Beerdigung auf dem Nordfriedhof

Heesters wird am Freitag in München beigesetzt

Der Schauspieler und Sänger starb nur wenige Wochen nach seinem 108. Geburtstag. An Heiligabend erlag Johannes Heesters den Folgen eines schweren Schlaganfalls. Am Freitag soll er nun auf dem Münchner Nordfriedhof beerdigt werden.

Foto: dpa / dpa/DPA

Der an Heiligabend verstorbene Johannes Heesters wird am kommenden Freitag (30. Dezember, 11.00 Uhr) auf dem Münchner Nordfriedhof beerdigt. Das teilte das Starnberger Bestattungsinstitut Zirngibl am Sonntag mit. Der laut Guinness-Buch der Rekorde älteste aktive Schauspieler der Welt starb wenige Wochen nach seinem 108. Geburtstag im Klinikum Starnberg.

„Herr Heesters ist am Heiligen Abend, 24. Dezember 2011, um 10.15 Uhr in Beisein seiner Ehefrau Simone Rethel und seiner Enkelin Wiesje Herold friedlich verstorben“, teilte die Klinik nach Angaben von Thorsten Groneberg, dem Leiter des Büros der Familie Heesters, mit.

Groneberg kündigte für Dienstag eine Mitteilung über die Beisetzungszeremonie an. Heesters war in seiner niederländischen Heimat katholisch getauft worden; er hatte auch die österreichische Staatsbürgerschaft.

Heesters hatte seinen 108. Geburtstag am 5. Dezember noch zu Hause im Kreis seiner Familie feiern können; die Tage zuvor hatte er bereits im Krankenhaus verbringen müssen. Wegen eines Schwächeanfalls musste er das Geburtstagskonzert „Legende meets Klassik“ mit dem Pianisten Florian Fries in Breisach am Rhein (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald) absagen.

Am 17. Dezember wurde Heesters im Notarztwagen zum Krankenhaus gefahren. Er lag in einem kritischen Zustand auf der Intensivstation, wie offiziell mitgeteilt wurde. Am 20. Dezember hieß es, Heesters' Gesundheitszustand habe sich akut verschlechtert. Ob er noch einmal das Bewusstsein wiedererlangt hat, ist nicht bekannt.

„Grandseigneur der leichten Muse“

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) würdigte den Verstorbenen am Samstagabend als „Grandseigneur der leichten Muse“. „Mit seiner einzigartigen Bühnenausstrahlung eroberte er die Herzen des Publikums. Charme, Eleganz und Leichtigkeit waren sein Markenzeichen“, teilte die Staatskanzlei in München mit. Mit seiner optimistischen Ausstrahlung und Lebensbejahung, die ihn bis ins hohe Alter nicht verließen, habe Heesters vielen Menschen Freude bereitet und Mut gemacht. Er war Träger des Bayerischen Verdienstordens.

Das Münchner Unternehmen Hubert Burda Media verlieh Heesters insgesamt zehn Bambis. Den letzten konnte der 108-Jährige nicht mehr persönlich in Empfang nehmen.

Einen seiner letzten Auftritte hatte Heesters im Juni bei den Dreharbeiten zum Video des Rappers Harris in einer Berliner Disco zum Lied: „Jetzt geh' ich ins Maxim“.

Die weltweit einzigartig lange Bühnenlaufbahn von „Jopie“ Heesters dauerte 91 Jahre. Johan Marius Nicolaas Heesters kam am 5. Dezember 1903 in Amersfoort (Niederlande) zur Welt. Mit 17 Jahren stand er in Amsterdam zum ersten Mal auf der Bühne. 1924 drehte er seinen ersten Film, „Cirque Hollandais“. Seine große Karriere begann 1935 in Berlin. Er wurde mit Filmen wie „Der Bettelstudent“ (1936) an der Seite von Marika Rökk, „Karneval der Liebe“ (1942) und als Graf Danilo in Franz Lehárs Operette „Die lustige Witwe“ – seine Paraderolle, die er mehr als 1.600 Mal spielte. „Heut' gehen wir ins Maxim“ wurde zu seiner Erkennungsmelodie.

Am Dienstag (27. Dezember) und Freitag (30. Dezember) sendet das Erste jeweils um 10.25 Uhr den Spielfilm „Bel Ami, der Frauenheld von Paris“ (1955) und Géza von Bolvárys Verfilmung der berühmten Johann-Strauß-Operette „Die Fledermaus“ aus dem Jahr 1945. ARD-Programmdirektor Volker Herres sagte: „Als Entertainer mit unwiderstehlichem Charisma wird er den Menschen im Gedächtnis bleiben.“

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