Landsberg

Uli Hoeneß hat seine Haftstrafe angetreten

Der wegen Steuerhinterziehung verurteilte Ex-Bayern-Präsident Uli Hoeneß ist im Gefängnis Landsberg. Dort hat er seine Haftstrafe über dreieinhalb Jahre angetreten.

Der wegen Steuerhinterziehung zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilte Ex-Präsident des FC Bayern München, Uli Hoeneß, hat seine Gefängnisstrafe in der JVA Landsberg angetreten. Das teilten seine Anwälte am Montag in München mit.

Das Münchner Landgericht hatte Hoeneß am 13. März in sieben Fällen der Steuerhinterziehung schuldig gesprochen. Der Fußball-Manager hatte dem Fiskus mit einem Geheimkonto in der Schweiz mindestens 28,5 Millionen Euro Steuern vorenthalten. Einen Tag nach dem Urteilsspruch erklärte Hoeneß, er werde die Haftstrafe akzeptieren und auf eine Revision verzichten. Zudem trat er mit sofortiger Wirkung als Präsident und Aufsichtsratschef des FC Bayern München zurück.

Mitte Mai wurde bekannt, dass ein ehemaliger Häftling Hoeneß zu erpressen versuchte. Der Mann hatte mit Problemen im Gefängnis gedroht. Bei der geplanten Geldübergabe wurde er festgenommen.

Kein Antrag auf Freigang

Das Gefängnis hatte nach dem Urteil gegen Hoeneß einen Medientag veranstaltet und Journalisten durch das Gebäude geführt. Daraufhin hatte Hoeneß offenbar einen Antrag gestellt, in ein anderes Gefängnis kommen zu dürfen. Er soll durch den Tag der offenen Tür seine Privatsphäre verletzt gesehen haben. Die Staatsanwaltschaft München II lehnte den Wunsch laut der „Rheinischen Post“ aber ab. Als mögliche Alternative zum oberbayerischen Landsberg war die Justizvollzugsanstalt im niederbayerischen Landshut im Gespräch.

Einen Antrag als Freigänger hat der 62-Jährige offenbar hingegen vorerst verzichtet. In den ersten zwei Wochen erwartet Hoeneß in Landsberg erst einmal eine Art "Eingewöhnungszeit", in der es Gespräche mit der Anstaltsleitung, Psychologen und Ärzten geben wird.

Seinen letzten großen öffentlichen Auftritt hatte Hoeneß Anfang Mai. Auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung des FC Bayern hatte er sich von den Anhängern des Rekordmeisters verabschiedet und zudem sein Comeback angekündigt.