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Störung im Mobilfunk bei O2 ist "weitgehend behoben"

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Foto: Jens Büttner / dpa

Die Störungen im O2-Mobilfunknetz sind fast vollständig behoben. In vielen Teilen Deutschlands war der Notruf nicht zu erreichen.

Berlin. Die Störungen im Mobilfunknetz von O2 sind nach Angaben des Unternehmens fast vollständig behoben. Am Abend sagte ein Sprecher, die Techniker hätten das Netz stabilisiert und die Verfügbarkeit bis auf wenige Nacharbeiten wiederhergestellt. Die Behörden hatten in vielen Teilen Deutschlands gestern Nachmittag Hinweise bekommen, dass der Notruf nicht zu erreichen sei.

In Nordrhein-Westfalen, Berlin, Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Bremen, Hamburg und Baden-Württemberg meldeten die Behörden Probleme im Netz von O2. In Hamburg gaben die Lagezentren amtliche Gefahrenmitteilungen heraus, dass es bei den Notrufnummern 110 und 112 zu Beeinträchtigungen gekommen sei.

Mobilfunkanbieter O2: Probleme im ganzen Bundesgebiet

Im Landkreis Düren in NRW konnte das Lagezentrum Mobilfunkausfälle bestätigen, die den Angaben von Freitagmorgen zufolge aber kurz vor Mitternacht aufgehoben waren. Einen Notrufausfall habe es den Tag über nicht gegeben, sagte ein Sprecher der Landesleitstelle der Polizei. Die Leitungen seien zu keiner Zeit gestört gewesen.

Bereits am späten Donnerstagabend war die Störung in Bremen behoben worden. Zuvor hatte es nicht nur in Niedersachsen und Bremen, sondern vielerorts in Deutschland Störungen im Mobilfunknetz von O2 gegeben. Auf Anfrage unserer Redaktion sagte O2, Grund für die Störung sei eine Störung an einem sogenannten Voice-Server, der die Telefonate übermittelt.

Probleme im Telefonnetz: Entwarnung am späteren Abend

Warum es in Hamburg und Bremen zu besonders starken Einschränkungen bei der Erreichbarkeit der Notrufnummern kam, war zunächst nicht ganz klar. Ein O2-Sprecher teilte der dpa mit, dass Kundinnen und Kunden wegen der Einschränkungen der Telefonie teilweise den Notruf nicht anwählen konnten. „Andere Zusammenhänge im Hinblick auf die Erreichbarkeit von Notrufen können wir aktuell nicht bestätigen.“ Später gab es in Hamburg aber Entwarnung.

Auch in Berlin gab es am Abend Entwarnungen über die Warnsysteme Katwarn und Nina. Für den Raum Berlin seien keine Störungen mehr bekannt, hieß es. Zuvor hatte die Berliner Feuerwehr verstärkt Hinweise bekommen, dass der Notruf 112 nicht anwählbar sei. Aufseiten der Feuerwehr habe der Notruf aber funktioniert, sagte ein Sprecher auf Anfrage. Wenn man nicht durchkomme, liege das am eigenen Telefonnetz.

Auch in Bremen wurde am späten Abend eine Entwarnung vermeldet. Die Beeinträchtigungen seien weitgehend behoben worden, teilte das Lagezentrum mit. In anderen Bundesländern waren Störungen zunächst nicht bekannt geworden. Die Deutsche Telekom stellte klar, dass ihr Netz störungsfrei funktioniere.

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"Ein Großteil der Telefonate kann über andere Server übermittelt werden", schreibt das Unternehmen. Es werde bereits mit Hochdruck daran gearbeitet, dass Problem zu lösen. "Wir bedauern die Unannehmlichkeiten und bitten um etwas Geduld." Einen Zeitpunkt, wann genau mit einer Lösung der aktuellen Störung zu rechnen sei, liefert das Unternehmen nicht.

Störung im Netz: Kunden haben Anspruch auf Entschädigung

Zu Störungen bei den großen deutschen Mobilfunkanbietern kommt es immer wieder. Meist sind die Ausfälle nach ein paar Stunden wieder behoben. Wenn es länger dauert, hat der Kunde aber gegebenenfalls Anspruch auf eine Enschädigung.

So heißt es auf der Webseite der Bundesnetzagentur: "Verbraucherinnen und Verbraucher können eine gesetzliche Ausfall-Entschädigung von ihrem Anbieter verlangen, wenn der Anbieter die Störung nicht innerhalb von zwei Kalendertagen nach Eingang der Störungsmeldung beseitigen kann."

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Am späteren Abend hieß es seitens des Unternehmens, dass die Störung nahezu vollständig behoben sei, Maßnahmen der Techniker hätten die Netze stabilisiert. "Unsere Kundinnen und Kunden können bis auf wenige Ausnahmen wieder vollumfänglich telefonieren", hieß es in einer Mitteilung.

Die Deutsche Telekom meldete keine Störungen. Ein Vodafone-Sprecher sagte, im eigenen Netz gebe es nur leichte Einschränkungen bei der LTE-Telefonie. Diese seien aber unproblematisch für Kunden, weil deren Anrufe dann über das GSM(2G)-Netz gesteuert werden. (les/dpa)

Dieser Artikel erschien zuerst auf morgenpost.de.