Musik

Sinead O'Connor rechtfertigt sich für ihren Tour-Abbruch

Die irische Pop-Musikerin musste Ende April ihre Tour absagen. Weil sie ihr Management zu hart arbeiten ließ, heißt es jetzt.

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Die Hitsängerin („Nothing Compares 2 U“), die in den vergangenen Monaten öffentlich über ihren Kampf mit psychischen Problemen sprach, verurteilt jetzt den "unmenschlichen" Druck, dem sie durch ihr Management ausgesetzt war. Außerdem behauptet sie, dass ihr die Erkrankung zum Vorwurf gemacht wurde.

Ihr vorerst letztes Konzert hatte Sinead O'Connor am 19. April 2012 Berlin gegeben.

"Meine weithin dokumentierte und extreme Krankheit der letzten Monate - welche auch einen Selbstmordversuch am 10. Januar 2012 beinhaltete - wurde in keiner Phase der Planung meiner Promo- oder Konzerttour für mein neuestes Album berücksichtigt", wendet sich die 45-Jährige auf ihrer Webseite an ihre Fans. "Termine wurden ausgemacht, ohne vorher mit mir abgestimmt zu werden, während ich mich gerade mitten in einem sehr ernsten Zusammenbruch befand. Ich wurde behandelt, als ob es meine eigene Schuld wäre, dass ich damit nicht umgehen konnte, und als ob ich die Verantwortung dafür trage.“ Die Erwartungen an sie seien unangemessen und sogar manchmal unmenschlich gewesen, schreibt sie.

Insbesondere die mangelnde persönliche Unterstützung ihres Managements in dieser schweren Zeit machte der Musikerin zu schaffen. "Alle, die für mich arbeiten - mit Ausnahme meiner Band, waren sehr weit davon entfernt, mir in irgendeiner Art als Unterstützung zu dienen", zeigt sich Sinead O'Connor enttäuscht und glaubt auch, dass sie aufgrund dieser Arbeitsweise ihre Stimme verlor. "Ein Beispiel für die Art von strafenden Terminplänen ist das folgende: Nach drei Shows in Los Angeles verlor ich meine Stimme. Dies geschah, weil die passende Ausrüstung nicht bestellt wurde. Ich hatte nur zwei Monitorlautsprecher auf dem Boden und konnte mich - neben der großen, lauten Band - selbst nicht beim Singen hören. Es gab keine Seitenmonitore", erinnert sich der Star. "Ich habe es geschafft, mich durch die drei Konzerte zu mogeln und bekam wie durch ein Wunder trotzdem gute Kritiken. Als ich mich beschwerte, dass ich die richtige Ausrüstung brauche, um meinen Job zu machen, bestanden einige meiner Angestellten darauf, dass ich meine Stimme aus eigener Verantwortung verloren hatte, weil ich mich nicht um mich gekümmert hätte. In meinen 30 Jahren als Sängerin habe ich noch nie meine Stimme verloren.“

Im Dezember 2011 hatte die irische Pop-Musikerin ihren vierten Mann Barry Herridge geheiratet und sich nur gut zwei Wochen später wieder von ihm scheiden lassen. Sie hat mit drei Männern vier Kinder und sorgte in den vergangenen Jahren mehrfach durch private Probleme für Schlagzeilen.