RTL-Dschungelcamp

Peter Bond und die RTL-Lizenz zum Blamieren

Peter Bond machte bei seiner ersten Dschungelprüfung wirklich keine gute Figur. Trotz seines sportlichen Partners, Michael Meziani holte der Ex-Glücksradler gerade mal einen Stern für das RTL-Dschungelcamp. Auch "Mausi" Lugner und Ingrid von Bergen stellten sich bei der Schatzsuche wenig geschickt an.

Ein echter Bond hätte wohl deutlich eleganter ausgesehen. Dabei klang die Prüfung, zu der die Zuschauer den Glücksrad-Peter verpflichtet hatten, fast wie der Titel eines Agentenfilms: „Alles Gute kommt von oben“. Bond selbst durfte sich für die Prüfung einen Komplizen mitnehmen, er entschied sich für Soapstar Michael. Dicke Muskeln, nettes Lächeln – mit diesem Mann an der Seite schien er doch jeder Aufgabe gewachsen zu sein. Wäre da nicht das eigene Geschick, das ihm dann standhaft den Dienst verweigerte.

Die Aufgabe: Peter Bond rutscht auf einem Seil über eine Schlucht, Michael folgt ihm unauffällig ein paar Meter weiter unten, ebenfalls an ein Seil geklammert. Während Bond von oben rote Fähnchen lösen soll, hat sein Komparse die Aufgabe, diese zu fangen – doch so weit kommt es gar nicht erst. „Scheiße, das Ding geht nicht ab!“, flucht Peter schon beim ersten Fähnchen wenig gentleman-like und rupft ungeschickt an dem Stück Stoff herum. „Das funktioniert wie beim Strippen“, versucht Michael von unten zu assistieren, „einfach den Kettverschluss aufreißen.“

Doch vergeblich: Hinge James und nicht Peter an der Leine, dann würde er jetzt mit dem kleinen Finger die zehn Fähnchen lösen, sich mit den Zähnen am Seil zurück hangeln und an der Dschungelbar lässig einen Martini bestellen. Sein deutscher Namenspate dagegen zappelt wie ein Maikäfer auf der Leine, fällt runter, jammert über schmerzende Weichteile und bringt am Ende nur ein einziges Fähnchen zurück an Land.


Eine wirklich schwache Leistung. Dass die beiden Kerle ihre Schmach dann auch noch auf ihre verletzte Männlichkeit abschieben, macht sie nur erbärmlicher: „Ein Bondgirl wäre pfiffig gewesen, die hätte wenigstens nicht das Eierproblem gehabt“, vermutet Zielow. Wahrscheinlich hätte ein Mädchen sich auch deutlich cleverer angestellt.


Zurück im Camp müssen sich die beiden Prüflinge erst einmal rechtfertigen: „Das war eine extrem körperlich anstrengende Nummer“, beginnt Peter und alles nickt verständnisvoll. „Das war ne richtige Bond-Nummer.“ Zustimmendes Nicken „So wahnsinnig brutal schwer – ums kurz zu machen: wir haben nur einen Stern.“ Entsetzen. Wofür hat man denn einen Bond im Camp, wenn er dann so versagt? Immerhin darf er direkt noch einmal ran. Dann heißt es aber: „Kein Weg zurück.“

Auch die Schatzsuche bringt nichts

Doch auch Mausi und Ingrid stellen sich an diesem Tag nicht so richtig agentenmäßig an: „Ich habe absolut kein Navigationsgerät in mir“, bekennt Mausi, als die beiden mit ihrer Schatzkarte durch den Dschungel irren. Und es kommt noch schlimmer:

Denn die Aufgabe der beiden ist es, am See eine Leitung zu bauen. Optimistisch geht Ingrid ans Werk: Diese Leitung wird stehen, verkündet sie: „und wenn ich’s mit Spucke zusammenbaue.“ Doch schon bald ist die Euphorie der Ernüchterung gewichen: „Man muss auch mal verlieren können“, räumt die Campälteste ein, dann schließlich: „Das macht überhaupt keinen Sinn.“

Dabei ist es eigentlich erstaunlich, dass Mausi und Ingrid schon wieder so vereint ans Werk gehen. Hatte es doch in der Nacht zuvor deutliche Unstimmigkeiten zwischen der Österreicherin und mehreren Campbewohnern gegeben. Der Anlass: „Scherze über die intellektuellen Fähigkeiten unseres Nachbarvolkes“, wie Mausi es ausdrücken würde, anders gesagt: Fiese Ösi-Witze am Lagerfeuer. „Was hat einen IQ und steht an der deutsch-österreichischen Grenze? 180 Österreicher.“ „Eine Blondine geht von Deutschland nach Österreich, was passiert? Auf beiden Seiten der Grenze steigt der IQ.“

Mausi kann solch einen Humor allerdings überhaupt nichts abgewinnen. „Es sind sarkastische und denunzierende Witze gegen meine Nationalität gemacht worden“, predigt sie am nächsten Morgen und wird gleich ganz pathetisch: „Ich bin die einzige Österreicherin und stolz darauf. Wir sollten hier keine ausländerfeindlichen Witze reißen. Es gibt auf der Welt genug Unruhen, wenigstens wir könnten uns in Frieden die Hände reichen...“

Danke Mausi, was für ein kluger Vorschlag. Doch dazu, liebe Dschungelaufseher, eine Bitte: Gebt Giulia Siegel ihr nötiges Nikotin! Die Kippentauschbörse im Camp zu stoppen, könnte nun auch das letzte bisschen Frieden im Urwald zerstören: „Ich komm damit nicht auf meinen Nikotinspiegel und ich steh eh schon unter Stress“, hatte Giulia nach der Rationierung angekündigt.

Ist das nicht Warnung genug? Eine noch hysterischere Schlagerstartochter im Dschungel und die gesamte Truppe bucht den sofortigen Rückflug. Es sei denn, Giulia dreht wieder so durch, wie bei ihrer letzten Prüfung. Dann könnte sie sich neben Mausi auf einen Baumstamm setzen und wieder zu summen anfangen: „Ein bisschen Frieden...“