Deutscher Fernsehpreis

TV-Serie mit Berlinerin Kapfelsperger für Fernsehpreis nominiert

Die Schauspielerin Anna Julia Kapfelsperger spielt in der RTL-Comedyserie „Christine. Perfekt war gestern!“, die jetzt für den Fernsehpreis nominiert ist. Angst vor der „Serienschublade“ hat sie nicht.

Foto: (c) RTL / Christiane Pausch / RT/Christiane Pausch

Berliner Morgenpost: Haben Sie durch die Arbeit an der Comedyserie Ihr persönliches komisches Talent entdeckt?

Anna Julia Kapfelsperger: Ob ich komisches Talent habe, müssen die Zuschauer beurteilen. Aber mir macht die Arbeit an der Serie sehr viel Spaß. Was gibt es Schöneres, als Leute zum Lachen zu bringen? Es ist auch toll, dass es eine über längere Zeit angelegte Reihe ist. Wir kennen uns gut, es ist ein nettes Team, wir haben uns aufeinander eingespielt.

Diana Amft spielt die Hauptfigur Christine, eine geschiedene Frau Mitte 30. Sie spielen die neue Freundin von Christines Ex-Mann Stefan. Diese Konstellation birgt Zündstoff. Kennen Sie solche Situationen aus eigener Erfahrung?

Nein, glücklicherweise nicht. Aber ich glaube, dass das für alle Beteiligten eine schwierige Sache ist. Ich habe mir auch überlegt, wie ich als Anna mich verhalten würde. Ich kann es gar nicht sagen. Aber meine Serienfigur Christine geht mit der Situation im Großen und Ganzen locker und entspannt um. Sie ist nicht die klassische Antagonistin, sondern möchte keinen Konflikt. Sie ist sehr offen und meint Dinge so, wie sie sie sagt.

Sie haben lange in der Daily Soap „Unter uns“ mitgespielt. Was haben Sie in dieser Zeit gelernt?

Das Format einer täglichen Serie ist sehr anstrengend. Das wird oft unterschätzt und auch belächelt, aber es ist knallharte Arbeit. Das ist der Hochleistungssport innerhalb der TV-Serien. Ich bin froh, dass ich es gemacht habe. Aber ich bin auch dankbar, nun andere Dinge zu drehen.

Für viele junge Schauspieler ist eine Serie der Einstieg ins Fernsehgeschäft – mit Vor- und Nachteilen. Hatten Sie Angst, in der „Serienschublade“ zu landen?

Nein, diese Angst hatte ich eigentlich nicht. Ich lasse mich aber auch nicht in Schubladen stecken. Da achte ich schon drauf und wehre mich auch dagegen.

Sie wurden in Beja in Portugal geboren. Haben Sie noch eine Verbindung zu dem Land? Sprechen Sie die Sprache?

Um bocadinho – ein bisschen. Meine Eltern haben damals aus beruflichen Gründen in Portugal gelebt. Ich bin zweisprachig aufgewachsen und liebe die südlichen Länder, Spanien, Portugal, aber auch Südamerika. Ich reise gern dorthin und würde auch sehr gern einmal dort drehen. Ich liebe die Sprache und die Wärme – das ist schon mein Ding.

Was gefällt Ihnen an Ihrer Wahlheimat Berlin? Was vermissen Sie?

Ich mag Berlin sehr, und wir hatten dieses Jahr zum Glück auch einen wirklich schönen Sommer hier. Aber ich habe bereits etwas Angst vor dem Winter – da steckt mir der letzte noch in den Knochen. Die Winter in Berlin sind hart. Außerdem vermisse ich ein wenig die südliche Leichtigkeit und Lebensfreude. Da haben die Berliner noch Nachholbedarf.

Ende Oktober werden Sie auch selber im Kino zu sehen sein, im Film „Kaiserschmarrn“. Worum geht es darin?

Das ist eine Komödie von Regisseur Daniel Krauss, mit Antoine MonotJr. in einer Doppelrolle. Er spielt einen jungen Schauspieler, der sich mit kleinen Rollen als Pornodarsteller über Wasser hält, bis er schließlich eine Rolle in einem Heimatfilm ergattert. Es ist eine Persiflage auf das Heimatfilm-Genre und sehr, sehr lustig. Wir haben am Wörthersee gedreht. Ich spiele den „Love interest“, also die Frau, in die Antoine MonotJr. sich dann verliebt.

Also geht Ihre berufliche Zukunft doch in Richtung Komödie?

Das ist eher Zufall. Die Komödien kommen zu mir. Aber Leute zum Lachen zu bringen ist auch eine echte Herausforderung. Das sagte ja schon Billy Wilder. Das Timing muss perfekt sein, die Pointen müssen sitzen, die Chemie muss stimmen. Genau das ist auch der Reiz daran.