Hollywoodstar

Schauspieler Jack Black wollte ein sexy Rockstar werden

Schauspieler Jack Black hat sich seine Karriere in Hollywoods Traumfabrik hart erarbeitet. Jetzt kommt sein Film „Gänsehaut“ ins Kino.

Er ist Hollywoods Anti-Held: Jack Black.

Er ist Hollywoods Anti-Held: Jack Black.

Foto: imago/PanoramiC

München.  Thomas Jacob „Jack“ Black, nur 1,68 Meter groß, zählt zu den Top-Größen in Hollywood. In rund 40 Filmen wirkte der Comedian mit. In dieser Woche läuft sein neuer Familien-Film „Gänsehaut“ an, in dem es um Kindheitsträume geht. Für Jack Black, der tagelang auf Interviewtour durch Deutschland tingelte, ein großes Thema.

Als Teenie war er nämlich ein kleiner dicklicher Schüler. Und hatte damit ein Problem. Genauer gesagt: zwei. Er wollte unbedingt Rockstar werden. Oder – falls das nicht klappte – ein berühmter Hollywoodschauspieler. Zwei Berufsgruppen, deren Anforderungsprofil dieser Pummel aus Santa Monica nicht gerade perfekt entsprach. Doch Jack Black hatte noch viel mehr auf Lager, nämlich Talent, Witz und ein unverwüstliches Durchsetzungsvermögen. Und so schaffte er beides: Hollywood- und Rockstar zu werden. Zumindest fast. Aber der Reihe nach.

„Als ich zehn Jahre alt war, sah ich den Film ‚Tommy‘ und wurde auf der Stelle ein glühender Fan der britischen Rockband ‚The Who‘“, erzählt er im Interview. „Es dauerte nicht lange, da habe ich eine Gitarre bekommen, spielte alle ihre Songs nach. Ich wollte ein sexy Rockstar sein.“ Und dann lacht er. „Okay, das ‚sexy‘ nehme ich zurück.“

Anfang 20 wurde Black Mitglied einer Schauspielgruppe

Denn diese Illusion sei täglich zum Platzen gebracht worden – durch den Realitycheck vor dem Badezimmerspiegel. Trotzdem ließ er sich nicht entmutigen und spielte in einigen Highschoolbands. Doch so richtig wollte der Durchbruch als neuer Jimi Hendrix nicht klappen. Während des Studiums an der Universität von Los Angeles traf er dann einen gewissen Tim Robbins und wurde Mitglied in dessen Schauspieltruppe. Da war Black gerade mal Anfang 20.

„Das war die Zeit, in der ich mich unheilbar mit dem Schauspielvirus infiziert haben muss“, meint er lachend, „und diese Krankheit hat mich bis heute nicht mehr losgelassen.“ Sein Kinofilmdebüt gab er 1992 in einer Nebenrolle in „Bob Roberts“, der Politsatire seines Freundes Tim Robbins. Es folgten meist kleinere Rollen in TV- und Kinofilmen, bis er im Jahr 2000 mit dem Film „High Fidelity“ seinen internationalen Durchbruch hatte. Da war er 31. „Meine Eltern haben mich zum Glück während meiner Lehrjahre in Hollywood immer finanziell unterstützt.“

Während dieser „Lehrjahre“ hat Jack Black auch an seinem anderen Traum beharrlich weitergearbeitet. Er wollte endlich eine eigene Rockband haben. 1994 war es dann so weit: Zusammen mit einem Freund gründete er „Tenacious D“. Der Name bedeutet auf Deutsch in etwa „Das hartnäckige D“ – denn D-Dur ist sein Lieblingsakkord auf der Gitarre.

Blacks Rockband wird nicht immer ernst genommen – zum Glück

Sie spielten als Vorgruppe von vielen Heavy-Metal-Bands, und „wir haben uns dabei auch richtig rockmäßig ins Zeug gelegt“, erinnert sich Jack Black. „Allerdings stellte ich sehr schnell fest, dass das Publikum unsere Bühnenshow eher lustig fand.“ Also habe er daraus eine Tugend gemacht: Nun seien sie die beste Spaß-Rock-Band der Welt. Mit der Zeit wurde Jack Blacks größtes Kapital auch in Hollywood entdeckt: sein komisches Talent.

In Filmen wie „School of Rock“ oder „Nacho Libre“ konnte er es dann endlich ausspielen. Wie auch in seinem neuen Film „Gänsehaut“. Darin verkörpert er den amerikanischen Kinderbuchautor R. L. Stine, der mit über 400 Millionen verkauften Büchern einer der erfolgreichsten Schriftsteller der Welt ist. Und die Story geht so: Eine Handvoll schaurige Monster entfliehen aus seinen Büchern und beginnen sofort damit, das kleine Städtchen Greendale zu terrorisieren.

Sein neuester Coup ist jetzt im deutschen Fernsehen zu sehen

Seit Jahren ist Jack Black bestens im Geschäft. Unter anderem war er im Original auch schon dreimal als Stimme von Kung-Fu-Panda zu hören. Seine beste Arbeit seit Langem hat der Komiker letztes Jahr im amerikanischen Fernsehen abgeliefert: In den zehn Folgen von „The Brink“ spielt er einen kiffenden Diplomaten in Pakistan, der den Dritten Weltkrieg mit sehr unorthodoxen Mitteln zu verhindern versucht.

Sein neuester Coup ist auch im deutschen TV zu bestaunen: Im Nespresso-Werbespot stiehlt er mit dem Satz „What else?“ sogar Schönling George Clooney die Schau. In genau 30 Sekunden.