Demo gegen Pipeline

Daryl Hannah vor Weißem Haus festgenommen

| Lesedauer: 3 Minuten
Nina Schröder

Foto: REUTERS

Schauspielerin Daryl Hannah hat mal wieder demonstriert. Dieses Mal setzte sie sich genau vor die Haustür von US-Präsident Barack Obama und protestierte vor dem Weißen Haus gegen den Bau einer Öl-Pipeline

Schauspielerin Daryl Hannah (50) macht eigentlich den Eindruck, als könne sie keiner Fliege etwas zu Leide tun. Auf dem roten Teppich zeigt sie sich oft zurückhaltend, lächelt dabei jedoch immer smart und zugleich ein bisschen geheimnisvoll in die Kameras. Doch hinter der schüchternen Fassade der amerikanischen Aktrice aus Chicago verbirgt sich ein durchaus starkes Ich. Die Super-Blondine hat nämlich sehr wohl ein stures Köpfchen, vor allem wenn es darum geht, sich für die Umwelt einzusetzen.

Dass Daryl dabei noch nicht mal mehr vor höherer Staatsgewalt zurückweicht, hat sie erst am vergangenen Dienstag in Washington D.C. wieder bewiesen. Hannah hatte es sich gemeinsam mit vielen anderen Umweltaktivisten unmittelbar vor dem Weißen Haus gemütlich gemacht und eine Sitz-Demo ins Leben gerufen. Der Grund: Die USA planen eine Ölleitung vom kanadischen Alberta bis zur US-Golfküste zu verlegen. Dabei wären mindestens sechs US-Bundesstaaten von dem Bau einer so genannten Keystone XL Pipeline betroffen. Eine Entscheidung über das Projekt soll bis Ende des Jahres fallen.

Nach Informationen des Fernsehsenders „NBC“ sagte die Schauspielerin dazu: „Wir sind heute hier, um Nein zur Sklaverei, Nein zu Teer, zu Sand und zu Öl und Nein zur Keystone XL Pipeline zu sagen. Wir wollen endlich frei und nicht mehr von fossilen Brennstoffen abhängig sein müssen. Ich kann nur hoffen, dass Barack Obama sich nicht mit den ganzen Öl-Lobbyisten zusammentut.“ Und dann fügte sie noch hinzu: „Manchmal ist es notwendig, seine eigene Freiheit zu opfern, um größere Freiheit zu erlangen. Und haben eindeutig genug vom Tod und von der Zerstörung aufgrund der fossilen Brennstoffe. Wir wollen eine saubere Lösung für die Zukunft.“

Kurze Zeit später wurde der Star aus “Kill Bill” dann von der Polizei in Gewahrsam genommen. Allerdings ließ sich die Schönheit nicht ohne Widerstand festnehmen. Bevor die Beamten der prominenten Demonstrantin Handschellen anlegen konnten, weigerte sie sich zunächst, ihren Sitzplatz vor dem Weißen Haus zu verlassen. Schließlich gab der Männerschwarm, der zu der öffentlichen Aktion in einem braunen Blazer, Jeans und einer weißen Bluse erschienen war, nach und ließ sich abführen. Sichtlich stolz auf das bisschen Aufmerksamkeit, das sie gemeinsam mit ihren Gleichgesinnten erreichen konnte, räumte Hannah lächelnd den Ort des Geschehens.

Es war übrigens nicht das erste Mal, dass die damalige Freundin von John F. Kennedy jr. (†38) festgenommen wurde. Hannah wurde zwar primär bekannt als Schauspielerin und schaffte in den Achtzigern ihren großen Durchbruch mit ihrer Rolle als Meerjungfrau in dem Streifen „Splash – Eine Jungfrau am Haken“, in den vergangenen Jahren nutzte die Darstellerin jedoch vor allem ihre Berühmtheit, um sich als Umweltaktivistin einzusetzen. So ließ sie sich im Jahr 2006 im Süden von Los Angeles für drei Wochen an einen Walnussbaum ketten, um gegen die Zwangsvertreibung der Farmer zu protestieren. 2008 ging sie an Bord der Steve Irwin, um gemeinsam mit der Crew der Organisation „Sea Shepherd“ den Japanern während ihrer Walfangaktivitäten in der Antarktis in die Quere zu kommen. Ein halbes Jahr später, im Juni 2009, machte Hannah dann erneut Schlagzeilen, als sie gemeinsam mit 30 weiteren Personen in West Virginia gegen ein Kohlebergwerk demonstrierte, das dabei war, eine Bergkuppe zu sprengen.

Neueste Panorama Videos

Neueste Panorama Videos