ich wäre schon gern etwas lockerer.

Ist die Familienplanung mit zwei Kindern abgeschlossen?

Pink: Auf jeden Fall. Eins ist eins, und zwei sind zehn. Als Willow zur Welt kam, blieb ich ein halbes Jahr zu Hause. Jetzt, nach der Geburt von Jameson im Dezember, habe ich gleich weitergearbeitet, mir praktisch gar keine Pause genommen. Das war echt viel, aber ich liebe meine Arbeit nun einmal.

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Neulich kamen Sie in die Schlagzeilen, weil Sie nach den rechtsradikalen Krawallen von Charlottesville die Nazis von heute mit den Nazis im Deutschland der 30er-Jahre verglichen haben.

Pink: Ich habe Angst, dass wir in den USA gerade diesen Weg beschreiten. Ich bin der Ansicht, dass die schlimmsten Dinge in der Geschichte der Menschheit deshalb passiert sind, weil die Leute glauben, sie können nicht passieren. Wir alle müssen sehr wachsam sein, was unsere Werte wie Freiheit, Gemeinschaft, Toleranz und Menschlichkeit angeht. Ich fühle mich schon zu einem gewissen Grad verantwortlich, diese Dinge öffentlich anzusprechen. Weil: Ich will keinen Hass und keine Intoleranz in der Welt mehr sehen. Meine Mutter ist Jüdin, ihre ganze Familie ist jüdisch; die Geschichte darf sich nicht wiederholen.

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