Rheinland-Pfalz

Tod im Freizeitpark - 57-Jährige stürzt aus Achterbahn

| Lesedauer: 3 Minuten
Von Eva Krafczyk, dpa
Ein Schild in der Nähe des Eingangs weist auf Ein- und Ausgang des Wild-und Freizeitparks hin. Dort ist eine Frau aus dem Saarland auf einer Achterbahn tödlich verunglückt.

Ein Schild in der Nähe des Eingangs weist auf Ein- und Ausgang des Wild-und Freizeitparks hin. Dort ist eine Frau aus dem Saarland auf einer Achterbahn tödlich verunglückt.

Foto: Harald Tittel/dpa

Sommer, Sonne, Ferienstimmung - und dann der große Schock im Freizeitpark Klotten in Rheinland-Pfalz: Eine Frau stürzt aus der Achterbahn und stirbt. Die Ursachen sind noch völlig unklar.

Klotten. «Am Sonntag 7.8. bleibt der Klotti Park geschlossen!», heißt es lapidar auf der Internetseite des Freizeitparks in Klotten an der Mosel.

Nichts lässt das Drama erahnen, das sich am Nachmittag, etwa eineinhalb Stunden vor der Schließung des Parks an diesem Sommer- und Ferienwochenende zugetragen hat: Eine 57 Jahre alte Frau aus dem Saarland fiel aus der fahrenden Achterbahn und erlitt tödliche Verletzungen. Wiederbelebungsversuche waren ohne Erfolg. Ein Rettungshubschrauber und der Rettungsdienst waren ebenso vor Ort wie die Freiwillige Feuerwehr, doch niemand konnte mehr etwas für die Frau aus dem saarländischen St. Wendel tun.

Die Polizei kann am Abend wenig mehr als den Zeitpunkt des Unfalls und das Alter der Toten nennen. «Die Untersuchungen laufen noch», sagt ein Polizist aus Cochem. Die Staatsanwaltschaft sei, wie stets bei solchen Unfällen, eingeschaltet worden. Aber noch stehen alle Untersuchungen ganz am Anfang: Handelte es sich um einen technischen Defekt, war Fahrlässigkeit oder tödlicher Leichtsinn im Spiel? Lag eine natürliche Todesursache wie etwa ein Herzinfarkt vor? «Um das festzustellen, könnte eine Obduktion angeordnet werden», mutmaßt der Polizist - aber das werde eine Entscheidung der Staatsanwaltschaft sein.

Achterbahn bis zu 60 Stundenkilometer schnell

Als «heiße Fahrt» bewirbt der Freizeitpark auf seiner Webseite und auf Youtube die 532 Meter lange Achterbahn mit einer Höhe von 17,5 Metern. Auf einem Video ist zu sehen, dass das Auf und Ab der Achterbahn teilweise durch eine Art künstliche Schlucht führt. Von den höheren Positionen der Bahn fällt der Blick hingegen auf die umliegenden Höhenzüge.

Die Fahrt sei «nichts für Angsthasen», wird dort versichert. «Kurvenreich, maximales Gefälle und bis zu 60 Stundenkilometer schnell, da kann schon mal der Atem stocken und das Herz den angestammten Platz verlassen. Aber alles wird gut: Wer die 550 Meter Strecke gemeistert hat, den kann zumindest an diesem Tag nichts mehr schocken.»

Für einen Schock dürfte bei den anwesenden Besuchern hingegen der tödliche Sturz der Frau gesorgt haben. Die Polizei kann am Abend nicht sagen, wie voll der Park zum Zeitpunkt des Vorfalls war oder wie viele Menschen unmittelbare Zeugen des Sturzes waren.

Der Park wurde 1970 als Wildpark auf den Moselhöhen bei Klotten eröffnet, wie es auf der Webseite heißt. Seit den 90ern wurde er mit neuen Attraktionen zu einem Freizeit- und Familienpark ausgebaut. Die Achterbahn eröffnete demnach 2004.

Trotz aller Sicherheitsmaßnahmen und technischen Maßnahmen: Tödliche Unfälle mit Achterbahnen oder in Freizeitparks mögen selten sein, sorgen dann aber für besondere Aufmerksamkeit, wenn der Nervenkitzel tödlich ausgeht. Mitte Juli kam bei einem schweren Unfall in einer Achterbahn im dänischen Aarhus ein 14-Jähriges Mädchen ums Leben. Im September vergangenen Jahres stürzte eine Sechsjährige aus einer Achterbahn in einem Freizeitpark im US-Bundesstaat Colorado. Sie war nicht richtig angeschnallt. Und im Juni 2016 etwa wurden bei der Entgleisung einer Achterbahn in Schottland zehn Menschen verletzt.