Nach Festnahme

Nacktfoto-Hacker drohen bis zu 121 Jahre Haft

Er hackte die Accounts von Stars wie Scarlett Johansson und veröffentlichte die Nacktfotos der Promis anschließend im Internet. Im Falle einer Verurteilung drohen dem jetzt festgenommenen Hacker Christopher C. bis zu 121 Jahre Haft.

Nach Hackerangriffen auf Stars wie Christina Aguilera und Scarlett Johansson hat die US-Bundespolizei FBI einen Verdächtigen festgenommen. Wie die Polizei am Mittwoch mitteilte, wurde der mutmaßliche Täter Christopher C. nach elfmonatigen Ermittlungen in Jacksonville im Bundesstaat Florida gefasst

Durch die Hackerangriffe auf Computer und Smartphones von mehr als 50 Opfern aus der Unterhaltungsindustrie waren unter anderem Nacktfotos der Schauspielerin Scarlett Johannson im Internet aufgetaucht. Die Schauspielerin soll die gestohlenen Fotos selbst geschossen haben.

Von Popstar Christina Aguilera erschienen ebenfalls gewagte Bilder im Netz. Fotos der Schauspielerin Mila Kunis zeigten diese in der Badewanne. Das FBI listete weitere prominente Opfer des Hackers auf, allerdings nur mit deren Initialen. Die betroffenen Prominenten äußerten sich zunächst nicht zu der Festnahme.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft sammelte C. auch Informationen über die Finanzen der Hollywoodstars sowie Drehbücher und hörte Gespräche ab, von denen die Opfer dachten, sie seien privat. C. habe sämtliche empfangenen und verschickten E-Mails der gehackten Accounts lesen können. Fotos und Informationen bot er anschließend Klatschportalen an.

Den Recherchen des FBI zufolge hatte C. ein ausgefeiltes Vorgehen, um die Postfächer zu hacken. Zunächst nutze er öffentlich zugängliche Informationen, um das Passwort seiner Opfer zu erraten. Danach habe er den Account nach Fotos und verschiedenen Informationen und Daten durchsucht. Um den E-Mail-Account zu kontrollieren, habe er die Einstellungen verändert und E-Mails an eine andere Adresse weitergeleitet. Nachdem er ein Postfach durchsucht habe, sei er in den Adressbüchern der Prominenten auf die Suche nach neuen Opfern gegangen. C.s Festnahme ist das Ergebnis einer monatelangen Fahndungsaktion, genannt „Operation Hackerazzi“.

Der 35-Jährige wurde von einem Gericht in Florida gegen eine Kaution von 10.000 Dollar bis Freitag vorläufig auf freien Fuß gesetzt. Die Kaution gilt unter der Bedingung, dass er „keinen Zugang zu Computern oder anderen Geräten mit Internetanschluss“ hat. C. soll voraussichtlich in Los Angeles vor Gericht gestellt werden. Dort muss er sich in 26 Anklagepunkten verantworten, darunter Abhören, Identitätsdiebstahl und der unerlaubte Zugang zu Computern. Im Fall einer Verurteilung drohen dem 35-Jährigen bis zu 121 Jahre Haft. Zum Vergleich: Dem norwegischen Attentäter Anders Behring Breivik droht für den Mord an 76 Menschen am 22. Juli 2011 in Utoya und Oslo gerade einmal eine Höchststrafe von 21 Jahren.