Ex-Sportmoderatorin

Monica Lierhaus trainiert das Laufen im Liegen

Nach schwerer Krankheit kämpft sich Monica Lierhaus ins Leben zurück. In einem Interview spricht sie über Ängste, Schmerzen und den Wunsch, ein besonderes Mofa zu fahren.

Foto: Quirin Leppert / Quirin Leppert/HÖRZU

Ihr erstes Wort war „Lucy“. Das Bild der Dalmatinerhündin, der Monica Lierhaus diesen Namen gegeben hatte, hing an der Wand des Krankenzimmers im Hamburger Universitätsklinikum, als die Moderatorin im Mai 2009 aus dem Koma erwachte. „Sagen Sie mal, wie heißt noch mal ihr Hund“, fragte der Arzt die Moderatorin, die damals noch einen Luftröhrenschnitt hatte. Mit dem Wort „Lucy“ war die Hemmschwelle gebrochen, wieder zu sprechen.

Diese Szene beschreiben Monica Lierhaus und ihr Verlobter Rolf Hellgradt in der Zeitschrift „Hörzu“. Im ersten Interview nach dem TV-Auftritt bei der "Goldenen Kamera" sagt die Sport-Journalistin, die nach einer Operation vor zwei Jahren für fast vier Monate in ein künstliches Koma versetzt werden musste: „Ich will zurück ins Leben“.

Der Weg dorthin ist mühsam. Das Gehen beispielsweise trainiere sie im Liegen. „Der Therapieansatz geht davon aus, dass alle Bewegungsimpulse vom Gehirn aus gesteuert werden“, sagte sie über ihre aktuelle Therapie im Schwarzwald-Kurort Bad Dürrheim. Zuhause in Hamburg bekomme sie außerdem Ergotherapie, Physiotherapie und Sprachtherapie. Mehrmals täglich trainiere sie in einem Rehazentrum, das nur fünf Minuten von ihrem Haus entfernt liege. „Sechs Kilo habe ich durch Sport schon wieder abgenommen." Und ergänzt: "Ich esse doch so gern Süßigkeiten.“

Ihre Erkrankung hat Lierhaus längst noch nicht überstanden: „Es könnte noch besser sein mit meiner Gesundheit. Ich wünsche mir, dass ich besser laufen könnte und dass die Stimme besser wird“, verrät sie. „Ein gelungener Tag ist, wenn ich keine Rückenschmerzen habe – die kommen wahrscheinlich von der Fehlhaltung beim Gehen.“

Ob es etwas gäbe, das sie durch ihr Schicksal gewonnen habe? „Nein, das wüsste ich jetzt nicht.“

Mit Blick auf ihr umstrittenes Honorar als künftige Botschafterin der ARD-Fernsehlotterie betont Monica Lierhaus, dass es ihr nicht um das Geld gehe. „Mir geht es vielmehr darum, wieder eine Aufgabe zu haben.“ Weitere Pläne für die Zeit nach dem Auslaufen des vorerst einjährigen Vertrags mit dem Sender gebe es nicht. Aber private: Sie wolle das Länderspiel Deutschland gegen Brasilien in Stuttgart sehen. Und St. Pauli gegen Bayern in Hamburg. Außerdem möchte sie wieder Golf spielen. Und ein Mofa mit drei Rädern fahren.

„Ehrgeiz verspüre ich kaum. Aber eine tiefe Motivation“, sagt die 40-Jährige und erzählt, dass sie viel Unterstützung von ihrem Verlobten Rolf Hellgardt (42) und von Freunden und Kollegen erhält. Moderator Johannes B. Kerner, mit dem Lierhaus einst kurzzeitig liiert war, zum Beispiel rufe sie öfter an. Kontakt habe sie auch zu Nationaltrainer Jogi Löw.

Eine positive Prognose für eine vollständige Genesung wollen die Ärzte Monica Lierhaus noch nicht geben: „Die halten sich vornehm zurück.“ Aber: „Ich war nie ein ängstlicher Mensch und bin es auch heute nicht. Ich habe keine Angst“, sagt sie.

Ein bisschen vielleicht doch. Eine Gruppentherapie wolle sie nämlich nicht machen. „Ich möchte nicht angestarrt werden, weil ich bekannt bin.“

Das ganze Interview mit Monica Lierhaus können Sie in der Zeitschrift "Hörzu" lesen (erscheint am 1. April).