Ost-Java

Massenpanik in Indonesien: Behörden korrigieren Opferzahl

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Fußballfans stürmen das Spielfeld im Kanjuruhan-Stadion nach dem Spiel zwischen Arema FC und Persebaya FC.

Fußballfans stürmen das Spielfeld im Kanjuruhan-Stadion nach dem Spiel zwischen Arema FC und Persebaya FC.

Foto: Yudha Prabowo/AP/dpa

Die indonesischen Behörden haben die Zahl der Todesopfer bei der Massenpanik am Sonntag korrigiert. Demnach starben 125 Menschen.

Malang. 
  • Bei einer Massenpanik in einem Fußballstadion in Indonesien sind mindestens 125 Menschen getötet worden
  • Zunächst war die Opferzahl mit knapp 130 angegeben worden
  • Später hatten die Behörden von 174 Toten gesprochen
  • Die Polizei hatte bei Ausschreitungen nach einem Erstliga-Spiel Tränengas eingesetzt

Nach Ausschreitungen im Anschluss an ein Fußballspiel in der indonesischen Provinz Ost-Java sind am Sonntag (Ortszeit) mindestens 125 Menschen ums Leben gekommen. Dies teilten die Behörden mit. Zunächst hatte es geheißen, mindestens 129 Menschen seien getötet worden. Anschließend hatten die Behörden von 174 Toten gesprochen. Die Polizei habe Tränengas eingesetzt, um die randalierenden Fans zu zerstreuen, sagte der Polizeichef der Provinz, Nico Afinta, am Sonntag bei einer improvisierten Pressekonferenz.

34 Menschen seien auf dem Spielfeld des Kanjuruhan-Stadions gestorben, alle weiteren in Krankenhäusern, sagte Afinta laut dem Radiosender Elshinta und dem Sender tvOne weiter. Zur Ursache für die Ausschreitungen machte er zunächst keine Angaben. Nach dem Erstliga-Spiel zwischen Arema FC und Persebaya FC und eine 2:3-Niederlage hatten Tausende Fans den Platz gestürmt.

Indonesien: Schwere Ausschreitungen nach Fußballspiel – noch immer 180 Menschen in Krankenhäusern

Auf Fotos, die auf der Seite von tvOne veröffentlicht wurden, ist unter anderem ein völlig zerstörtes Auto im Stadion zu sehen. Weitere Bilder zeigen den Platzsturm sowie Rauchschwaden auf dem Platz und auf den Tribünen. Unter den Toten seien auch zwei Mitglieder der Polizei gewesen, sagte Provinzpolizeichef Afinta. Die meisten Menschen seien an Sauerstoffmangel gestorben. Noch rund 180 Menschen sind nach seinen Angaben in Kliniken. Bei den Ausschreitungen wurden überdies 13 Fahrzeuge beschädigt, darunter zehn der Polizei.

Die betroffenen beiden Fußballklubs sprachen den Angehörigen der Opfer ihr Beileid aus. "Das Management von Arema FC ist auch für den Umgang mit den Opfern verantwortlich, sowohl für die Toten als auch die Verletzten", sagte Vereinschef Abdul Haris. Ein Krisenzentrum und eine Opferinformationsstelle würden eingerichtet. Man sei bereit, eine Entschädigung an die Familien der Opfer zu zahlen.

Massenpanik in Indonesien: Präsident fordert gründliche Untersuchung

Der indonesische Präsident Joko Widodo forderte in einer Ansprache eine "gründliche" Untersuchung. Zudem ordnete er nach eigenen Angaben an, dass der Spielbetrieb in der ersten Liga bis zu einer Auswertung der Untersuchungen und Verbesserungen durch den indonesischen Verband PSSI gestoppt werde. Widodo sprach den Opfern sein Beileid aus.

Der Verein Arema erhielt die Auflage, bis zum Ende der Saison keine Heimspiele mehr auszutragen. Der Verband PSSI setzte außerdem ein Ermittlungsteam ein, um die Hintergründe der Ausschreitungen aufzuklären und die Polizei bei der Aufklärung zu unterstützen. (fmg/dpa)

Dieser Artikel erschien zuerst auf morgenpost.de.