Maxfield-Pleite

Ex-Bankenvorstand gesteht Korruption in Pooth-Affäre

Geständnis in der Maxfield-Affäre: Der wegen Untreue und Vorteilsnahme angeklagte Ex-Bank-Vorstand räumte die Anschuldigungen ein. Ein Vorteil für Franjo Pooth.

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In einem Prozess im Rahmen der Affäre um Verona Pooths Ehemann Franjo hat ein 52-jähriger Ex-Vorstand der Düsseldorfer Sparkasse vor dem Düsseldorfer Landgericht ein umfassendes Geständnis abgelegt. Das Gericht hatte ihm im Gegenzug eine Bewährungsstrafe zwischen einem und eineinhalb Jahren Gefängnis in Aussicht gestellt.

Der Banker ersparte Pooth damit einen weiteren Auftritt vor Gericht. Er war im Zuge der Affäre von der Sparkasse fristlos gefeuert worden und ist nun wegen Vorteilsannahme und Untreue angeklagt.

Er habe eine Luxus-TV-Anlage bei Pooths Firma Maxfield bestellt und einen Geschäftsführer unter Druck gesetzt, um sie nicht bezahlen zu müssen, ließ er seinen Verteidiger erklären. Außerdem habe er die Kreditlinie für Pooths hoch verschuldete Firma überzogen und damit der Sparkasse einen Schaden von fast 400.000 Euro verursacht.

Der Bank-Manager hatte entgegen internen Sparkassen-Beschlüssen einen weiteren Kredit in Höhe von 900.000 Euro bewilligt, obwohl Maxfield bei dem Institut bereits mit 8,5 Millionen Euro in der Kreide stand.

Er habe das dazu notwendige Votum eines weiteren Vorstands nicht eingeholt und bewusst gegen die internen Vorgaben verstoßen. Fahnder hatten bei einer Durchsuchung der Villa des Bank-Managers die Designer-TV-Anlage zwar nicht mehr vorgefunden, aber immerhin deren Bedienungsanleitung.

Die zehnte große Strafkammer will nun auf Pooth als Zeugen verzichten und nur noch den Insolvenzverwalter und einen Gutachter zur damaligen wirtschaftlichen Situation des Unternehmens anhören.

Franjo Pooth (41) war vor drei Jahren mit seinem Elektronik-Gerätehandel Maxfield spektakulär in die Pleite geschlittert. Vor zwei Jahren war er per Strafbefehl unter anderem wegen Bestechung zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt worden.

Maxfield hatte der Sparkasse insgesamt 9,3 Millionen Euro Kreditausfälle beschert. In einem Vergleich soll Pooth inzwischen gut 800.000 Euro gezahlt haben. Im Gegenzug wurde ihm die restliche Summe erlassen. Die Sparkasse soll nach der Pleite mit Pooth somit mehr als acht Millionen Euro abgeschrieben haben. Außerdem musste sie einigen der im Zuge der Affäre gefeuerten Bank-Manager, darunter auch der damalige Sparkassen-Chef Heinz-Martin Humme, Millionenabfindungen zahlen.

Bereits seit dem 23. Februar beschäftigt sich das Düsseldorfer Landgericht auch in einem Zivilprozess mit dem 52-jährigen Bank-Manager. Die Stadtsparkasse Düsseldorf will von ihm mehr als eine halbe Million Euro Schadenersatz für die Kreditausfälle.