Musical

Casting-Superstar Alexander Klaws zieht in den Dschungel

Alexander Klaws wird in Oberhausen erneut zu Tarzan. Das Disney-Musical startet im Herbst, die Proben beginnen in den nächsten Wochen.

Alexander Klaws ist ab Herbst als Tarzan auf der Bühne zu sehen.

Alexander Klaws ist ab Herbst als Tarzan auf der Bühne zu sehen.

Foto: P4444/_Stage Entertainment / obs

Oberhausen.  Und wieder einmal geht ein ehemaliger „DSDS“-Teilnehmer in den Dschungel. Zum zweiten Mal sogar schon. Aber Mitleid ist nicht angebracht. Denn dieser Dschungel liegt nicht in Australien, sondern in Oberhausen (NRW). Und der Mann muss auch keine Prüfungen absolvieren, die hat er schon bestanden. Mit Bravour, wie es heißt. Und deshalb übernimmt Alexander Klaws auch die Hauptrolle im Musical „Tarzan“, für das sich im Herbst im Oberhausener Metronom-Theater der erste Vorhang hebt. „Ein Traum“, sagt Klaws.

Am Dienstagmittag kommt er auf die Bühne, die sie im Theater extra für diese Präsentation umgebaut haben. Denn bis Anfang September spukt im Metronom noch das Phantom der Oper. Am Dienstag aber dröhnen Trommeln aus den Boxen, und wo sonst die Kulisse der Pariser Oper steht, wächst ein Wall aus Lianen von der Decke.

„Eine der härtesten Rollen, die es im Musical gibt.“

Aus Basel ist der 32-Jährige eingeflogen, trägt weiße Turnschuhe zum Anzug, Bart und das Haar recht kurz. Spätestens zur Premiere wird er das gegen Lendenschurz, Rastazöpfe und glatt rasierte Wangen eintauschen. So wie er das 2008 schon einmal gemacht hat, als er sich in der Hamburger Neuen Flora bei der Deutschlandpremiere des Disney-Musicals von Liane zu Liane schwang – oder besser gesagt, von Bungee-Seil zu Bungee-Seil. „Das ist eine der härtesten Rollen, die es im Musical gibt“, findet der Mann aus dem Münsterland.

Vielleicht haben ihm manche den Dschungelhelden damals auch nicht zugetraut. Gestört hat ihn das nicht. Er kennt das. Er ist oft unterschätzt worden, seit er 2003 im Finale der ersten Staffel von „Deutschland sucht den Superstar“ die favorisierte Juliette Schoppmann besiegte und mit „Take Me Tonight“ an die Spitze der Hitparaden stürmte. Als der erste Ruhm verblasst, schreiben ihn viele bereits ab, er selbst schreibt sich an der Joop-van-den-Ende-Academy in Hamburg ein und studiert Schauspiel und Musical.

2006 übernimmt der Münsterländer eine Hauptrolle in der Berliner Inszenierung von Roman Polanskis „Tanz der Vampire“. Zwei Jahre später ruft das Fernsehen. In der Sat.1-Telenovela „Anna und die Liebe“ spielt er täglich den Lars Hauschke. Dann wird er erstmals zu Tarzan. Er ist kein Superstar geworden, aber er hat Erfolg. Dauerhaft und in vielen Bereichen. 2014 kehrt er auf den TV-Bildschirm zurück und tanzt mit seiner Partnerin Isabel Edvardsson in der RTL-Show „Let’s Dance“ die Konkurrenz in Grund und Boden.

Es ist ein Sieg mit Nebenwirkungen bis heute. So viel hat Klaws damals trainiert, dass er stark abgenommen hat. Nicht schlimm, wenn er – wie derzeit – in „Jesus Christ Superstar“ Gottes Sohn spielt, geradezu ideal, wenn ihn im Sommer für mehrere Wochen das „Saturday Night Fever“ heimsucht und er zu Tony Manero wird. Schlecht allerdings, um an Lianen zu schwingen und junge Frauen zu retten, die Jane heißen. Zumal die Flugwege in Oberhausen noch länger sind, der Saal noch ein Stück höher als einst in Hamburg. „Das wird für mich trotz meiner Erfahrung noch einmal zu einer echten Herausforderung. Ich muss die Rolle ganz neu erfinden“, sagt er.

Training, Ernährung umstellen, Masse aufbauen

Dennoch hat er nicht gezögert, als man ihm die Rückkehr in den Dschungel angeboten hat. Auch weil die Show in Oberhausen läuft. Keine Stunde mit dem Auto, und er ist zu Hause. „Das ist fast wie ein Heimspiel für mich“, freut er sich. Wobei er sich auch im Kernruhrgebiet sehr wohlfühlt. In Dortmund hat er im vergangenen Jahr mehrere Monate gespielt und dabei festgestellt: „Mein Akku wird hier schneller aufgeladen.“

Ein voller Akku allein wird allerdings nicht reichen. „Ernährung umstellen, diszipliniert leben, hart trainieren“ lauten die Vorgaben für die kommenden Monate. Kurzum: „Ich muss Masse aufbauen.“ Schließlich schwingt er sich gut die Hälfte der Show durch die Lüfte. „Und dabei“, sagt Klaws, „will ich ja nicht wie ein nasser Sack am Seil hängen.“