Autoimmunschwäche

Chemotherapie: Selena Gomez an Lupus erkrankt

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Actress Selena Gomez arrives for the "Louis Vuitton Series 3" Exhibition gala opening in London, Britain September 20, 2015. REUTERS/Luke MacGregor

Actress Selena Gomez arrives for the "Louis Vuitton Series 3" Exhibition gala opening in London, Britain September 20, 2015. REUTERS/Luke MacGregor

Foto: LUKE MACGREGOR / REUTERS

Selena Gomez veröffentlicht ein neues, erwachseneres Album und erklärt, warum sie zeitweise von der Bildfläche verschwunden war.

„Revival“ - also Wiederbelebung. Klarer hätte die Ansage im Titel des neuen Albums nicht sein können: Selena Gomez hat die Vergangenheit hinter sich gelassen und überlegt, wo sie eigentlich in Zukunft hin will.

Es ist ein Neuanfang nicht nur auf dem Papier - Gomez hat für ihr erstes Album seit zwei Jahren Management und Label gewechselt und im Studio die Regie übernommen.

Zum ersten Mal hat die 23-jährige Texanerin nicht nur gesungen, sondern auch geschrieben und produziert. „Es war nervenaufreibend“, sagt sie im Interview . „Aber ich habe mich nach dieser Unabhängigkeit, dieser Freiheit gesehnt“.

Das Ergebnis ist ein Album, das erwachsener klingt als vieles, was Gomez davor gemacht hat. Die elf Songs haben ausgeklügelte Beats, eingängige Refrains und sogar die eine oder andere Kante.

Gomez ist ein Star seit sie neun Jahre alt ist

„Es war ein wichtiges Album für mich“, sagt die Sängerin, „es repräsentiert, wer ich bin.“ Das sagt eine Frau, die lange Zeit von außen definiert wurde.

Gomez war neun Jahre alt, als sie zum ersten Mal vor der Kamera stand. Mit 14 bekam sie die Hauptrolle in der Disney-Serie „Die Zauberer vom Waverly Place“, die sie unter Teenagern zum Star machte, und das strahlend saubere Disney-Image gleich dazu.

Die Fassade bekam Risse, als Gomez mit Justin Bieber (21) anbandelte. Der ehemalige Kinderstar aus Kanada leistete sich einen Skandal nach dem anderen, die Beziehung mit Gomez war mal vorbei, mal wieder nicht. Die Medien nahmen jede neue Entwicklung auf, berichteten mehr über Gomez' Privatleben als über ihre Musik und Schauspielerei.

Zugänglicher auf Twitter und Instagram

So erklärt sich auch eine gewisse Vorsicht der Sängerin gegenüber der Presse: Fragen zu Bieber sind tabu, Privatleben generell sei kein gutes Thema, sagt das Management. Gomez selbst ist im Interview freundlich, durch und durch professionell und zieht sich im Zweifel auf Phrasen zurück wie „ich glaube, dass alles aus einem Grund passiert“ und „mich inspirieren Erfahrungen“.

Zugänglicher ist sie auf Instagram und Twitter. Hier schreibt sie von Angstattacken und fragt in schlaflosen Nächten, ob noch jemand wach sei, teilt Bilder von Freunden und Familie. Zu ihrem neuen Album twittert sie: „Was ich gelernt habe ist so lebenswichtig, mehr als nur überleben, dies ist meine Wiederbelebung.“

„Das ist die Verbindung zu meinen Fans“, sagt sie. „Ich will nicht unberührbar sein, ich will, dass sie das Gefühl haben, mich zu kennen.“

Gomez: „Ich hätte einen Schlaganfall bekommen können“

In einem Interview des US-Magazins „Billboard“ wurde sie dann doch mal sehr persönlich und berichtete, dass sie sich einer Chemotherapie unterzogen habe, weil sie an der Autoimmunkrankheit Lupus erkrankt sei.

„Das war der wahre Grund für meine Pause. Ich hätte einen Schlaganfall bekommen können“, sagte Gomez, die im vergangenen Jahr mehrere Konzerte abgesagt hatte - Boulevardmedien hatten prompt über eine angebliche Drogensucht spekuliert. „Ich wollte ihnen so sehr sagen, dass sie keine Ahnung hätten. 'Ich bin in der Chemotherapie, ihr Arschlöcher.' Ich habe mich eingeschlossen, bis ich mich wieder selbstsicher und wohl gefühlt habe.“

In wieweit die Krankheit sie künftig einschränken könnte, bleibt offen. Lupus ist eine seltene Autoimmunschwäche, an der vorwiegend Frauen leiden. Der Körper kann nicht zwischen einer Bedrohung und normalem Reiz unterscheiden und reagiert selbst auf ungefährliche Dinge mit der Bildung von Antikörpern. Weil Narben der Krankheit wie Bisse aussehen können, bekam die Krankheit ihren Namen: Lupus, der Wolf.

In Songs klingt Gomez entspannt, selbstbewusst

Ihre beste Möglichkeit, die neue Selena der Welt vorzustellen, bleibt aber das Album. In Songs, für die sie sich einige der renommiertesten Produzententeams der USA ins Studio geholt hat, klingt Gomez entspannt, selbstbewusst, ein bisschen kokett.

Sogar für ein wenig Selbstironie ist Platz: „Can’t keep my hands to myself“, ich kann meine Hände nicht bei mir behalten, haucht sie scheinbar willenlos, nur um im nächsten Moment herausfordernd zu fragen „but why would I want to“ - aber warum sollte ich das auch wollen?

Bei allem Selbstbewusstsein und Neuanfang: Echos ihrer Vergangenheit klingen doch immer wieder an. So fällt es schwer, keine Anspielung auf Bieber zu hören, wenn sie (auf dem gleichnamigen Track) singt „I'm so sick of that same old love“, ich habe diese immer gleiche alte Liebe so satt. „Ich bin sehr ehrlich in meiner Musik“, sagt Gomez dazu nur.


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