Rudi Assauer

"Vor Alzheimer hatte ich immer richtig Schiss"

Der an Alzheimer erkrankte frühere Schalke-Manager Rudi Assauer wusste offenbar schon länger um sein Schicksal. Erste Symptome gab es bereits im Jahr 2006.

Der langjährige Manager des Fußball-Bundesligisten und Pokalsiegers Schalke 04, Rudi Assauer, berichtet in seiner Autobiografie „ Wie ausgewechselt – verblassende Erinnerungen an mein Leben “ über seine Alzheimer Erkrankung. Dies bestätigte eine Sprecherin des Münchner riva-Verlags, der das Buch herausgibt.

„Wenn es eine Sache in der Welt gibt, wenn es eine Sache in meinem Leben gibt, vor der ich immer Angst hatte, so richtig Schiss auf gut Deutsch, dann Alzheimer. Bloß nicht diese Nummer. Bloß nicht dement werden im Alter, das schwirrte mir oft im Kopf herum“, schreibt Assauer in der Biografie.

Im Jahr 2006 erste „Blackouts“

Der Autor Patrick Strasser von der "Münchner Abendzeitung" hat für das Buch den 67-Jährigen mehrere Monate lang begleitet und viele intensive Gespräche geführt. Laut verschiedenen Medienberichten lässt Assauer die Erkrankung seit Januar 2010 in einer Klinik in Essen behandeln.

„Nachdem sich Blackouts häuften, brachte eine Untersuchung 2010 die Klarheit, dass Rudi Assauer an Alzheimer erkrankt ist“, heißt es in der Buchankündigung, die die Autobiografie als Buch „über die große Leidenschaft Fußball, aber auch über eine Krankheit, die langsam jede Erinnerung an das eigene Leben auslöscht“ beschreibt. „Natürlich ist seine Krankheit auch Thema, aber sie ist nicht nur Thema“, sagte eine Verlagssprecherin.

Die Krankheit ist erblich bedingt: Seine verstorbene Mutter war daran erkrankt. Und auch bei seinem zehn Jahre älteren Bruder wurde die gleiche Diagnose gestellt. Erste Anzeichen soll es bereits im Jahr 2006 gegeben haben. „Es gibt künstliche Knie, neue Hüftgelenke, andere freuen sich des Lebens mit 'nem Herzschrittmacher, aber der Kopf, die Birne. Schlimmer geht's nicht“, wird Assauer in der Vorankündigung des Verlags zitiert.

Entstanden sei eine bewegende Autobiografie, die Rudi Assauer in vielen persönlichen Worten und Bildern ein letztes Mal so nahebringt, wie man ihn gekannt habe, schreibt der Verlag. Die Autobiografie berichte aber auch davon, wie ihn das Schicksal seiner Krankheit viel zu früh aus dem vollen Leben gerissen habe.

Ehe mit 21 Jahre jüngerer Britta zerbrochen

Assauer ist inzwischen zu seiner Tochter Bettina in die Nähe von Gelsenkirchen gezogen. Sie und seine Sekretärin Sabine Söldner kümmern sich um den Ex-Schalkemanager.

Assauers Ehe mit der 21 Jahre jüngeren Britta ist damit nach nicht mal einem Jahr zerbrochen. Die beiden seien der Demenzerkrankung nicht gewachsen gewesen, schreibt die " Abendzeitung " weiter. Noch im April hatte Assauer sich viele, gemeinsame Jahre gewünscht und von der Beziehung geschwärmt: "Hoffentlich bleibt das so die nächsten fünf, sechs, meinetwegen auch sieben Jahre." Vor der Beziehung mit ihr war Assauer lange mit der Schauspielerin Simone Thomalla liiert. Nach Handgreiflichkeiten auf Sylt kam es allerdings im Jahr 2009 zur Trennung .

Während seiner aktiven Laufbahn spielte Assauer unter anderem für Borussia Dortmund und Werder Bremen. Für den Klub an der Weser war Assauer fünf Jahre als Manager tätig, ehe er 1981 zu Schalke wechselte. Mit einer Unterbrechung in den Jahren von 1987 bis 1993 betreute Assauer die „Königsblauen“ dann ein weiteres Mal bis 2006.

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