Fernsehen

Warum Ulrike Kriener Kommissarin Lucas mag

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Foto: Claudia Ast

Die Schauspielerin Ulrike Kriener („Kommissarin Lucas“) spricht über die aktuelle Krimi-Schwemmme im deutschen Fernsehen, die Schwierigkeit komischer Rollen und die Zusammenarbeit mit ihrem Ehemann.

Ulrike Kriener genießt die ersten Frühlingssonnenstrahlen zur Zeit in der Fränkischen Schweiz. Dort dreht sie die Komödie „Sieben Tage ohne“, die Fortsetzung des TV-Films „Die Dienstagsfrauen“. „Es geht um fünf Freundinnen, die einen Wellness-Urlaub machen, um zu entschlacken und zu entschleunigen. Und natürlich bereden sie dabei auch ihre privaten Probleme“, erklärt die 58-Jährige.

Am heutigen Sonnabend ist die Schauspielerin als Kommissarin Lucas in der gleichnamigen ZDF-Krimireihe (20.15 Uhr) zu sehen. Eine Rolle, die sie seit über zehn Jahren spielt. „Ich mag Ellen Lucas wahnsinnig gern. Sie ist eine toughe Frau und ein sehr komplexer Charakter“, sagt Kriener.

In der neuen Folge „Lovergirl“ bekommt Lucas zwei junge Kollegen. Anna Brüggemann und Lasse Myhr unterstützen sie bei den Ermittlungen im Mordfall an einer Prostituierten aus Osteuropa. „Erst letzte Woche ist ein aktueller EU-Bericht zum Thema Menschenhandel und Zwangsprostitution herausgekommen. Das gibt dem Ganzen natürlich noch einmal eine andere Brisanz.“

Rolle, die ihr quasi auf den Leib geschrieben wurde

Die momentane Flut an Krimiserien und Ermittlern im deutschen Fernsehen sieht Kriener durchaus kritisch. „Es muss ja nicht sein, dass man jedes aktuelle Thema in einem Krimi erzählt. Das kann man auch in Form eines Fernsehspiels machen.“

Sie ist froh, nicht auf die Rolle der Kommissarin festgelegt zu sein, sondern auch immer wieder andere interessante Figuren spielen zu können. Besonders Komödien weiß sie zu schätzen. „Eine Komödie ist sehr anspruchsvoll. Gerade komische Rollen muss man sehr präzise spielen. Da kommt es sehr auf das genaue Timing an, sonst verpatzt man die Pointe.“

In einer Rolle, die ihr quasi auf den Leib geschrieben wurde, ist sie am 29. April 2013 im ZDF zu sehen. „Nägel mit Köppen“ heißt der Film, das Drehbuch stammt von ihrem Mann Georg Weber. „Wir können sehr gut miteinander arbeiten, aber es hat schon auch jeder seinen Bereich: Er das Schreiben und ich das Schauspielern. Aber wir mögen uns ja und schätzen uns - insofern klappt das gut“, sagt sie und lacht.

In der Komödie geht es um die „Ruhrpottpflanze“ Petra, die mit ihrem Freund Hans-Uwe (Peter Heinrich Brix), einem Pastor, auf dem norddeutschen Land lebt und sich weigert, ihn zu heiraten. „Für mich war Heiraten auch lange Zeit ein No-Go“, erinnert sich die Schauspielerin.

„Ich fand das spießig und altmodisch. Für mich waren andere Dinge wichtig. Mein Beruf, meine persönliche Entwicklung. Das liegt vielleicht auch an meinem Alter, als Schülerin der 68er-Generation, in der das Heiraten verpönt war. Erst als ich meinen Mann kennengelernt habe, wusste ich: Der ist es. Den will ich auch heiraten. Vorher hat mir das nicht so viel bedeutet.“

( Stefanie Staiger )

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