ARD-Moderatorin

Monica Lierhaus, das "Kronjuwel" der "Sportschau"

Monica Lierhaus galt als Moderatorin, die ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht hatte. Vor der Kamera duzte sie grundsätzlich niemanden.

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Der Auftritt der ehemaligen Sportschau-Moderatorin machte die Preisverleihung in Berlin fast zur Nebensache.

Video: Reuters
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Als „Kronjuwel“ bezeichnete Günter Netzer die ARD-Sportmoderatorin Monica Lierhaus bei der Verleihung der Goldenen Kamera. Kurz nach der bewegenden Laudatio des Fußball-Kommentators betrat die 40-Jährige unter ungläubigem Staunen des Publikums und vor rund vier Millionen TV-Zuschauern die Bühne, um einen Ehrenpreis entgegenzunehmen. Nach zwei Jahren präsentierte sich Lierhaus erstmals der Öffentlichkeit: Sichtlich gezeichnet von einer schweren Krankheit, sagte sie mit Mühe, aber kämpferisch: „Da bin ich!“

Am 6. Januar 2009 war Lierhaus zuletzt im Fernsehen zu sehen gewesen. Damals hatte sie die Vierschanzentournee moderiert, eine Woche später informierte die ARD über eine schwere Erkrankung der Moderatorin, die nach einer Operation im künstlichen Koma lag. Erschüttert reagierte die Öffentlichkeit, erfüllte die sportliche Moderatorin doch stets das Idealbild einer jungen, gesunden und fitten Frau.

Eloquent, mit Esprit und professionell moderierte die Hamburgerin im Ersten die „Sportschau“, interviewte Bundestrainer nach Länderspielen, berichtete von den Olympischen Spielen, der Tour de France. Anerkennung hatte sie sich zuvor bereits als Fußball-Moderatorin bei der Sat.1-Fußballsendung „ran“ und beim Pay-TV-Sender Premiere erworben, wo sie die Bundesliga-Zusammenfassungen präsentierte und dem an ihrer Seite sitzenden Kommentator Franz Beckenbauer selten Grund zum Widerspruch gab.

Die Leidenschaft für Fußball wurde früh gelegt. Zusammen mit ihrem Vater, einem Hamburger Anwalt, feuerte sie ihren Bruder an, wenn der bei Concordia Hamburg gegen den Ball trat. Als aktive Sportlerin entschied sie sich, ebenso wie ihre Schwester, für den Tennisschläger und erwarb die F-Lizenz als Tennistrainerin.

Eine Frau der „Sportschau“

Mit 33 Jahren kam Lierhaus 2004 als ins Moderationsteam der ARD-„Sportschau“. Sie wünschte sich, dass der Rummel um diese Neuerung schnell verfliegen möge. Dennoch war sich Lierhaus ihrer Wirkung und ihres Aussehens stets bewusst, sie freute sich darüber, in Umfragen regelmäßig zu den attraktivsten TV-Frauen gewählt zu werden. „Wenn man nicht nur auf Äußerlichkeiten reduziert wird, ist das okay“, sagte sie einmal.

Viel wichtiger war ihr die journalistische Integrität. „Ich duze grundsätzlich niemanden vor der Kamera, auch keine Sportler, die ich privat kenne“, sagte Lierhaus nach ihrem Einstieg bei der „Sportschau“. Im Interesse der Zuschauer müsse stets eine gewisse Distanz gewahrt werden.

Bewusste Entscheidung für die Karriere

Die Entscheidung, der Karriere den Vorzug vor der Familie zu geben, war eine bewusste. Lierhaus gab unumwunden zu, ihren Job samt wochenlanger Reisen nicht mit Kindern vereinbaren zu können. Die Leidenschaft für den Job zahlte sich aus. Als Sat.1 vor gut zwei Jahren an einer Rückkehr der Rothaarigen interessiert gewesen sein soll, verlängerte die ARD ihren Vertrag mit einem jährlichen Salär von angeblich mehr als 800.000 Euro.

„Ich stehe auf der Sonnenseite“, sagte Lierhaus, die dafür „extrem dankbar“ war. Über die vor zwei Jahren begonnene Schattenseite half ihr der Fernsehproduzent Rolf Hellgardt hinweg, mit dem sie seit zwölf Jahren liiert ist. 2005 sagte Lierhaus der „Bunten“, dass sie mit ihrem Lebensgefährten „alt werden“, ihn aber nicht heiraten wolle. Bei der Verleihung der Goldenen Kamera am Samstag bezeichnete sie Hellgardt, der sie auf die Bühne begleitet und gestützt hatte, als ihren Helden – ehe sie ihre alten Vorsätze über Bord warf und ihm einen Heiratsantrag machte.

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