Simone Rethel-Heesters

Johannes Heesters' Ehefrau entsetzt über Ausladung

Simone Rethel-Heesters hat ihrem Mann bisher verschwiegen, dass er nicht zum Staatsbesuch der niederländischen Königin Beatrix darf. Sie sieht ihn in Lebensgefahr.

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Die Ehefrau von Schauspieler und Sänger Johannes „Jopie“ Heesters, Simone Rethel-Heesters, hat entsetzt auf die Ausladung ihres 107-jährigen Mannes zum Staatsbankett zu Ehren der niederländischen Königin Beatrix am 12. April in Berlin reagiert. „Es war, als würde mir der Boden unter den Füßen weggerissen. Wie soll es dann erst für 'Jopie' sein?“, sagte Rethel-Heesters der Berliner Zeitung „B.Z.“. Sie habe es ihrem Mann nicht sagen können. „Es wäre für ihn lebensbedrohlich“, betonte sie.

Der Niederländer Heesters war zunächst zu dem Bankett eingeladen worden, das Bundespräsident Christian Wulff zu Ehren von Beatrix geben wird. Am Montag kam dann aber die Absage. Diese sei mit einer unerwartet hohen Anzahl an Zusagen und der sehr begrenzten Anzahl an Plätzen in Schloss Bellevue begründet worden, war bei Heesters Agentur zu erfahren.

Aus dem Präsidialamt hieß es dazu auf Anfrage: „Herr Heesters gehörte zu einem größeren deutsch-niederländischen Personenkreis, dem vom Protokollchef des Auswärtigen Amtes vor einer Woche abgesagt wurde. Die Einladungspraxis zu Staatsbanketten wird nicht kommentiert.“

Heesters hatte am 10. März auf seiner Webseite hocherfreut auf die Einladung reagiert: „Nach langen Jahren der offiziellen Ablehnung meiner Person durch Amtsvertreter meines Heimatlandes ist für mich ein großer Lebenswunsch im 107. Lebensjahr in Erfüllung gegangen“, schrieb er. Er freue sich außerordentlich, „dass neben den vielen holländischen Freunden, die mir seit Jahrzehnten die Treue halten, meine Königin und ihre Kinder mich mit meiner Frau Simone empfängt. In mir ist eine große Freude“, hieß es weiter.

Heesters ist wegen seiner Vergangenheit als Unterhaltungsstar während des Nationalsozialismus in seiner Heimat nach wie vor umstritten. Adolf Hitler hatte ihn als seinen Lieblings-Danilo in der Operette „Die lustige Witwe“ gepriesen. Ein Traum ging für Heesters in Erfüllung, als er 2008 erstmals nach 44 Jahren wieder in seiner niederländischen Geburtsstadt Amersfoort auftreten konnte und - neben Protesten vor dem Theater – im Saal gefeiert wurde.