Psychiater

Nur Entmündigung hätte Winehouse retten können

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Der Göttinger Psychiater Borwin Bandelow ist überzeugt, nur eine Entmündigung hätte Amy Winehouse helfen können. Die Sängerin habe offenbar an einer Borderline-Persönlichkeitsstörung gelitten.

Soulsängerin Amy Winehouse hätte aus Sicht des Psychiaters Borwin Bandelow – wenn überhaupt – nur eine Entmündigung helfen können. „In unserer Klinik haben wir täglich mit Menschen zu tun, die sich so kaputtmachen, dass wir sie gegen ihren Willen einsperren müssen“, sagte Bandelow der „Süddeutschen Zeitung“. Auch Winehouses Vater habe ja bis zuletzt versucht, sie zu entmündigen. „Bei Stars ist das allerdings schwierig, weil sie von ihrem vielen Geld Anwälte bezahlen können, die sie vor einer Entmündigung schützen.“

Von der Nachricht ihres Todes sei er nicht überrascht gewesen, sagte der Professor für Psychiatrie und Psychotherapie an der Universität Göttingen und geschäftsführende Oberarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie. Winehouse habe offenbar an einer Borderline-Persönlichkeitsstörung gelitten. Die „hartnäckige Drogen- und Alkoholabhängigkeit, die Magersucht und die Selbstverletzungen, die sie immer wieder hatte“ – diese drei Symptome tauchten gemeinsam nur bei Borderlinern auf.

Bandelow hält die Theorie für falsch, dass es immer der Ruhm sei, der Musiker und andere Künstler zugrunde richte. „Viele Künstler bekommen nicht deshalb Probleme, weil sie erfolgreich sind, sondern sie werden erfolgreich, weil sie ein Problem haben“, glaubt Bandelow, der vor einigen Jahren ein Buch mit dem Titel „Celebrities. Vom schwierigen Glück, berühmt zu sein“ geschrieben hat. Auch bei Amy Winehouse seien schon in der Jugend Symptome einer Borderline-Störung aufgetreten: So sei sie mit 14 Jahren von der Schule geflogen, in der nächsten habe sie wieder Ärger gemacht. Zudem habe sie schon früh angefangen, Drogen zu nehmen.

Winehouse war am Samstag tot in ihrer Wohnung in London aufgefunden worden. Die Todesursache ist auch nach der Obduktion unklar. Ihre Leiche wurde am Dienstag auf dem Londoner Edgwarebury Cemetery eingeäschert und beigesetzt. „Amy war die beste Tochter und Freundin, die man haben konnte“, sagte ihr Vater Mitch Winehouse in seiner Trauerrede. In der Nacht vor ihrem Tod habe seine Tochter Schlagzeug gespielt und gesungen. „Zu wissen, dass sie nicht deprimiert war, dass sie glücklich gestorben ist, macht es uns allen leichter.“

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