Bühnenjubiläum

Vicky Leandros: „In Berlin noch mal richtig feiern gehen“

| Lesedauer: 5 Minuten
Maria Bidian
Vicky Leandros - hier im Kudamm Kempinski Hotel

Vicky Leandros - hier im Kudamm Kempinski Hotel

Foto: Amin Akhtar

50 Jahre auf der Bühne, ein neues Album und das Bundesverdienstkreuz: Ein Gespräch mit Sängerin Vicky Leandros.

Ein neues Album, 50-jähriges Bühnenjubiläum, Vorbereitungen für die „Das Leben und ich“-Tour 2016 und jetzt auch noch die Ehrung mit dem Bundesverdienstkreuz - Sängerin Vicky Leandros kann auf ein erfolgreiches Jahr 2015 zurückblicken.

Die Leidenschaft zur Musik und die Einstellung aus Fehlern zu lernen, statt Vergangenes zu bereuen, gäbe ihr auch nach einem halben Jahrhundert im Musikgeschäft Kraft, verriet die 63-Jährige Musikerin im Interview mit der Berliner Morgenpost. Zum Gespräch in der Lobby des „Kempinski“-Hotels in Charlottenburg kam die Sängerin dann auch entsprechend gut gelaunt, mit frischem Make-Up und perfekt sitzender Frisur - trotz starker Erkältung und Nieselregen.

Berliner Morgenpost: Sie singen in verschiedenen Sprachen. Auf Französisch, Griechisch, Englisch. Ihr neues Album, das im Oktober erschienen ist, ist wieder ganz auf Deutsch. Werden deutsche Schlager wieder beliebter?

Vicky Leandros: Es hat sich viel verändert. Die Produktionen sind viel modernen geworden. Heute gibt es mehr und mehr Leute, die offen zugeben, dass sie gerne Schlager hören. Über Jahre war Schlager ja fast ein Unwort und verpönt. Das hat sich ganz und gar geändert, was ich sehr gut finde.

Bezeichnen Sie Ihre Lieder selbst als Schlager?

Ich finde, dass man nicht genau definieren kann, was ich mache. Sind es nun Schlager, Chansons oder Pop? Es ist eine Mischung. Anfangs habe ich mit Stücken wie „Messer, Gabel, Schere, Licht“ Teenagerlieder gesungen. Erst später habe ich mit „Theo, wir fahr’n nach Lodz“ eher unbewusst mit den Schlagern angefangen. Und war damit sehr erfolgreich. Von daher ist es bei mir Tradition, alles zu mischen. Chansons, Schlager, Balladen, verschiedene Sprachen.

Sie feiern dieses Jahr Ihr 50-jähriges Bühnenjubiläum. Wie haben Sie sich gefühlt, als Sie zum ersten Mal auf der Bühne standen?

Mein erstes Konzert war in Montreal in Kanada vor mehreren tausend Menschen. Das war schon sehr spannend, ganz anders, als eine Schallplatte aufzunehmen. Das Singen klappte gut, nur wusste ich nicht, was ich mit dem Publikum anfangen soll. Das habe ich dann erst später gelernt. Durch die Erfahrung wurde ich immer freier und konnte viel humorvoller mit dem Publikum reden.

Was treibt Sie nach so vielen Jahren im Musikgeschäft noch an?

Die Leidenschaft zur Musik. Die bleibt immer bestehen. Auf der Bühne zu stehen und ‚live‘ zu singen ist ein großer Spaß. Ich kann den Auftritt ja selbst gestalten, in verschiedenen Sprachen singen, dem Publikum Geschichten erzählen.

Gab es einen Punkt, an dem Sie nicht mehr weiter machen wollten?

Ja, den hatte ich schon. Ich hatte erst eine sehr erfolgreiche Zeit und habe mich dann gefragt: Was kommt jetzt noch? Was kann ich noch machen? Mein großer Wunsch war es immer gewesen Kinder zu bekommen. Aber das dauert eben seine Zeit. Dann hat es aber schließlich doch noch geklappt.

Ihre jüngste Tochter Sandra wohnt in Berlin und hat sich ebenfalls einen künstlerischen Beruf ausgesucht. Haben Sie sich deshalb Sorgen gemacht?

Nein, ich dachte mir von Anfang an: Wenn Sie das Gefühl hat, Schauspielerin werden zu müssen, dann ist das so. Es ist ein schwieriger Beruf. Aber sie hat das Talent und den Durchsetzungswillen.

Das erste Konzert Ihrer Tournee spielen Sie im April im Friedrichstadt-Palast. Was verbinden Sie mit Berlin?

Ich freue mich sehr auf mein erstes Konzert. Besonders toll ist es, dass der nächste Tag frei ist. Dann können wir noch richtig in Berlin feiern gehen. Ich mag alle Teile Berlins und bin sowohl in Mitte als auch in Kreuzberg gerne unterwegs. Ich bin oft in der Stadt und habe überall meine Lokale und Freunde. Es ist immer wieder schön da zu sein. Auch das Umland ist unheimlich schön. Die Seen. Das wissen viele gar nicht, das Berlin noch so schön ist.

Ihre Tour im kommenden Jahr heißt „Das Leben und ich“. Gibt es etwas, dass Sie in Ihrem Leben bereuen?

Wissen Sie was, ich muss nichts bereuen. Ich weiß, welche Dinge ich in meinem Leben falsch gemacht habe und das ist nun mal so. Ich versuche aus diesen Dingen zu lernen, aber nicht zu bereuen. Denn sonst schleppt man immer einen Rucksack mit sich, der voll ist, aber den man nie ablegt. Dann wird man eines Tages verbittert und das möchte ich nicht. Deshalb habe ich meine Fehler immer wieder abgeworfen und mir gesagt: ,Das hast du jetzt falsch gemacht, aber das kannst du nicht mehr ändern.‘

Eine letzte Frage für Ihre weiblichen Anhänger. Wie schaffen Sie es, Ihre Figur zu halten?

Da habe ich leider keine genaue Antwort. Eine Diät habe ich seit 20 Jahren nicht mehr gemacht. Da würde ich mich verweigern. Wenn ich merke, dass ich ein zwei Kilo zugenommen habe und meine Jeans enger wird, esse ich weniger. Ich versuche mich ausgewogen zu ernähren, nicht zu viele Kohlehydrate zu mir zu nehmen. Und Sport mache ich auch ab und zu.

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