Popstar

Die neue Pop-Sensation „Aurora“ erobert die Musikwelt

Während andere gerade ans Studium denken, startet die norwegische Sängerin Aurora durch. Musikexperten feiern sie schon als neue Björk.

Elfenartig und leicht verschroben: Erst vergangene Woche nahm Aurora das verwöhnte Berliner Publikum bei einem Konzert für sich ein.

Elfenartig und leicht verschroben: Erst vergangene Woche nahm Aurora das verwöhnte Berliner Publikum bei einem Konzert für sich ein.

Foto: Getty Images / Redferns/Getty Images

Stockholm.  Sie ist das neue Polarlicht am Pophimmel. Die zierliche Norwegerin Aurora hat ihr Debütalbum „All My Demons Greeting Me as a Friend“ herausgebracht. 19 Jahre alt ist sie und singt schon von Dämonen der Vergangenheit. Auf ihrer Platte finden sich sogar Songs, die sie mit neun Jahren geschrieben hat. Die Schulabbrecherin, die 1996 in der düsteren Erdölhafenstadt Stavanger als Aurora Aksnes geboren wurde, tourt gerade durch Europa. Ab Ende April ist die Künstlerin in Deutschland zu sehen.

Die einflussreiche US-Sängerin Katy Perry gab dem hellblonden Mädchen eine wichtige Starthilfe: „Endlich. Neue Musik, die mein Herz zum Flattern bringt“, adelte sie die Norwegerin im Internet.

Auch ihr bedächtiges Cover des Oasis-Songs „Half The World Away“ trug Ende 2015 zu ihrem Ruhm bei. Sie habe damit „Weihnachten ruiniert“, meckerten zwar eingefleischte Oasis-Fans. Andere aber liebten ihre Interpretation. In Deutschland wurde sie durch den Song „Running With The Wolves“ bekannt, der in der Werbung eines Mobilfunkanbieters lief.


Auch US-Talker Jimmy Fallon ist von ihr begeistert

Innige Gefühlsmusik macht Aurora und erinnert damit an die Isländerin Björk. Ihre Videos spielen in kunstvollen nordischen Landschaften. „Alternativer Weltschmerzkitsch“, spotten Zyniker.

Mit ihrer reduzierten Stimme, ihren philosophischen Texten und festen Melodien verliert sich Auroras Musik aber fast nie in solcher Belanglosigkeit. Dass sie einmal mindestens den Ruhm von Björk erreichen wird, darin sind die Norweger sich inzwischen sicher.

Erst diesen Monat trat sie in der TV-Sendung „Tonight Show“ von Jimmy Fallon vor acht Millionen US-Fernsehzuschauern auf und sang ihren Song „Conqueror“. „Ich wusste gar nicht, wer Fallon ist, als er anrief“, sagte sie danach in der norwegischen Talkshow „Skavlan“. Mit dieser unschuldigen Natürlichkeit und dem entrückten Kulleraugenblick wirkte sie auch dort wie eine Außerirdische.

Mit Gleichaltrigen fühlt sich eher unwohl

Aus ihr spricht das, was man wohl eine alte Seele nennt. „Ich und meine Songs waren dunkler, als ich jünger war. Ich bin heute etwas positiver als noch als Kind“, sagt sie. „Als Kind denkt man mehr mit dem Herzen als mit dem Kopf.“

Die Schulbank und Gleichaltrigen vermisse sie nicht: „Ich bin so empfänglich für Gefühlslagen anderer. Jugendliche haben so viel Sturm in sich. Deshalb ist es schön, mit Menschen umzugehen, bei denen sich dieser Sturm schon etwas gelegt hat. Ich passe besser zu älteren Menschen.“

Auch einen Freund möchte sie nicht. „Dazu habe ich keine Lust. Es ist schön, dass ich nur auf mich selbst Rücksicht nehmen muss. Aber ich liebe viele andere Dinge, wie Musik, Schokolade und Motten. Die sind so hübsch, wenn man sie aus der Nähe betrachtet. So farbenreich “, verriet sie der Zeitung „Dagbladet“ und zeigte dem verwunderten Reporter eine mitgebrachte Flasche, in der sie eine präparierte Motte aufbewahrte.

Weltruhm? Sie will einfach nur spielen

So berühmt wie Lady Gaga oder Katy Perry will sie gar nicht sein. Sie erinnert sich an ihre Begegnung mit dem Superstar: „Sie war toll, so echt, als ich sie traf. Aber dennoch konnte man diese Unruhe in ihr spüren, die von ihrem Weltruhm kommt. Das ist nicht so erstrebenswert.“

Sie will einfach nur Songs schreiben und spielen. Gleichzeitig
genießt der Teenager aber auch den Weltruhm. „Ich bin ja ziemlich klein und habe so einen großen Apparat um mich herum. Meine Musik trägt mich nun durch die ganze Welt. Ich fühle mich wie Alice im Wunderland“, sagt Aurora.

Mit sechs Jahren begann sie Klavier zu spielen, mit neun Songs zu schreiben und zu singen. Letzteres hielt sie vor ihren Eltern geheim bis sie 14 war. „Musik ist die beste Weise für mich, etwas zu fühlen. Wir sind sehr ängstlich davor, etwas zu fühlen. Vor allem Trauriges“, sagt sie. Ihren Zuhörern will sie helfen, traurige Erlebnisse zu überwinden. Es gehe darum, sie zu akzeptieren, mit ihnen Frieden zu schließen und dann weiterzugehen. Aurora: „Das ist mir mithilfe meiner Musik gelungen.“

Die Konzerttermine 2016 in Deutschland:

  • 29. April: Hamburg
  • 1. Mai: München
  • 2. Mai: Köln
  • 15. Juni: Wiesen (Out Of The Woods Festival)
  • 20. August: Hamburg (Dockville Festival)
  • 11. September: Berlin (Lollapalooza Berlin)