Zur Person

"Ich bin ein Workaholic"

Der Schauspieler August Zirner hat viel zu tun. Seine wiederentdeckte Liebe zur Querflöte führte zum Programm "Diagnose Jazz".

Foto: Amin Akhtar

Keinem Geringeren als Friedrich dem Großen verdankt August Zirner seinen Aufenthalt auf der Bühne der „Bar jeder Vernunft“. Nur durch ihn hat der Schauspieler seine Liebe zur Querflöte wiederentdeckt und an den vergangenen sechs Abenden mit dem Programm „Diagnose: Jazz“ ganz offen ausgelebt.

„Als Kind wollte ich immer Rockstar werden, ich wollte eine hellblaue Stratocaster“, erinnert sich der 55-Jährige, der als Sohn österreichischer Emigranten in den USA geboren wurde und sein musikalisches Talent von seinem Vater, einem Opernschulleiter, geerbt hat. Eine Gitarre gab es damals aber nicht: „Ich bekam eine Yamaha Querflöte, auf der ich Jethro Tull rauf und runter spielte, nachdem ich die Band entdeckt hatte.“ Nach dem Tod seines Vaters organisierte die Mutter ihrem 14-jährigen Sohn Unterrichtsstunden bei Jim McNeely, damals 21 Jahre jung und heute längst eine Jazz-Koryphäe. Vor Kurzem trafen sich die beiden Männer wieder. „Ich habe mich beschwert über die vielen Skalen, die ich früher immer üben musste“, erzählt Zirner, der nach dem anstrengenden Grundlagenunterricht sein Instrument jahrelang nicht mehr anrührte, sondern sich auf die Schauspielerei konzentrierte – bis er 2003 die Rolle des Großen Friedrich bekam und sich über die Querflöte dem musikalischen Monarchen näherte. Inzwischen übt August Zirner wieder täglich, hat sogar ein Album aufgenommen. Die Schauspielerei vergisst er trotzdem nicht. Am Montag steht er eine Woche lang mit Christiane Hörbiger in Wien vor der Kamera, danach geht es in Bochum am Theater weiter. „Ich bin ein Workaholic, ich habe wahnsinnig viel Freude an der Arbeit“, sagt der Künstler, der in Prien am Chiemsee lebt und zur Entspannung nicht Fernsehen, sondern Vogelhäuschen guckt. Direkt vor seinem Fenster stehen drei hölzerne Futterstellen. „Die haben eine eigene Gesetzmäßigkeit. Erst kommen die Winterdrosseln, dann die Bergfinken, dann Spatzen und Schwalben. Und dann pickt der Specht alles weg.“ Auch ins Kino geht der Schauspieler gern. Am liebsten nachts und nur in englischsprachige Filme in Originalversion: „Ich bin Amerikaner, ich hasse die deutsche Synchronisation.“ Sandra Basan

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