Roter Teppich

Erste Filmpremiere mit Ben Stiller am neuen Zoo Palast

Im frisch sanierten Zoo Palast wurde der erste rote Teppich für die Hollywood-Stars ausgerollt. Ben Stiller stellte seinen neuen Film „Das erstaunliche Leben des Walter Mitty“ vor.

Foto: Hannibal Hanschke / dpa

Wie im Traum geht die Figur Walter Mitty durch die Geschichte im Film. Sehr real dagegen war die Prominenz am Mittwoch auf dem roten Teppich am neuen Zoo Palast. Der erstrahlte zu „Das erstaunliche Leben des Walter Mitty“ – seiner ersten Filmpremiere seit der dreijährigen Sanierung – in festlichem Glanz.

Die Hauptdarsteller Ben Stiller und Kristen Wiig kamen, ebenso deutsche Schauspieler wie Emilia Schüle, Franz Dinda oder Jan Sosniok. Auch Jana Pallaske und Produzentin Minu Barati-Fischer ließen sich die Gelegenheit nicht entgehen.

Milan Peschel hält Stiller deshalb für einen guten Künstler, weil er beides so gut spielen könne, ernsthaft und humorvoll. „Ein toller Schauspieler in einem tollen Kino. Ich freue mich wahnsinnig für den Berliner Westen, dass der Glamour nun wieder da ist.“

Stiller und Wiig hatten ihren Film bereits in New York und Sydney präsentiert. In letzterem sicher bei wärmerem Wetter. Kristen Wiig zitterte am Zoo Palast vor Kälte, denn sie führte die Interviews auf dem roten Teppich in einem trägerlosen, dünnen Kleid und Pumps. „Ben ist ein wundervoller Schauspieler und Regisseur“, sagte sie. „Und er hat mich auch schon sehr zum Lachen gebracht.“

Wenig Platz für Klamauk

„Das erstaunliche Leben des Walter Mitty“ ist eine feinsinnige Komödie, bietet diesmal wenig Ben-Stiller-Klamauk, aber dafür viel Bodenhaftung und fantastische Kameraeinstellungen. Walter Mitty (Ben Stiller) lebt in New York und ist ein Tagträumer. Um seinem Alltag als Fotoredakteur zu entfliehen, stellt er sich regelmäßig vor, jemand anderes zu sein, ein Held, ein feuriger Liebhaber, ein besonderer Mensch, der die größten Herausforderungen meistert.

Das Magazin, für das er in der Realität arbeitet, soll zukünftig nur noch online erscheinen, die letzte Printausgabe ein Bild eines berühmten Fotografen (Sean Penn) zieren. Doch das Negativ ist plötzlich verschwunden. Um alles, auch seinen und Kollegin Cheryls Job – die er heimlich liebt – zu retten, tritt Mitty eine Weltreise an und gerät in das größte Abenteuer seines Lebens.

Ben Stiller („Nachts im Museum“, „Meine Braut, ihr Vater und ich“) spielt in dem Film nicht nur die Hauptrolle, sondern hat auch die Regiearbeit übernommen. Bereits als Jugendlicher war er fasziniert von der Geschichte. Die Kurzgeschichte des Autors James Thurber war erstmals 1939 im Magazin „The New Yorker“ erschienen, zum beliebten und allseits zitierten Klassiker avanciert und 1947 erstmals verfilmt worden. Der Satz „Er ist ein Walter Mitty“ wurde daraufhin häufig in der amerikanischen Alltagssprache verwendet für jemanden, der sich gern in Traumwelten bewegt.

Stiller liebt aber vor allem die Story: „Mir gefiel an dem Drehbuch besonders die Idee dieses einfachen Mannes, der zum Helden wird – und das auf so lyrische, anrührende und witzige Art und Weise.“ Ob er in seinem neuen Film auch wieder seine Eltern Jerry Stiller und Anne Meara durchs Bild laufen lässt? „Meine Eltern? Nein, diesmal nicht“, sagte er. Aber er selbst habe einen Lieblings-Tagtraum. „Ich bin auf Hawaii und surfe. In echt bin ich gar kein Surfer. Aber es ist ja auch ein Tagtraum.“