Gewalt in Birmingham

Randalierer zerstören Restaurant von Jamie Oliver

In der vierten Gewaltnacht in England haben sich die Krawalle erneut ausgeweitet. Ein prominentes Opfer der Übergriffe ist Starkoch Jamie Oliver. Sein Restaurant im Zentrum Birminghams wurde teilweise zerstört.

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Zentrum der Gewalt war in der Nacht zum Dienstag die nordwestenglische Metropole Manchester.

Video: Reuters
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Die schweren Krawalle in Großbritannien machen auch vor dem Eigentum Prominenter nicht Halt. In der vierten Nacht in Folge brannten auf der Insel abermals Autos und Häuser, Geschäfte wurden geplündert und Fensterscheiben eingeschmissen. Unter den Leidtragenden des Vandalismus befindet sich auch der britische Starkoch Jamie Oliver.

Eines seiner Restaurants wurde von umherziehenden Randaliern verwüstet. Über Twitter ließ Oliver verlauten: „Traurigerweise wurde mein Restaurant in Birmingham zerstört, alle Fenster sind eingeschlagen. Das ganze Gebiet ist gesperrt, ich kann nicht öffnen. Angestellte und Gäste sind alle wohlauf. Gott sei Dank!“ Das Restaurant “Jamie's Italian” liegt mitten in einem Einkaufszentrum von Birmingham, das in der Krawallnacht zum Ausgangspunkt der Randalierer wurde.

Andere Twitter-User schienen nicht viel Mitleid mit dem TV-Koch zu haben. So monierte ein User, Oliver habe im Gegensatz zu ärmeren Betroffenen mit Sicherheit eine Versicherung für das betroffene Restaurant. Oliver konterte promt: „Das ist nicht Punkt. (…) Die Versicherung ist gesetzlich festgelegt. Und ob groß oder klein, jedes Restaurant hat 120 Beschäftigte, die Rechnungen zu bezahlen haben.“

Jamie Oliver hatte sich im Vorfeld kritisch zu den Gewaltexzessen in London und dem Rest Englands geäußert. Auf Twitter schrieb er: „Ich bin traurig zu sehen, was in Großbritannien bei diesen Aufständen passiert! Die sind alle verrückt geworden! Es ist Zeit, unser Land zurück zu bekommen. Wir müssen diese Idioten echt zusammenstauchen!“ Möglicherweise riefen diese Äüßerungen die Krawallmacher auf den Plan.

In Birmingham starben am Rande der Proteste drei Männer , als sie an einer Tankstelle von einem Auto überfahren wurden. Zunächst war nicht klar, ob der Vorfall direkt mit den Krawallen in der Stadt zu tun hat. Die BBC berichtete unter Berufung auf Augenzeugen, die Männer hätten ihren Wohnblock vor den Randalierern schützen wollen. Birmingham war in der Nacht einer der Schwerpunkte der Krawalle. In der Region um die zweitgrößte britische Stadt wurden mehr als 100 Randalierer festgenommen.

Auch in anderen Städten wurden Dutzende Krawallmacher von der Polizei in Gewahrsam genommen. In Nottingham wurde eine Polizeiwache mit Brandsätzen angegriffen. In Liverpool wurden mehrere Löschzüge der Feuerwehr attackiert. In Manchester lieferten sich Hunderte Jugendliche Straßenschlachten mit der Polizei. Einer der Polizeichefs von Manchester sagte, die kriminellen Gruppen seien außergewöhnlich gewalttätig gewesen. Vereinzelt sei es zu Brandstiftungen gekommen.

In London blieb es nach drei Nächten der Gewalt weitgehend ruhig. In weiten Teilen waren kaum Passanten auf der Straße. Nach einer Aufstockung der Polizei um 10.000 Beamte patrouillierten Polizisten. Aus Angst vor erneuter Randale hatten viele Geschäfte schon am Nachmittag geschlossen und viele Firmen ihre Mitarbeiter früher nach Hause geschickt.