Sex-Video

Zeuge im Fischer-Prozess will nicht aussagen

Die Befragung eines wichtigen Zeugen im Prozess um den Streit zwischen Ottfried Fischer und einem Ex-"Bild"-Redakteur ist gescheitert.

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Erst erscheint er wochenlang nicht, dann verweigert er die Aussage: Im Prozess um ein Sex-Video von Ottfried Fischer kam es auch nicht zu der lange erwarteten Zeugenaussage des Mannes, der den kompromittierenden Film an die "Bild“-Zeitung vermittelt hatte.

Der Chef einer Kreditkartenfirma war in erster Instanz verurteilt worden und sollte im Berufungsprozess vor dem Münchner Landgericht schon mehrfach als Zeuge aussagen. Er hatte sich wiederholt mit Krankheit entschuldigt und erklärte nun schriftlich, er wolle gar nicht mehr aussagen. Er verwies darauf, dass in dem Zusammenhang auch gegen ihn noch ein Verfahren laufe.

Auch Fischer, der in dem Verfahren Nebenkläger ist, war bei dem Termin nicht anwesend. Der angeklagte Journalist soll Fischer („Der Bulle von Tölz“) mit dem Sex-Video zu einem Exklusiv-Interview genötigt haben. Er war in erster Instanz wegen Nötigung und Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch unbefugte Bildaufnahmen zu 14 400 Euro Geldstrafe verurteilt worden. Dagegen legten er und die Staatsanwaltschaft Rechtsmittel ein.

Fischer hatte zuletzt ausgesagt, er habe sich auf Interviews mit der „Bild“-Zeitung nur eingelassen, weil er wusste, dass dort das Sex-Video vorlag. Fischers ehemalige PR-Agentin hatte das Interview vermittelt, sprach vor Gericht jedoch nicht von Nötigung. Der Prozess geht am 17. Mai weiter.