ADAC-Ball

Frauen in schönen Roben - und weniger Männer

Der ADAC hat im Hotel Maritim in Berlin wieder zum Ball geladen. Viele Prominente Paare kamen - aber auch so manche Frau alleine. Die Damen hofften dennoch auf ein großes Tanzvergnügen.

Schöne Frauen, schöne Kleider. Aber wo waren die schönen Begleiter? Zum 85. ADAC-Ball ins Hotel Maritim an der Stauffenbergstraße kommen am Samstagabend viele bekannte Gesichter aus der Film- und Fernsehbranche: Aber alle solo. Moderatorin Barbara Schöneberger erklärt das so: „Ich bin ohne Mann hier, aber dafür mit weiblichen Zivi.“ Damit meint die dralle Blondine ihre Assistentin. „Tanzen werde ich aber trotzdem.“

Wie gut, dass sie am Tisch von ADAC-Chef Walter Müller sitzt. „Ich habe zwar nie einen Tanzkursus besucht, aber ich verlasse mich darauf, dass er führen kann“, sagt die Moderatorin. Ehefrau Gabriele Müller nimmt’s gelassen. Schließlich hat die Schöneberger schon einen Mann zu Hause – und das Ehepaar Müller tanzt den Eröffnungswalzer. Schöneberger glitzert mal wieder wie eine Weihnachtskugel: „Ich kaufe alle meine Kleider selbst. Deshalb greife ich manchmal auf meine Bühnenoutfits zurück“, entschuldigt sie ihre Garderobe. Die trägt sie normalerweise bei ihrem Varietéabend.

Die beiden Schauspielerinnen Gesine Cukrowski und Natalia Wörner, ebenfalls beide ohne männliche Begleitung, haben etwas schlichtere Roben gewählt. Trotzdem macht sich Natalia Wörner, die ein Kleid von Boss trägt, Sorgen um ihr Aussehen: „Wirkt meine Oberweite nicht etwas zu klein?“ Nein, keine Sorge. Das trägerlose Modell sitzt. Ebenso wie die neue Frisur von Gesine Cukrowski: „Ich mag mich mit kürzeren Haaren. Das passt gut zu meinem privaten Look: Jeans, T-Shirt und Boots.“ Weniger stilsicher zeigt sich Milka Loff Fernandes, die aussieht wie die böse Königin in einem Märchen. Blöd nur, dass ihr hochgeschlossenes Schwarzes durchsichtig ist. Ein BH wäre da ratsam gewesen. Auf die Tanzfläche will sie nicht: „Ich bin nicht zum Tanzen da, ich will Leute gucken.“ Mit mehr Stoff am Körper, aber nicht passender kommt Moderatorin Enie van de Meiklokjes.

Mit einer Traumrobe stürzt sich Schauspielerin Wolke Hegenbarth auf die Tanzfläche. Auch sie hat ihren Mann zu Hause gelassen und ihre beste Freundin mitgebracht, hofft aber, aufgefordert zu werden: „Es ist die Aufgabe des Mannes, die Frau beim Tanzen gut aussehen zu lassen.“ Da macht es nichts, dass sie nie einen Tanzkursus besucht hat. Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck schon: „Ich tanze auf keinen Fall gut, aber gerne.“ Seine Frau Jeanette, die vom ADAC einen Spendenscheck in Höhe von 25.000 Euro zugunsten von „Familien in Not“ entgegennimmt, wünsche sich dennoch, dass er noch mehr tanzt. „Ihr zuliebe gebe ich mir gern Mühe“, sagt Platzeck.

Ihre liebe Mühe, allerdings in ganz anderer Hinsicht, hat Moderatorin Nazan Eckes. Irgendwie sind die Gäste zum Auftakt des Ballabends nicht so recht in Stimmung zu bringen: „Geht es Ihnen gut? Schmeckt Ihnen der Wein“, fragt sie gut gelaunt in den Saal. Wer weiß, vielleicht trinkt man noch Wasser. Lachen oder applaudieren tut keiner. Sie nimmt’s sportlich: „Das werde ich noch ändern.“ Marie Bäumer trägt ein überraschend kurzes, aber immerhin rotes Kleid des israelischen Designers Willow. „Ich hatte gar nicht vor, auf den Ball zu kommen. Ich war eben noch auf der Fashion Week.“ Immerhin passt die Schauspielerin wunderbar hierher: „Der ADAC hat mir schon zweimal das Leben gerettet.“ Das ist vielleicht etwas übertrieben: So habe sie mal ihren Autoschlüssel nach zweistündiger Suche mithilfe des ADAC wiedergefunden. Der ADAC, dein Freund und Helfer.