Tabaluga-Projekt

Peter Maffay beendet Arbeit mit Bushido

Peter Maffay hat die Zusammenarbeit mit dem Berliner Rapper Bushido beendet. Dabei hatte er noch vor Kurzem bei der Bambi-Verleihung die Laudatio auf seinen Kollegen gehalten und ihm die Auszeichnung überreicht.

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Peter Maffay will nicht mehr mit den Skandalrappern Sido und Bushido zusammenarbeiten. „Die Entwicklung der letzten Tage, die Positionierung und die Argumentation von Bushido und Sido in der Öffentlichkeit zwingt mich, aus dem gemeinsamen Projekt 'Erwachsen sein' auszusteigen“, ließ Maffay über sein Management in Grünwald bei München mitteilen. „Dies bin ich mir selbst, meinen Freunden, meinen Partnern und Fans schuldig.“

Am 10. November 2011 hatte Maffay Bushido in Wiesbaden den umstrittenen Bambi für Integration überreicht.

Bushido habe sich zwar „von diskriminierenden, Gewalt verherrlichenden Inhalten distanziert“, schrieb Maffay. Die Songs und Videos seien aber noch immer im Umlauf. „Er hat bisher die Konsequenz vermissen lassen, diese vom Markt zu nehmen.“ Außerdem fehle eine Zusage, in Zukunft auf „Veröffentlichungen dieser Art“ zu verzichten. „Damit entfällt für mich die Grundlage unserer Zusammenarbeit. Trotzdem wünsche ich Bushido und Sido für die Zukunft alles Gute.“ Von Bushidos Management gab es dazu zunächst keine Stellungnahme.

Maffay hat mit Sido und Bushido für deren gemeinsames Album „23“ den Tabaluga-Song „Ich wollte nie erwachsen sein“ aufgenommen. Bei der umstrittenen Verleihung des Bambis für Integration an Bushido Mitte November hatte Maffay noch die Laudatio auf seinen jüngeren Kollegen gehalten und ihn später gegen massive Kritik verteidigt. „Bushido hat sich ganz klar von seinen Aussagen von vor zehn Jahren distanziert. Er hat sich schon lange öffentlich zu seinen Fehlern bekannt“, schrieb er einen Tag nach der Verleihung in einer Mitteilung.

In der vergangenen Woche war Maffay gemeinsam mit Sido und Bushido in der ZDF-Talkshow von Markus Lanz zu Gast. Dabei lieferten sich die beiden Rapper einen Schlagabtausch mit Lanz und anderen Gästen.

Der Geschäftsführer der Grünen im Bundestag, Volker Beck, forderte den Burda-Verlag auf, den an Bushido verliehenen Bambi zurückzunehmen. Der Verlag sei es der Öffentlichkeit schuldig, die Konsequenzen aus Bushidos fortgesetztem „Spielen mit dem Feuer der Diskriminierung und der Gewalt“ zu ziehen, heißt es es in einem am Freitag veröffentlichten Schreiben Becks an den Verlag. Bushido äußere sich weiterhin eindeutig herabwürdigend und beleidigend. Das habe mit preiswürdiger Integration nichts zu tun, schreibt Beck.