Gerichtstermin

Bushido erscheint nicht zum Prozess in Berlin

Rapper Bushido hat an diesem Dienstag in Berlin einen Gerichtstermin wegen Beleidigung. Er soll einen Mitarbeiter des Ordnungsamtes als "Idioten" beschimpft haben. Persönlich wird der 33-Jährige allerdings nicht erscheinen.

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Rapper Bushido soll in Berlin einen Mitarbeiter des Ordnungsamtes als „Idioten“ beschimpft haben. Nun kommt der Streit um ein Knöllchen vom Oktober 2010 vor ein Berliner Amtsgericht. Der umstrittene und vielfach ausgezeichnete Star der Rapperszene muss nicht persönlich zum Prozess erscheinen.

Bushido soll sich nach Justizangaben wegen einer Verkehrssünde mit dem Mann vom Ordnungsamt gezofft haben. Es ging demnach um 15 Euro, die der Künstler zahlen sollte. Der Ordnungshüter fühlte sich beleidigt und erstattete Anzeige. Ein Gericht erließ einen Strafbefehl in Höhe von 21.000 Euro. Bushido legte Widerspruch ein.

Bushido meldet sich krank

Der Fall kam schon im Juni vor Gericht. Der Prozess platzte. Bushido, der als einer der erfolgreichsten Rapper Deutschlands gilt, hatte sich den Angaben zufolge krank gemeldet. Der Musiker stand schon einmal wegen Beleidigung vor Gericht. Im Jahr 2009 hatte er einen Polizisten beschimpft und dafür 10.500 Euro Geldstrafe gezahlt.

Vorigen Monat wurde Bushido der Bambi-Medienpreis verliehen . Die Ehrung löste einigen Wirbel aus. Volkssänger Heino gab die goldene Trophäe, mit der er 1990 geehrt wurde, aus Protest zurück.

Bushido bekam Schallplatten in Gold und eine Auszeichnung in Platin für das Soloalbum „Von der Skyline zum Bordstein zurück“. Eine Biografie über ihn kletterte im Jahr 2008 auf Platz 1 der „Spiegel“-Bestsellerliste. Kritiker werfen dem 33-Jährigen vor, mit menschenverachtenden Texten Karriere gemacht zu haben.

Bushido-Prozess ohne Bushido

Die Richterin hat den 33-jährigen Star der Rapperszene vom Erscheinen befreit. Grundsätzlich muss jeder Angeklagte persönlich zu seinem Strafprozess antreten. Es gibt Ausnahmen. Bushido hatte sich gegen einen Strafbefehl gewehrt. Wenn das Gericht in solchen Fällen auf Anwesenheit verzichtet, kann ein Anwalt die Interessen wahrnehmen.

Richter können auch ohne Angeklagte verhandeln, wenn sie unentschuldigt fehlen und bereits vernommen wurden. In einem laufenden Verfahren mit mehreren Beschuldigten können einzelne Angeklagte vom Prozess befreit werden, wenn die sie betreffenden Vorwürfe zeitweise nicht im Mittelpunkt stehen.

Nach der Strafprozessordnung kann auch auf Anwesenheit verzichtet werden, wenn Freiheitsstrafen bis zu sechs Monaten oder Geldstrafen bis zu 180 Tagessätzen in Betracht kommen. Diese Variante eines Abwesenheitsverfahrens ist nach Angaben von Gerichtssprecher Tobias Kaehne „in Berlin in der Praxis nicht relevant“.