Royale Hochzeit

Kates Konfirmation löst Kontroversen aus

Ist es Opportunismus, ehrlich empfundene Gottesliebe oder künftiger Rollenzwang? Eine Woche vor der königlichen Hochzeit von Kate Middleton und Prinz William sorgt die Konfirmation der Braut für Wirbel.

Kate Middleton (29), Royal in spe, hat mit ihrer Konfirmation widersprüchliche Reaktionen ausgelöst. Die britische Kommentatorin Rowan Pelling nahm die Prinzenbraut in einem Artikel in der Tageszeitung „Daily Telegraph" vor dem Vorwurf in Schutz, die Prinzenbraut habe sich nicht aus Glaubensgründen konfirmieren lassen, sondern wegen ihrer baldigen Position als Gattin des künftigen Oberhaupts der Kirche von England. Zwar seien ihre Familienmitglieder keine regelmäßigen Kirchgänger; doch eine späte Konfirmation lasse nicht zwangsläufig auf Opportunismus schließen.

„Für mich ist es Teil des Erwachsenwerdens, Verantwortung für den eigenen Glauben – oder seines Fehlens – zu übernehmen und eine Entscheidung zu treffen“, so die provokante Publizistin Pelling. Sie könne „Leute nicht ausstehen, die sich als 'sehr spirituell' bezeichnen und einem dann über ihre Experimente mit Buddhismus, Islam, Yoga, Räucherstäbchen, Kristallen, Tantra, Wicca und dem Monster unter ihrem Bett erzählen“.

Der Journalist Alexander Chancellor kritisierte in der Tageszeitung „The Guardian“, Kate Middleton hätte sich schon früher konfirmieren können, falls es ihr wirklich ernst wäre mit ihrem Glauben. Ihr Zukünftiger, Prinz William, habe schließlich auch schon mit 14 Jahren seine Konfirmation abgelegt. Allerdings finde er nichts Schlechtes an einem solchen wechselhaften Verhältnis zur Kirche. Die Kirche von England habe sich seit jeher wegen der Offenheit zu gläubigen und ungläubigen Bürgern ausgezeichnet, die nur einen „institutionalisierten Ruheplatz“ suchten.

Die „wahren Kosten“ von Kate Middletons Konfirmation sieht Chancellor in einer offensichtlichen Unterordnung eigener Einstellungen unter den Druck ihrer neuen gesellschaftlichen Stellung. „Kates Konfirmation ist auch ein Zeichen dafür, wie eine künftige Königin ihr wahres Wesen einem künstlichen unterwerfen muss“, so der Kommentator: „Ich beneide sie nicht.“