Eurovision Song Contest

Roman Lob will wenigstens unter die Top Ten

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Ines Nurkovic

Foto: Ben Wolf

Zweimal gewann Deutschland den Eurovision Song Contest. Jetzt versucht Casting-Gewinner Roman Lob in Lenas und Nocoles Fußstapfen zu treten.

30 Jahre ist es inzwischen her, dass die damals 17-jährige Nicole mit dem Song „Ein bisschen Frieden“ den ersten Platz beim Grand Prix d´ Eurovision de la Chanson holte. Bis ins Jahr 2010 blieb das der einzige deutsche Sieg des 1956 ins Leben gerufenen europäischen Musikwettbewerbs.

Dann gelang Lena Meyer-Landrut 2010 mit dem Song „Satellite“ die Sensation, die Auszeichnung des 1992 in Eurovision Song Contest (ESC) umbenannten Wettbewerbs ein zweites Mal für Deutschland zu gewinnen.

Die neueste Hoffnung für Deutschland heißt Roman Lob (21). Der gelernte Industriemechaniker, der sich bereits 2007 in Dieter Bohlens Talent-Show „Deutschland sucht den Superstar“ casten ließ, wegen einer Kehlkopfentzündung aber ausscheiden musste, gewann am 16. Februar das Finale von Stefan Raabs „Unser Star für Baku“. Damit holte er sich das Ticket für den 26. Mai, an dem er beim ESC in Aserbaidschan an den Start gehen wird. Mit seiner Gitarre und dem Lied „Standing Still“ will der Mädchenschwarm die Herzen der Zuschauer erobern, um den ersten Platz gehe es ihm dabei nicht. Weniger als eine Top-Ten-Platzierung sollte es dann aber auch nicht werden.

Egal, was passiert, Roman Lob will sich länger halten, als viele Casting-Teilnehmer vor ihm. Solange die Musik im Vordergrund stehe und nicht sein Privatleben, sagt er, könnte das gelingen. Ob er eine Freundin hat, will der Sänger deshalb auch nicht verraten.

Anders als Nicole, die beim damals noch „Grand Prix Eurovision de la Chanson“ genannten ESC viele Veränderungen nicht gutheißt, begrüßt Roman Lob, dass die Teilnehmer seit 1999 nicht mehr in ihrer Landessprache singen müssen: „Ich finde es cooler, wie es jetzt ist. Dann kann jedes Land verstehen, um was es in den Songs geht, die die Teilnehmer auf der Bühne präsentieren. Es gibt viele Menschen, denen es wichtig ist, was gesungen wird.“ Eher eintönig dagegen findet Nicole die heutigen Auftritte: „Es wird mir alles zu sehr uniform. Mir fehlen die Persönlichkeiten. Irgendwie sehen alle für mich gleich aus, die da mitmachen. Vor allen Dingen die Frauen. Sie sind meistens blond, haben kurze Röcke und tiefe Dekolletés. Wenn das Lied noch stimmen würde und sie gut singen würden, dann wäre das ja noch was anderes.“

Während Roman Lob auf halb gepackten Koffern sitzt und sich bald in Begleitung zweier Freunde und seines Vaters nach Baku begeben will, wird seine Mutter zu Hause in Lobs kleiner Heimatgemeinde Neustadt (Wied) bleiben und mit vielen anderen vor dem Bildschirm die Daumen drücken: „Es wird wie bei ‚Unser Star für Baku' ein riesiges Public Viewing geben, und dort wird auch die ganze Umgebung mitfiebern.“

Und auch Nicole will, trotz ihrer Bedenken gegen die moderne Version des ESC, versuchen, am 26. Mai einzuschalten, wie die Jahre zuvor schon, „weil es einfach spannend ist, wer wieder wem die Punkte zuschustert. Es ist ja mittlerweile auch ein Politikum geworden – allein das ist auch schon interessant mitanzusehen, was da so passiert. Aber meistens stehe ich samstags ja auf der Bühne. Aber es gibt ja Aufzeichnungsgeräte.“

Wenn sie heute, wie Lena Meyer-Landrut im vergangenen Jahr, ein zweites Mal die Chance hätte, am Wettbewerb teilzunehmen, so würde Nicole dankend ablehnen: „Ich glaube, ich würde es auch nicht tun, wenn mir jemand prophezeien würde, dass das nochmal klappt“, sagt sie. „Dieses Lied „Ein bisschen Frieden“ und ich – das ist einzigartig! So ein Lied passiert einem im Leben nur einmal.“

( dpa )

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