„Looping“

Jella Haases neue Rolle ist noch extremer als „Chantal“

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Schauspielerin Jella Haase überzeugt nicht nur als Komödiantin.

Schauspielerin Jella Haase überzeugt nicht nur als Komödiantin.

Foto: imago/Future Image

Als Chantal in den „Fack ju Göhte“-Filme wurde Jella Haase zum Star. In ihrem neuen Film „Looping“ ist sie in der Psychiatrie zu sehen.

Berlin.  Als Chantal in den beiden „Fack ju Göhte“-Filmen wurde sie schlagartig einem Millionenpublikum bekannt. Dabei hat Jella Haase auch schon vorher mit hochdramatischen Rollen auf sich aufmerksam gemacht. Jetzt ist die 23-Jährige in „Looping“ zu sehen, in dem sie wie schon im Drama „4 Könige“ in einer psychiatrischen Abteilung landet. Peter Zander sprach mit Jella Haase über die Lust, extreme Figuren zu verkörpern.

Zwei Filme nacheinander in einer psychiatrischen Abteilung. Müssen wir uns Sorgen um Sie machen?

Jella Haase: Nein, Sie müssen sich keine Sorgen machen. Ich liebe Filme und Figuren, die an Extreme gehen. Tatsächlich kam gleich danach noch ein Drehbuch, das in der Psychia­trie spielte. Da habe ich dann aber gesagt: Nein, das geht jetzt wirklich nicht mehr.

Sie hatten bei „Looping“ richtige Albträume.

Haase: Ja, da war eine hohe Emotionalität. Mein Unterbewusstsein hat da ganz fiese Dinge angestellt. Da muss ich mich wohl besser schützen. Bei meinem neuen Film „Das Leben danach“ habe ich mich mit einem Coach vorbereitet, der hat gesagt: Wenn man offen und sensibel ist, dann passiert so was einfach. Aber man kann Formen finden und Rituale aufbauen, um dagegen zu wirken. Ich bin also nach dem Drehen abends immer noch joggen gegangen. Um mich auszulaufen, Distanz zu kriegen, um die Anspannung loszuwerden.

Sie hatten ja nie Schauspielunterricht. Wo holen Sie so was her?

Haase: Das muss ich natürlich aus mir selber holen. Ich glaube, ich kann mich ganz gut in andere hineinversetzen. Ich überlege dann immer, welche Gefühle kenne ich, die ähnlich sind, die authentisch wären. Aber ich kann nie genau sagen, ich habe dabei an dies oder das gedacht. Das ist immer intuitiv.

Betreibt man nicht Raubbau am eigenen Ich, geht das nicht an die Substanz?

Haase: Ja, das ging mir jetzt bei „Das Leben danach“ wieder so. Das ist ein Drama über die Loveparade-Katastrophe in Duisburg, da habe ich zwei Wochen so viel Drama gespielt und so viel geweint, das ich irgendwann am Ende war.

Sind all diese fordernden Rollen auch eine Art Anti-Chantal?

Haase: Nö. Ich suche mir Rollen nicht danach aus, um einer anderen entgegenzuwirken. Dann arbeitest du ja gegen dich selber an. Ich finde es eher spannend, darauf aufzubauen. Ich bin aber auch in der glücklichen Lage, dass man mich vor der Chantal schon aus sehr fordernden Rollen gekannt hat.

Können Sie noch auf die Straße, ohne dauernd angesprochen zu werden?

Haase: Ich werde jetzt häufiger angesprochen. Aber es hält sich in Grenzen. Ich sehe privat ja ganz anders aus, ich lauf auch nicht rum wie Chantal. Von daher bringen mich die Passanten auf der Straße vielleicht gar nicht so in Verbindung mit dieser Figur.

Sie hatten schon in „4 Könige“ und jetzt auch in „Looping“ Nacktszenen. Kostet das Überwindung?

Haase: Das kostet schon Überwindung. Natürlich habe ich da auch ein Schamgefühl. Andererseits möchte ich mich auch ganz in eine Rolle hineinwerfen. Und wenn es in der Geschichte Sinn macht, dann bin ich auch bereit, mich soweit als Schauspielerin zu sehen, dass mein Körper da halt dazugehört. Ich glaube mal, ich habe ein ganz gutes Körperbewusstsein vermittelt bekommen. Und sehe auch keinen Grund darin, mich da zu verrückt zu machen.

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