Interview

Emily Blunt und Charlize Theron können auch Biester sein

Im Interview sprechen Emily Blunt und Charlize Theron über ihre Freundschaft und ihren neuen Kinofilm „The Huntsman & The Ice Queen“.

Emily Blunt als Freya (links) und Charlize Theron als Ravenna in einer Szene des Kinofilms "The Huntsman & The Ice Queen".

Emily Blunt als Freya (links) und Charlize Theron als Ravenna in einer Szene des Kinofilms "The Huntsman & The Ice Queen".

Foto: Universal Pictures / dpa

Hamburg.  Königlich und grausam geben sich Emily Blunt (33) und Charlize Theron (40) in dem märchenhaften Actionfilm „The Huntsman & The Ice Queen“ (ab 21. April im Kino). Als Königin Ravenna machte Charlize schon im ersten Teil „Snow White and the Huntsman“ Kristen Stewart das Leben schwer. Diesmal steht ihr Emily als ihre Schwester Freya zur Seite. Als Eiskönigin ist die nicht weniger böse. Während der Dreharbeiten freundeten sich die beiden Schauspielerinnen an. Was sie verbindet: der Humor. Markus Tschiedert traf die beiden Schauspielerinnen in Hamburg.

Sie dürfen in „The Huntsman & The Ice Queen“ so richtig fies sein. Wie viel Spaß hatten Sie daran?

Emily Blunt: Das hat mir wahnsinnig viel Spaß gemacht, und ich habe es richtig ausgelebt.

Charlize Theron: Ja, Emily hatte wirklich Freude daran. Ständig wollte sie Szenen wiederholen. Die armen Kinder, ein kleiner Junge fing richtig an zu weinen.

Blunt: Ich musste sein Gesicht packen und dabei war er doch so hinreißend. Da hatte ich echt Mitleid.

Theron: Emily und ich haben viel darüber gesprochen, wie es ist, böse zu sein. Es hat ja auch Angenehmes, dass man als Schauspieler eine gewisse Immunität besitzt, indem man verbotene Dinge tun darf, für die man nicht ins Gefängnis muss. Es ist sogar Teil unseres Jobs, Menschen darzustellen, die gegen Regeln verstoßen. Man fühlt sich sicher und muss nichts fürchten. Das ist doch ganz nett.

Bestraft werden Sie dafür mit schweren Kostümen, die Sie hier tragen müssen.

Blunt: Das stimmt! Besonders das silberne Kleid mit den Klunkern war schwer anzuziehen. Vier Leute mussten mir helfen, reinzukommen. Schon lustig: Wenn ich mich zur Kostümbildnerin umdrehte und stöhnte, wie anstrengend es ist, in diesem Kleid herumzulaufen, antwortete sie nur: „Ja, ich weiß! Da musst du aber durch.“

Darin müssen Sie auch Actionszenen bestehen. Liegt Ihnen das?

Blunt: Ich würde es nicht gern ständig machen müssen und bin ganz froh, nicht die Rolle von Jessica Chastain zu spielen, die im Film physisch einiges leisten musste. Dahinter steckt echt harte Arbeit. Nein, danke!

Sie beide sprechen aus Erfahrungen durch sehr viel härtere Filme, die Sie gedreht haben ...

Blunt: Gewiss war „Edge of Tomorrow“ der anstrengendste Film, den ich je gedreht habe. Danach hatte ich auch erst mal genug von Liegestützen und suchte nach etwas komplett Gegenteiligem, um nicht auf solche Rollen festgelegt zu werden, denn ich spielte in „Sicario“ auch noch eine Polizistin.

Theron: Mein härtester Film war sicherlich „Mad Max: Fury Road“. Mir war auch völlig unklar, wie man ihn aufnehmen würde. Dass er dann so ein Erfolg war, macht mich richtig glücklich, besonders für den Regisseur George Miller, der 30 Jahre daran arbeitete.

Wie gehen Sie vor, wenn Sie sich auf eine Actionrolle vorbereiten?

Theron: Das Schwierigste ist generell für mich, in Form zu bleiben. Wenn ich mich vorbereite, fange ich meist schon zwei oder drei Monate vorher an, mich nur noch gesund zu ernähren, viel zu schlafen, zu trainieren und meinen Terminkalender danach einzurichten.

Blunt: Stehst du auch morgens um vier Uhr auf, um mit dem Training anzufangen?

Theron: Nein, das ergibt keinen Sinn, schon gar nicht, wenn du ein Kind hast.

Blunt: Ich habe „Edge of Tomorrow“ gedreht, bevor ich Mutter geworden bin und könnte mir das jetzt gar nicht mehr vorstellen.

Charlize, wie reagiert eigentlich Ihr vierjähriger Sohn, wenn er Sie als böse Königin in „The Huntsman & The Ice Queen“ sieht?

Theron: Das erste Mal, als ich ihn zu Dreharbeiten mit an den Filmset nahm, war bei „Mad Max“. Da hatte ich ganz kurze Haare, trug viel Leder und wirkte mit diesem Outfit ziemlich aggressiv. Er war damals einige Monate alt, und ich erinnere mich, wie besorgt ich war, dass er mich so sieht. Aber er fand das lustig. Heute ist er daran gewöhnt, dass seine Mutter nur spielt – genauso wie er.