Kanada-Besuch

William und Kate werden in Quebec beschimpft

Nach bisher überaus herzlichen Empfängen sind Prinz William und seine Frau Kate am dritten Tag ihres Besuchs in Kanada von Demonstranten beschimpft worden. Die Sprüche ließen an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig.

Nach einem begeisterten Empfang in der kanadischen Hauptstadt Ottawa ist dem britischen Prinzen William und seiner Ehefrau Catherine in der französischsprachigen Provinz Québec Ablehnung entgegengeschlagen. In Montréal warteten am Samstag einige Dutzend Monarchiegegner auf das Paar, als es zu einem Besuch am Kinderkrankenhaus Sainte-Justine eintraf. Die Demonstranten riefen Parolen wie „Nieder mit der Monarchie“, „Parasiten geht nach Hause“ und „Französisches Québec“, einige donnerten mit Hämmern auf Metall-Eimer. Außerdem hieß es „Euer Wohlstand basiert auf dem Blut unserer Vorfahren“. Der königliche Besuch aus Großbritannien sei ein Symbol für die Dominanz des Englischen über Quebec, sagte die Anwältin Antoine Pich (30).

In dem ohrenbetäubendem Lärm waren die anwesenden Fans, die „Wir lieben Dich, Kate“ riefen, nicht zu hören. Das Paar stieg rasch aus dem Auto und eilte zum Eingang des Krankenhauses.

Die Demonstration war von einer Gruppe organisiert worden, die sich für die Verteidigung der französischen Sprache in Nordamerika einsetzt. Ihr Vorsitzender Mario Beaulieu nannte die Monarchie „altmodisch, antidemokratisch und sexistisch“ und beklagte die „Assimilierung“ der Frankophonen in Kanada.

Der Herzog und die Herzogin von Cambridge waren am Donnerstag zu einem neuntägigen Besuch in Kanada eingetroffen, ihrer ersten offiziellen Auslandsreise. In Ottawa wurden sie immer wieder von jubelnden Menschenmengen begrüßt. Zum Abschluss des Besuchs in der Hauptstadt traf das Paar im kanadischen Kriegsmuseum Veteranen. Zuvor pflanzten William und Catherine, die erst am 29. April 2011 geheiratet hatten, im Garten des kanadischen Generalgouverneurs einen Baum als Symbol ihrer Liebe. Begleitet vom Applaus der Umstehenden schaufelten die 29-Jährigen ein Loch in die Erde und setzten eine kanadische Hemlocktanne ein.

Vor einem Baum, der zu Ehren von Williams 1997 verstorbener Mutter Diana gepflanzt wurde, hielten William und Kate einen Moment inne. Im Garten von Rideau Hall, der Residenz des Vertreters der britischen Königin in dem Commonwealth-Staat, werden seit dem Jahr 1907 als Erinnerung an Staatsbesuche Bäume gepflanzt.