Comeback

Matthias Reim veröffentlicht Biografie und tourt

Aus einem 13 Millionen Euro Schuldenberg hat sich Sänger Matthias Reim zurück ins Leben gearbeitet. Nachzulesen sind die Hochs und Tiefs seines Lebens jetzt in der Biografie "Verdammt, ich leb' noch!" - und auf Tour geht er auch.

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Das neue Album „Sieben Leben“ ist bereits ein Charterfolg, am 12. Februar geht der 53-Jährige auf Deutschland-Tour und an diesem Montag kommt seine Autobiografie auf den Markt. Weshalb braucht die Welt auch noch ein Buch von Matthias Reim? „Ich bin ja einer von denen, der wirklich eine aufregende Geschichte hinter sich hat“, sagt der gebürtige Nordhesse. „Das ist nicht nur blabla. Ich hab's ja vom Schicksal hoch wie tief ganz, ganz Dicke gekriegt.“ Heute mit sich „total im Reinen“, einer Finca auf Mallorca und Ehefrau Nummer drei Sarah, blickt Reim zurück auf die turbulenten letzten 20 Jahre: „Von ,Verdammt, ich lieb dich' ins Tal des Todes und wieder zurück.“

Drei Daten sind die Karriere-Eckpunkte. 25. November 1989: Das war nicht nur Reims 32. Geburtstag, es war auch der Tag, an dem er „Verdammt, ich lieb' dich“ schrieb. Zufällig und im Brass, weil ein von ihm komponiertes Bernhard-Brink-Album beim Plattenlabel durchfiel: 20 Minuten brauchte er für den Text, 60 für die Musik. Herauskam der „größte deutsprachige Song des Jahrzehnts“ (Reim), eine Million Singles wurden verkauft, zweieinhalb Millionen „Reim“-Alben. Das Teenie-Magazin „Bravo“ bot ihn als Starschnitt an, und es gab rührende Homestorys aus Florida mit seiner damaligen Frau Mago.

14. September 2001: Das war der Tag, als er realisierte, dass er 22 Millionen Mark Schulden hat. Damals war er noch mit Kollegin Michelle zusammen und urlaubte in Kanada. Er hatte seinem früheren Manager und besten Freund vertraut, in Immobilien im Osten investiert und zig Firmen gegründet, sogar eine Wurstbude. Dumm und gutgläubig war er, wie er sagt. Peinlich ist ihm das heute. Es blieb nur die Privatinsolvenz.

26. Juni 2010: Das war der Tag, als das Insolvenzverfahren mit einem Vergleich beendet wurde. Sein Bruder Christoph, erfolgreicher Banker, half ihm. Er finanzierte ihm auch die Finca auf Mallorca.

Und was wird die Zukunft bringen? Seine fünf Kinder von vier Frauen habe er alle noch um sich, „und mit den Müttern meiner Kinder komme ich auch einigermaßen cool klar“. Ans Karriereende verschwendet der faltig gewordene Sunnyboy mit „immer noch Teenager-Mentalität“, der gern alle duzt, keine Gedanken. Ein Vorbild: der 76-jährige Udo Jürgens. Gerade habe er die Memoiren von Stones-Gitarrist Keith Richards gelesen: „Das Älterwerden im traditionellen Sinne findet bei uns Musikern ja nicht statt, wir bleiben ewige Kindsköpfe.“