Badegewässer

Gefährliche Bakterien: Hier sollten Sie lieber nicht baden

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Fünf schöne Seen in Österreich

Fünf schöne Seen in Österreich

Bergpanorama und glasklares türkises Wasser. Das sind fünf wunderschöne Seen in Österreich.

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Laut EU-Umweltagentur EEA kann man in fast alle Badegewässer in Deutschland bedenkenlos springen. Doch einige sind weniger sauber.

Berlin. Sommerzeit ist Badezeit. Um sich von den heißen Temperaturen abzukühlen, zieht es derzeit viele Menschen ans Meer und an natürlich Seen. Doch wie sauber sind die eigentlich? Die Antwort liefert der aktuelle Jahresbericht der Europäischen Umweltagentur (EEA) über die Qualität der Badegewässer in Europa. Für ihre Auswertung analysierte die Behörde Proben von fast 22.000 Seen, Flüsse und Küstengewässer. Die Daten stammen aus 2021.

Demnach bieten die Badegewässer in Deutschland weiterhin überwiegend hervorragende Wasserbedingungen. Rund 90 Prozent der rund 2300 untersuchten Badestellen weisen eine exzellente Qualität auf. Damit liegt Deutschland im Ländervergleich wie auch im letzten Jahr im oberen Mittelfeld. 168 Badegewässer stuft die Behörde als gut respektive ausreichend ein. Auch interessant: Wo das Corona den Sommerurlaub gefährdet

Schlechte Wasserqualität: Krankheiten drohen

Nur 14 Badestellen bekamen nach -Vorgaben eine mangelhafte Note attestiert, da sich dort bedenkliche Bakterien im Wasser befanden – im Vorjahr waren es elf gewesen. Badelustige sollten diese Gewässer lieber meiden. Denn schluckt man verunreinigtes Wasser, kann dies unter anderem zu Magenproblemen und Durchfall führen.

Zu den mangelhaften Badestellen in Deutschland zählen drei Küstengewässer:

  • der Nordseestrand Wremen (Niedersachsen)
  • die Ostsee im Erholungsort Barth an der Glöwitzer Bucht (Mecklenburg-Vorpommern)
  • das Stettiner Haff auf Höhe der Ueckermünde (Mecklenburg-Vorpommern)

Folgende Binnengewässer gelten ebenfalls als mangelhaft:

  • eine Stelle an der Elbe bei Brokdorf (Schleswig-Holstein)
  • der Rühner See in Bützow (Mecklenburg-Vorpommern)
  • die Kleine Müritz (Mecklenburg-Vorpommern)
  • der Hinbergsee in Kargow (Mecklenburg-Vorpommern)
  • das Freibad Miersdorf in Zeuthen (Brandenburg)
  • die Spreelagune bei Lübben (Brandenburg)
  • der See Freigericht Ost in Kahl am Main (Bayern)
  • der Mainparksee in Mainaschaff im Landkreis Aschaffenburg (Bayern)
  • eine Stelle des Gruentensee am Camping Platz International in Wertach (Bayern)
  • der See Holzmühleweiher in Vogt (Baden-Württemberg)
  • der Sunthauser See in Bad Dürrheim (Baden-Württemberg)

Qualität einzelner Badegewässer: Digitale Karte schafft Übersicht

Eine interaktive Web-Karte der EEA zeigt Verbraucherinnen und Verbraucher die Qualität aller untersuchten Badegewässer an. Links bestimmen Sie das Land, zum Beispiel „Germany“. Auf der rechten Seite stehen zusätzliche Informationen zum Qualitätsstatus zur Verfügung. Durch Scrollen zoomen Sie in die Karte hinein. Klicken Sie auf den Bildausschnitt, um ihn zu verziehen.

Farbliche Punkte markieren die untersuchten Wasserstellen. Die dunkel- und hellblauen Punkte stehen für eine exzellente beziehungsweise gute Wasserqualität. Ein grüner Punkt weist auf eine ausreichende Sauberkeit hin. Bei einem roten Punkt ist die Qualität mangelhaft.

Saubere Gewässer: Österreich ganz oben

Insgesamt stufte die EEA im Jahr 2021 rund 85 Prozent der europäischen Badegebiete als exzellent ein. An knapp 95 Prozent der Standorte wurden die EU-Mindeststandards für die Wasserqualität eingehalten. Im Jahr zuvor waren es nur rund 83 beziehungsweise 93 Prozent.

Die Spitzenpositionen belegten hierbei Österreich mit rund 98 Prozent an Badestellen mit exzellenter Wasserqualität, gefolgt von Malta, Griechenland und Kroatien. Die Schlusslichter waren Polen, die Slowakei und Ungarn.

Die in Kopenhagen ansässige EEA analysierte für den jährlich erscheinenden Bericht Daten zu 21.859 Badestellen in Europa. Mit dabei sind Gewässer in den 27 EU-Mitgliedstaaten, Albanien und der Schweiz. Für die Auswertung schaute die Behörde auf die Belastung der Gewässer mit Fäkalbakterien, nämlich intestinale Enterokokken und Escherichia coli.

Diese können beim Menschen zu Krankheiten führen können. Folglich richtet sich die Wasserqualität nach der nachgewiesenen Menge dieser Bakterien, die vor allem von Abwässern und aus der Landwirtschaft stammen. Für die als mangelhaft eingestuften Badestellen rät die EEA zu Badeverboten, Warnhinweisen oder anderen Maßnahmen.

Zahl der mangelhaften Badegewässer seit 2013 rückläufig

Den EEA-Angaben zufolge ging der Anteil der Badegewässer von schlechter Qualität seit 2013 zurück. Im Jahr 2021 machten schlechte Badegewässer lediglich 1,5 Prozent aller Badegewässer in der EU aus - im Jahr 2013 waren es noch 2 Prozent gewesen. Mit einer Bewertung der Verschmutzungsquellen und einer entsprechenden Umsetzung integrierter Maßnahmen zur Wasserbewirtschaftung könne zudem zu einer Verbesserung der Wasserqualität beitragen werden, wurde in dem Bericht betont. (lgr/dpa)

Dieser Artikel erschien zuerst auf morgenpost.de.