Satiriker

Jan Böhmermann beklagt erneute Kandidatur von Angela Merkel

Jan Böhmermann sieht die Kanzlerkandidatur als Gefahr für die politische Kultur. Von Merkel als Kandidatin profitiere auch die AfD.

Eine weitere Amtszeit von Angela Merkel sieht Jan Böhmermann kritisch.

Eine weitere Amtszeit von Angela Merkel sieht Jan Böhmermann kritisch.

Foto: Rolf Vennenbernd / dpa

Berlin.  Bei der Bundestagswahl 2017 will Kanzlerin Angela Merkel wieder antreten – zum vierten Mal, wie sie am Sonntag ankündigte. Während man sich in der CDU angesichts mangelnder Alternativen erleichtert über die Merkel-Entscheidung in den Armen liegen dürfte, kann sich einer überhaupt nicht darüber freuen: Satiriker Jan Böhmermann.

„Es ist so inspirationslos, es ist so alternativlos”, beklagt er Sonntagabend in einem Beitrag auf seiner Facebook-Seite. „Allein der Gedanke daran: Merkel gegen Gabriel!“, schreibt er und legt mit einem ironischen Vergleich nach: „Das rüttelt auf, das macht mobil, wie eine Überdosis Propofol.”

Böhmermann: AfD profitiert von Merkel-Kandidatur

Böhmermann sieht keine spannenden Kanzlerkandidaten und fürchtet, dass das voraussichtliche Duell Merkel gegen Gabriel vor allem der AfD in die Karten spielen könnte.

„Und an dieser Stelle lachen dann die Petrys und Gaulands und Höckes, wackeln mit den Augenbrauen und locken die Gelangweilten, die Frustrierten und Abgehängten ins Hexenhäuschen: ‘Haha, doch, doch, es gibt eine Alternative. Uns!’“

Danach wird der TV-Moderator für seine Verhältnisse ungewohnt ernst. Er greift die Altparteien CDU und SPD dafür an, dass sie vor allem ihre Macht erhalten und ausbauen wollen – anstatt für eine politische Streitkultur zu sorgen. „Auf die Kacke hauen, dass es spritzt“? Das wolle schließlich niemand, schreibt Böhmermann.

„Grüße, Euer Til Schweiger !!!!!!!!!!!”

„Es sieht nicht so aus, als finge jemand demnächst mal an, selbstbewusst, offensiv und nahbar für seine Lösungen einzustehen“, heißt es weiter in dem Facebook-Beitrag, der mehr als 2500 Mal geteilt und mehr als 19.965 Mal mit „Gefällt mir“ (Stand: 21. November; 12.35 Uhr) markiert wurde.

Seitenhiebe auf Til Schweiger und Mario Barth kann sich Böhmermann trotz aller Sachlichkeit allerdings nicht verkneifen: „Hoffentlich bin ich nur ein doofer Dampfplauderer und meine Ahnung, dass das alles wirklich so ist, wie es scheint, ist wirklich nur die Einbildung des sich selber überschätzenden Fernsehcomedians bei Facebook. Grüße, Euer Til Schweiger !!!!!!!!!!!” (bekö)