Die Zahl der Corona-Neuinfektionen nimmt wieder deutlich zu. Das RKI meldet einen Höchstwert bei der Inzidenz. Mehr Infos im Blog.

  • Auf seiner Israel-Reise ist Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst positiv getestet worden
  • Das RKI meldet am Montagmorgen erneut hohe Corona-Fallzahlen
  • Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf einen neuen Rekordwert
  • An den geplanten Lockerungen zum 20. März gibt es viel Kritik
  • Der ehemalige US-Präsident Barack Obama ist mit dem Coronavirus infiziert
  • Frankreich lockert die Corona-Beschränkungen im Land weitgehend
  • Dieses Newsblog ist geschlossen. Neuere Nachrichten zur Corona-Pandemie lesen Sie hier

Berlin. Die kurze Phase der Entspannung der Pandemie-Lage scheint endgültig vorbei: Wenige Tage vor dem Auslaufen der meisten Corona-Auflagen in Deutschland haben die Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) so viele Neuinfektionen gemeldet, dass die Inzidenz auf einen neuen Rekordwert gestiegen ist. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz stieg am Montag auf 1543,0. Vor einer Woche lag sie noch bei 1259,2.

Die Bundesregierung will die meisten Corona-Regeln dennoch am 20. März auslaufen lassen. Dann sollen nur noch sogenannte Basis-Schutzmaßnahmen gelten. Schärfere Einschränkungen können für Corona-Hotspots, also Regionen mit besonders vielen Infektionen, durch die Landesparlamente verhängt werden. Über Lockerungen am Arbeitsplatz sollen Arbeitgeber wohl selbst entscheiden. Wie es vor diesem Hintergrund um das Impfpflicht-Vorhaben der Ampel-Koalition steht, ist unklar. Die berufsbezogene Verpflichtung für die Beschäftigten in Medizin und Pflege tritt aber an diesem Mittwoch in Kraft.

Mehr dazu: Corona in Deutschland – Die aktuellen Zahlen des RKI im Überblick

Corona-News von Montag, 14. März: NRW-Ministerpräsident Wüst positiv getestet

17.15 Uhr: Am zweiten Tag seiner Israel-Reise ist Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst positiv auf das Coronavirus getestet worden. Nach zwei negativen PCR-Tests jeweils vor und nach der Einreise nach Israel erhielt der Ministerpräsident am Montagnachmittag ein positives PCR-Ergebnis, wie es aus Regierungskreisen hieß.

Hendrik Wüst (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, in der Düsseldorfer Staatskanzlei.
Hendrik Wüst (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, in der Düsseldorfer Staatskanzlei. © dpa

Ab Dienstag keine Maskenpflicht mehr in Moskau

16.47 Uhr: Russlands Hauptstadt Moskau hebt die Maskenpflicht wegen sinkender Corona-Zahlen auf. "Von diesem Dienstag an verzichten wir auf die Pflicht zum Tragen von Schutzmasken. Sie können ihre Masken abnehmen", schrieb Bürgermeister Sergej Sobjanin in seinem Blog. Dazu unterschrieb er einen entsprechenden Erlass. Damit sind Unternehmen auch nicht mehr verpflichtet, die Körpertemperatur von Beschäftigten zu messen und Trennwände an den Arbeitsplätzen aufzustellen.

In ganz Russland wurden nach Angaben der Regierung vom Montag 41.000 Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages registriert. Binnen 24 Stunden starben mehr als 500 Menschen mit oder an dem Virus. Weiterhin schleppend läuft die Impfkampagne im flächenmäßig größten Land der Erde. Demnach sind erst 57 Prozent der 146 Millionen Einwohner voll geimpft.

Bundestagspräsidentin Bärbel Bas mit Coronavirus infiziert

14.07 Uhr: Auch die Bundestagspräsidentin Bärbel Bas (SPD) hat sich nach eigenen Angaben mit dem Coronavirus infiziert. "Jetzt hat Corona auch mich erwischt. Trotz Symptomen geht es mir relativ gut", schreibt die SPD-Politikerin auf Twitter. Sie werden sich für die kommenden Tage in Isolation begeben und keine Termine wahrnehmen, so Bas.

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Griechischer Ministerpräsident Mitsotakis positiv getestet

13.30 Uhr: Der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis ist nach eigenen Angaben positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der 54-Jährige gab die Infektion am Montag nach einem Besuch in der Türkei bekannt, wo er am Sonntag mit Präsident Recep Tayyip Erdogan und dem orthodoxen Patriarchen Bartholomäus zusammengetroffen war.

"Der Schnelltest im Büro zeigte ein positives Ergebnis für Covid-19", hieß es in einer Instagram-Nachricht von Mitsotakis. Er werde sich isolieren und von zu Hause aus arbeiten.

Mitsotakis ist zweimal gegen das Coronavirus geimpft und geboostert. Er hielt sich am Sonntag in der Türkei auf, wo er von Erdogan zum Mittagessen in seiner Villa am Bosporus eingeladen wurde. Auf Bildern war zu sehen, wie die beiden Führungspolitiker ohne Masken beisammen standen, um den Blick auf den Bosporus zu genießen.

RKI meldet 12.000 weitere Impfungen

10.12 Uhr: In Deutschland sind am Sonntag etwa 12.000 Impfdosen gegen das Coronavirus verabreicht worden, davon 8000 Spritzen zur Auffrischung. Dies geht aus Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) von Montag hervor. Zum Vergleich: Der Spitzenwert an Impfungen binnen eines einzigen Tages lag Mitte Dezember bei 1,6 Millionen. Mittlerweile haben 63 Millionen Menschen (75,6 Prozent der Bevölkerung) einen Grundschutz gegen das Virus, für den in der Regel zwei Spritzen nötig sind. Mindestens 48,1 Millionen Menschen (57,8 Prozent) haben zusätzlich eine Auffrischungsimpfung.

Das RKI weist seit längerem darauf hin, dass die ausgewiesenen Zahlen als Mindestimpfquoten zu verstehen sind. Es geht davon aus, dass die tatsächliche Impfquote bis zu fünf Prozentpunkte höher liegt. Mit 19,6 Millionen Menschen ist fast ein Viertel der Bevölkerung (23,6 Prozent) auch mehr als zwei Jahre nach Beginn der Pandemie weiterhin ungeimpft. Darunter sind auch etwa vier Millionen Kinder unter vier Jahren, für die noch kein Impfstoff zugelassen ist.

Eine Mitarbeiterin eines Impfzentrums impft einen Mann gegen Corona.
Eine Mitarbeiterin eines Impfzentrums impft einen Mann gegen Corona. © dpa

FDP verteidigt geplantes Ende von Corona-Beschränkungen

9.20 Uhr: Der designierten FDP-Generalsekretär Bijan Djir-Sarai verteidigt das geplante Ende vieler Corona-Beschränkungen ab dem 20. März. "Wir kehren zur Normalität zurück", sagte Djir-Sarai der Düsseldorfer "Rheinischen Post". Gleichzeitig würden die Länder handlungsfähig bleiben, falls sich die Coronalage wieder drastisch verschärfen sollte. Angesichts der hohen Corona-Inzidenzen stoßen die Pläne auf Kritik.

Der designierte FDP-Generalsekretär sagte, er sehe in der geplanten Regelung eine "Kombination aus verantwortungsvollem Handeln und dem Ende der Freiheitseinschränkungen". Ab dem 20. März sollen nach Plänen von Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) und Justizminister Marco Buschmann (FDP) bundesweit nur noch grundlegende Regeln wie Maskenpflichten in Pflegeheimen, Kliniken, Bahnen und Flugzeugen gelten. Zudem soll eine Testpflicht in Heimen und Schulen bestehen bleiben.

Wirtschaft spürt Lockdown in chinesischer Metropole Shenzhen

9.14 Uhr: Einen Tag, nachdem die chinesischen Behörden wegen steigender Corona-Zahlen einen strikten Lockdown in der südchinesischen Metropole Shenzhen und weiteren Städten verhängt haben, sind die wirtschaftliche Folgen bereits zu spüren. Der große Apple-Zulieferer Foxconn stellte am Montag seinen Betrieb in Shenzhen ein, wie das Unternehmen mitteilte. Im angrenzenden Hongkong brachen die Börsenkurse ein, vor allem die Aktien großer Technologiekonzerne fielen.

In der Wirtschaftsmetropole Shenzhen, einer der größten Städte des Landes, hatten die Behörden eine einwöchige Ausgangssperre für alle 17 Millionen Einwohner verhängt. Die Bewohner müssten sich zudem drei Corona-Tests unterziehen, teilten die Behörden am Sonntag mit. Weitere kleinere Städte sowie Teile von Shanghai und der Großstadt Jilin im Nordosten Chinas wurden ebenfalls abgeriegelt.

Chinesische Mitarbeiter des Apple-Zulieferers Foxconn arbeiten im Lunghua-Werk.
Chinesische Mitarbeiter des Apple-Zulieferers Foxconn arbeiten im Lunghua-Werk. © dpa

Präsident der Bundesärztekammer: Lockerungen sind das falsche Signal

8.40 Uhr: Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, hält die geplanten Lockerungen der Corona-Maßnahmen für das falsche Signal. Er sei beunruhigt, da die Infektionszahlen in der letzten Woche wieder gestiegen seien, sagte er am Montag im "Deutschlandfunk". "Es ist insofern schwer verständlich, warum eine Maskenpflicht in bestimmten Einrichtungen sein soll, aber zum Beispiel im Einzelhandel, der Gastronomie nicht, während man im öffentlichen Nahverkehr eine Maske aufsetzen soll. Es ist nicht so richtig durchgängig."

Die meisten bundesweiten Corona-Auflagen sollen zum 20. März entfallen. "Das halte ich für falsch, dass das nicht mehr existiert und nicht mehr angewandt werden kann", sagte Reinhardt. "Ich finde es auch deshalb nicht richtig, weil wir ja sagen müssen, dass diese Zugangsregelungen und Beschränkungen ja auch ein bisschen dafür dienten, diejenigen, die sie bisher nicht haben impfen lassen, ein wenig milde darauf hinzuweisen, dass es vielleicht klug und gut wäre, das zu tun." Vor dem Hintergrund fände er es gut, wenn diese Regeln erhalten blieben.

Arbeitgeber begrüßen geplanten Wegfall von Corona-Vorschriften

5.01 Uhr: Die Arbeitgeber in Deutschland haben den geplanten Wegfall der Corona-Auflagen für Unternehmen begrüßt, gleichzeitig aber die Beibehaltung von Schutzmaßnahmen zugesagt. "Die jetzt vorgesehenen Flexibilisierungen für die Betriebe sind notwendig und sinnvoll", sagte Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Sie seien die gebotene Reaktion auf die betrieblichen Schutzkonzepte und die hohe Impfquote der Beschäftigten. "Auch nach Aufhebung der gesetzlichen 3G-Zugangsregelung und dem Wegfall der Verpflichtung zu mobiler Arbeit wird die Wirtschaft weiterhin wirksame Schutzmaßnahmen beibehalten", kündigte Dulger an.

Im Entwurf einer Verordnung des Bundesarbeitsministeriums ist vorgesehen, dass die Arbeitgeber selbst die Gefährdung durch das Virus einschätzen und in einem betrieblichen Hygienekonzept entsprechende Maßnahmen festlegen sollen. Die Verordnung soll voraussichtlich am Mittwoch im Bundeskabinett beschlossen werden.

SPD-Chefin Esken: Brauchen weiter Corona-Basisschutz mit Maske im Einzelhandel

4.45 Uhr: Vor der anstehenden Entscheidung über die Corona-Auflagen im Frühling hat sich SPD-Chefin Saskia Esken für einen ausreichenden Basisschutz auch mit Masken in Geschäften ausgesprochen. "Das Frühjahr kommt, doch Corona bleibt uns offenbar erhalten", sagte Esken der Deutschen Presse-Agentur. "Auch im neuen Infektionsschutzgesetz brauchen wir deshalb einen ausreichenden Basisschutz, der überall gleichermaßen gilt", so Esken. "Dazu gehören Maske und 3G im öffentlichen Fern- und Nahverkehr ebenso wie die Maske im Einzelhandel."

Eine FFP2 Maske liegt in der Münchner Innenstadt auf der Straße.
Eine FFP2 Maske liegt in der Münchner Innenstadt auf der Straße. © dpa

Ungleichmäßige Fristen und Ermessensspielräume bei Teil-Impfpflicht

2.31 Uhr: Die Corona-Impfpflicht für Pflege- und Gesundheitspersonal naht – doch bis ungeimpfte Beschäftigte Konsequenzen zu spüren bekommen, kann es dauern. Mitarbeiter müssen zwar bis zum Dienstag entsprechende Nachweise vorlegen – oder ein Attest, nicht geimpft werden zu können. Und ab Mittwoch können die Gesundheitsämter Konsequenzen bei Verstößen ziehen.

Doch praktisch kann es dauern, bis ungeimpfte Beschäftigte Bußgelder zahlen müssen oder Betretungs- oder Tätigkeitsverbote verhängt werden. Nach einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur in den Bundesländern setzen die Ämter auf mehrstufige Verfahren mit teils mehrfachen Fristsetzungen, Einzelfallprüfungen und auf Ermessensspielräume. Der unmittelbare Verlust einer Stelle, weil die Corona-Impfung fehlt, droht nicht.

In einigen Regionen Deutschlands sollen die Gesundheitsämter genau prüfen, ob die Menschen in Heimen und Krankenhäusern noch versorgt werden können, wenn ungeimpfte Beschäftigte ein Betretungsverbot bekommen. So heißt es zum Beispiel im Land Berlin, die einrichtungsbezogene Impfpflicht werde unter Berücksichtigung der Versorgungssicherheit umgesetzt. Das bedeutet: Die Gesundheitsämter bewerten, wie stark die Gesundheitsversorgung gefährdet sein könnte und können ein Verfahren auf dieser Basis notfalls aussetzen.

Corona-News von Sonntag, 13. März: Maskenpflicht entfällt in Frankreich weitgehend

22.13 Uhr: Frankreich lockert die Corona-Beschränkungen am Montag weitgehend. Die Maskenpflicht entfällt in weiten Bereichen des öffentlichen Lebens. Zudem muss an vielen Orten kein Impfpass mehr vorgelegt werden. In Frankreich sind die Corona-Zahlen in den vergangenen Wochen ebenso rasant zurückgegangen wie sie zuvor angestiegen waren.

Seit etwa einer Woche steigen sie allerdings wieder leicht an. Derzeit liegt die Inzidenz in Frankreich bei etwa 570 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche. Es befinden sich weniger als 2000 Covid-Patienten auf Intensivstationen.

 Frankreich, Paris: Menschen tragen Schutzmasken und gehen  in der Nähe des Eiffelturms spazieren. Nun sollen die meisten Maßnahmen fallen.
Frankreich, Paris: Menschen tragen Schutzmasken und gehen in der Nähe des Eiffelturms spazieren. Nun sollen die meisten Maßnahmen fallen. © Gao Jing/XinHua/dpa

Barack Obama mit Coronavirus infiziert

20.38 Uhr: Der ehemalige US-Präsident Barack Obama ist mit dem Coronavirus infiziert. Das teilte er bei Twitter mit. "Ich hatte einen kratzigen Hals für ein paar Tage, aber sonst fühle ich mich gut", schrieb er. Seine Frau Michelle und er seien dankbar, geimpft und geboostert zu sein. Michelle Obama ist offenbar nicht infiziert. "Es ist eine Erinnerung daran, sich impfen zu lassen", so Obama.

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Virologe warnt vor "Corona-ist-vorbei-Gefühl"

20.32 Uhr: Mit Blick auf die für Ende kommender Woche geplanten weitreichenden Lockerungen der Corona-Auflagen warnt der Virologe Andreas Dotzauer vor allzu großer Leichtfertigkeit im Umgang mit dem Covid-Erreger. Der Bund-Länder-Beschluss, der strenge Maßnahmen etwa mit Zugangs- und Kontaktbeschränkungen ab 20. März nur noch für sogenannte Hotspots vorsieht, sei "realitätsfremd und viel zu früh gefallen", sagte der Virologe der Universität Bremen der "Nordsee-Zeitung".

Dotzauer kritisierte, dass die Lockerungen zu einem "Corona-ist-vorbei-Gefühl" führen könnten und das Coronavirus seine besseren Verbreitungschancen nutzen werde. Deutschland befinde sich bereits in einer zweiten Omikron-Welle. Der aktuell besonders verbreitete Erreger-Subtyp "BA.2" sei ansteckender als die Omikron-Ursprungsvariante - und das auch im Freien. Umso wichtiger sei es, das Maskentragen sowie die Abstands- und Hygieneregeln weiterhin ernst zu nehmen. Dies seinen keine Maßnahmen, die "die persönliche Freiheit wirklich einschränken".

Mehr als eine halbe Million PCR-Tests bei Paralympics

19.40 Uhr: Die Paralympischen Winterspiele in Peking sind nahezu coronafrei geblieben. Nach einer offiziellen Erhebung, die der Nachrichtenagentur dpa vorliegt, wurden bis einschließlich Samstag während der Spiele 519.486 Tests entnommen. Davon waren sechs positiv, davon fünf Athleten oder Offizielle. Etwas höher war noch die Zahl der Tests am Flughafen bei der Einreise. Von 2331 getesteten Personen waren 18 positiv, 16 davon waren Sportler und Personen aus dem offiziellen Stab. Die deutsche Delegation hatte bis zum Samstag keinen positiven Test zu beklagen.

Martin Fleig feiert seine Silbermedaille bei den Paralympics.
Martin Fleig feiert seine Silbermedaille bei den Paralympics. © AFP

Ärztekammer warnt – "Ganz Deutschland ist ein Hotspot"

18.56 Uhr: Die Ärztekammer Niedersachsen hält die vom Bund geplanten Lockerungen angesichts der hohen Infektionszahlen für verfrüht. "Ich stehe ausgesprochen ratlos vor den Beschlüssen der Bundesregierung, am 20. März alle effektiven Maßnahmen der Pandemiebekämpfung fallen zu lassen. Davor kann ich nur warnen", sagt Ärztekammer-Präsidentin Martina Wenker der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

"Wir haben ein Allzeithoch und vor allem täglich weiter steigende Inzidenzen", sagt sie. "Die Öffnungspläne müssen verschoben werden." Das Virus sei nicht weg, und es werde sich auch am 20. März nicht in Luft auflösen, nur weil das Bundeskabinett einen "Freedom Day" beschlossen habe, kritisiert Wenker. "Ganz Deutschland ist doch momentan ein Hotspot."

UN heben Maskenpflicht im Hauptquartier auf

18.05 Uhr: Angesichts niedriger Infektionszahlen lassen die Vereinten Nationen die meisten Corona-Beschränkungen in ihrem New Yorker Hauptquartier fallen. Ab diesem Montag wird unter anderem die Maskenpflicht für das UN-Gelände am East River in New York aufgehoben, schrieb UN-Generalsekretär António Guterres in einem internen Brief.

Auch Angehörige von Nichtregierungsorganisationen dürften das Gebäude nach zwei Jahre andauernden Restriktionen wieder betreten. Ab Ende März würden alle Treffen in gewöhnlichem Umfang wieder erlaubt. Entscheidungen über die Öffnung der UN unter anderem für Touristen würden im April getroffen.

Lauterbach mahnt angesichts Rekord-Corona-Zahlen zum Impfen

12.23 Uhr: Angesichts der im europäischen Vergleich aktuell besonders starken Verbreitung von Corona in Deutschland hat Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) ungeimpfte Menschen erneut eindringlich zur Impfung gemahnt. Deutschland habe jetzt die höchste Corona-Inzidenz in Europa, so Lauterbach am Sonntag unter Verweis auf Daten der Weltgesundheitsorganisation WHO auf Twitter. "Tendenz steigt, viele Tote", so Lauterbach weiter. Geimpfte seien jetzt oft unvorsichtig, weil sie wüssten, dass sie sich infizieren könnten, aber meist nicht schwer erkrankten. Ungeimpfte aber seien dem Virus jetzt schutzlos ausgeliefert.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) ruft angesichts der hohen Corona-Infektionszahlen erneut zum Impfen auf.
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) ruft angesichts der hohen Corona-Infektionszahlen erneut zum Impfen auf. © dpa

Lockdown für Millionen Chinesen wegen höchster Corona-Infektionszahl seit zwei Jahren

11.44 Uhr: Angesichts der höchsten Zahl an Corona-Neuinfektionen seit zwei Jahren hat China erneut einen harten Lockdown über Millionen von Menschen verhängt. Die Zahl der Ansteckungen habe sich innerhalb eines Tages auf fast 3400 verdoppelt, teilten die Behörden am Sonntag mit. Dies ist die höchste Zahl an Neuinfektionen seit Februar 2020.

Die Großstadt Jilin wurde am Sonntag teilweise abgeriegelt, wie ein Beamter mitteilte. In zahlreichen Stadtvierteln wurde ein Lockdown verhängt. In der Stadt mussten alle Einwohner jeweils sechs Corona-Testrunden absolvieren. Seit Samstag wurden allein aus Jilin mehr als 2200 Neuinfektionen mit der Omikron-Variante des Coronavirus gemeldet. Staatlichen Medienberichten zufolge wurde der Bürgermeister abgesetzt.

In der benachbarten Neun-Millionen-Stadt Changchun hatten die Behörden bereits am Freitag einen Lockdown angeordnet. Auch der dortige Chef der Gesundheitskommission wurde entlassen. Seit Sonntag dürfen auch alle rund 700.000 Einwohner der Stadt Yanji an der Grenze zu Nordkorea ihre Häuser nicht mehr verlassen.

FDP-Gesundheitsexperte: "Idealerweise brauchen wir die Impfpflicht im Herbst nicht mehr"

10.21 Uhr: Der FDP-Gesundheitspolitiker Andrew Ullmann hofft, dass die geplante allgemeine Impfpflicht gar nicht erst nötig wird. "Idealerweise brauchen wir die Impfpflicht im Herbst nicht mehr", sagte Ullmann der "Bild am Sonntag". Der gesundheitspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion ist selbst Initiator des Antrags für eine Impf-Nachweispflicht ab 50 Jahren. Am Donnerstag will der Bundestag erstmals über die verschiedenen Anträge debattieren.

Laut Ullmann könnte der von ihm unterstützte Antrag "eine Brücke sein". Dieser sehe bis 15. September eine Beratungspflicht vor. Wenn dann die Impfquote zu gering und das Gesundheitswesen überlastet sei, werde über die Impf-Nachweispflicht ab 50 Jahren abgestimmt.

Regierung will Corona-Schutzvorschriften in Betrieben lockern

8.00 Uhr: Trotz steigender Infektionszahlen sollen in Deutschlands Betrieben ab dem Frühlingsanfang in einer Woche lockerere Corona-Regeln gelten. Im Entwurf einer Verordnung des Bundesarbeitsministeriums ist vorgesehen, dass die Arbeitgeber selbst die Gefährdung durch das Virus einschätzen und in einem betrieblichen Hygienekonzept entsprechende Maßnahmen festlegen sollen. Der Entwurf liegt der Deutschen Presse-Agentur vor, andere Medien hatten zuvor ebenfalls darüber berichtet.

Die Arbeitgeber sollen dabei auch das regionale Infektionsgeschehen berücksichtigen. Prüfen sollen sie dann dem Entwurf zufolge, ob sie den Beschäftigten einen Corona-Test pro Woche anbieten, ob sie Schutzmasken bereitstellen und ob Beschäftigte im Homeoffice arbeiten sollen. Auch über Schutzmaßnahmen wie Abstands- und Hygieneregeln oder eine Maskenpflicht sollen Betriebe künftig selbst entscheiden.

CSU-Chef Söder kritisiert Pläne des Bundes zu Corona-Regeln

7.00 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sieht Deutschland mit dem überarbeiteten Infektionsschutzgesetz der Bundesregierung neuen Virus-Varianten schutzlos ausgesetzt. Der Entwurf der Ampel habe echte Lücken und Schwächen, sagte Söder der "Bild am Sonntag". "Im Grunde gibt es keine echten Schutzmaßnahmen mehr. Damit stehen wir im Herbst neuen Mutationen schutz- und wehrlos gegenüber. So ist das weitgehende Weglassen der Maske verfrüht und kann zum Beispiel in der Schule rasch zu einer sogenannten Durchseuchung führen", meinte er.

Söder kritisierte insbesondere Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD). "Der Bundesgesundheitsminister rechnet mit
neuen Wellen, und die Ampel schafft gleichzeitig alle Maßnahmen
ab"", sagte er mit Blick auf die rot-grün-gelbe Bundesregierung. "Wenn
es nach dem Willen der Ampel geht, ist Corona ab nächster Woche Geschichte. Aber das ist doch nicht die Realität."

Corona-News von Samstag, 12. März: Betriebe sollen laut DGB weiter auf Homeoffice setzen

22.00 Uhr: Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat davor gewarnt, den Schutz vor Corona-Infektionen am Arbeitsplatz zu vernachlässigen. "Arbeitsschutz darf ab Ende März keinesfalls zur Privatsache der Beschäftigten werden", sagte DGB-Vorstandsmitglied Anja Piel unserer Redaktion.

"Die Pandemie ist eben noch nicht vorbei und deshalb bleibt Homeoffice – da wo es möglich ist – auch weiterhin nützliches Instrument, um Kontakte und damit Infektionsgefahren einzuschränken." Lesen Sie hier die ganze Geschichte: Corona: Homeoffice, kein 3G – Was sich in Betrieben ändert

Frankreich öffnet vierte Corona-Impfdosis für Menschen über 80

21.05 Uhr: Menschen über 80 Jahren können in Frankreich nun eine vierte Impfdosis gegen das Coronavirus bekommen. Gelten soll das für diejenigen, deren Auffrischimpfung bereits mehr als drei Monate zurückliegt, wie Premierminister Jean Castex im Interview mit der französischen Zeitung "Le Parisien" am Samstagabend ankündigte. Etwa 58 Prozent der Menschen in Frankreich haben bereits eine Boosterimpfung erhalten.

Eine Mitarbeiterin hält ein Abstrichstäbchen für die Durchführung eines Corona-Tests.
Eine Mitarbeiterin hält ein Abstrichstäbchen für die Durchführung eines Corona-Tests. © dpa

Regierung will Corona-Schutzvorschriften in Betrieben lockern

18.29 Uhr: Trotz steigender Infektionszahlen sollen in Deutschlands Betrieben ab dem Frühlingsanfang in einer Woche lockerere Corona-Regeln gelten. Im Entwurf einer Verordnung des Bundesarbeitsministeriums ist vorgesehen, dass die Arbeitgeber selbst die Gefährdung durch das Virus einschätzen und in einem betrieblichen Hygienekonzept entsprechende Maßnahmen festlegen sollen. Der Entwurf liegt der Deutschen Presse-Agentur vor, andere Medien hatten zuvor ebenfalls darüber berichtet.

Die Arbeitgeber sollen dabei auch das regionale Infektionsgeschehen berücksichtigen. Prüfen sollen sie dann dem Entwurf zufolge, ob sie den Beschäftigten einen Corona-Test pro Woche anbieten, ob sie Schutzmasken bereitstellen und ob Beschäftigte im Homeoffice arbeiten sollen. Auch über Schutzmaßnahmen wie Abstands- und Hygieneregeln oder eine Maskenpflicht sollen Betriebe künftig selbst entscheiden.

Einige Gesundheitsämter müssen auf Bundeswehr-Hilfe verzichten

16.01 Uhr: Mehrere Städte in Niedersachsen müssen die Pandemie-Bekämpfung künftig wieder mit weniger Hilfskräften bewerkstelligen. In der Region Hannover endet nach Angaben eines Sprechers kommende Woche Freitag die Unterstützung der Bundeswehr im Gesundheitsamt. Zuletzt seien noch 59 Soldaten im Einsatz gewesen.

Die Stadt Osnabrück teilte auf Anfrage mit, dass derzeit rund 20 Soldatinnen und Soldaten beim Gesundheitsdienst für Landkreis und Stadt Osnabrück im Einsatz seien. Sie seien derzeit noch bis zum 17. März abgestellt.

Bremer Virologe Dotzauer warnt vor "Corona-ist-vorbei-Gefühl"

13.25 Uhr: Mit Blick auf die für Ende kommender Woche geplanten weitreichenden Lockerungen der Corona-Auflagen warnt der Bremer Virologe Andreas Dotzauer vor allzu großer Leichtfertigkeit im Umgang mit dem Covid-Erreger. Der Bund-Länder-Beschluss, der strenge Maßnahmen etwa mit Zugangs- und Kontaktbeschränkungen ab 20. März nur noch für sogenannte Hotspots vorsieht, sei "realitätsfremd und viel zu früh gefallen", sagte der Virologe der Universität Bremen der "Nordsee-Zeitung".

Dotzauer kritisierte, dass die Lockerungen zu einem "Corona-ist-vorbei-Gefühl" führen könnten und das Corona-Virus seine besseren Verbreitungschancen nutzen werde. Deutschland befinde sich bereits in einer zweiten Omikron-Welle. Der aktuell besonders verbreitete Erreger-Subtyp "BA.2" sei ansteckender als die Omikron-Ursprungsvariante – und das auch im Freien. Umso wichtiger sei es, das Maskentragen sowie die Abstands- und Hygieneregeln weiterhin ernst zu nehmen. Dies seinen keine Maßnahmen, die "die persönliche Freiheit wirklich einschränken".

China meldet höchste Zahlen seit Beginn erste Welle in Wuhan

11.07 Uhr: Chinas tägliche Corona-Infektionszahlen haben den höchsten Wert seit Ende der ersten Pandemie-Welle in Wuhan vor zwei Jahren erreicht. Am Samstag meldete die nationale Gesundheitskommission landesweit 1524 lokale Ansteckungen, darunter 1048 asymptomatische Fälle.

Erst am Freitag wurde die nordostchinesische Metropole Changchun nach mehreren Hundert Corona-Infektionen in einen Lockdown geschickt. Wie die dortigen Behörden bekanntgaben, darf pro Haushalt nur noch alle zwei Tage eine Person für Einkäufe die Wohnung verlassen. Alle rund neun Millionen Bewohner der Stadt sollten auf das Virus getestet werden.

Eine Frau erhält einen Rachenabstrich für einen Coronavirus-Test. Die täglichen Neuinfektionen haben den höchsten Wert seit zwei Jahren erreicht.
Eine Frau erhält einen Rachenabstrich für einen Coronavirus-Test. Die täglichen Neuinfektionen haben den höchsten Wert seit zwei Jahren erreicht. © dpa

Lauterbach will Kassenärzten Sonderzahlungen streichen

8.36 Uhr: Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) will offenbar die Corona-Sonderregelungen für Kassenärztinnen und -ärzte streichen lassen. Das geht aus einem Brief des Ministers an die Kassenärztliche Bundesvereinigung vom 3. März hervor, berichtet die "Bild"-Zeitung. In dem Brief, der der Zeitung vorliegt, heißt es in der Begründung wörtlich: "Unter Berücksichtigung der stabilen Situation auf den Intensivstationen, ist aktuell eine Überlastung des Gesundheitssystems nicht mehr zu erwarten."

Deshalb sollen Sonderzahlungen für beispielsweise extra Schutzausrüstung oder den Betrieb der Corona-Hotline auslaufen. Lauterbach weise außerdem auf deutlich mildere Verläufe bei Omikron hin.

RKI: Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf fast 1500

7.26 Uhr: Das Robert Koch-Institut (RKI) hat bei der bundesweiten Sieben-Tage-Inzidenz einen Höchstwert gemeldet. Das RKI gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Morgen mit 1496,0 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 1439,0 gelegen.

Vor einer Woche lag die bundesweite Inzidenz bei 1220,8 (Vormonat: 1474,3). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 237.086 Corona-Neuinfektionen. Vor einer Woche waren es 192.210 Ansteckungen.

Corona-News von Freitag, 11. März: Ärztevertreter fordern Beibehaltung der Maskenpflicht in Innenräumen

21.40 Uhr: Angesichts steigender Infektionszahlen fordern Ärztevertreter Bund und Länder auf, über den 20. März hinaus an der Maskenpflicht in öffentlichen Innenräumen festzuhalten: "Das Tragen von Masken ist eine erprobte und einfache Schutzmaßnahme. Es wäre ein Fehler, dieses Mittel ohne Not aus der Hand zu geben", sagte Gernot Marx, Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), unserer Redaktion. Mit Masken könne man sich und andere effektiv gegen eine Infektion schützen. "Die Länder sollten deswegen in jedem Fall auch nach dem 20. März die Maskenpflicht in öffentlichen Innenräumen beibehalten", so Marx. "Dort, wo viele Menschen auf engem Raum zusammenkommen, sollte das Tragen von Masken selbstverständlich sein. Selbst dort, wo es nicht vorgeschrieben ist, empfehlen wir jedem, eine Maske zu tragen."

Auch die Amtsärzte fordern die Beibehaltung der Maskenpflicht: "Solange die Infektionszahlen so hoch sind wie aktuell, sollten wir an wichtigen Schutzmaßnahmen festhalten", sagte Elke Bruns-Philipps, Vizevorsitzende des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD), unserer Redaktion. Dazu gehörten Abstandsregeln und Hygienemaßnahmen, vor allem aber auch das Tragen von Masken überall dort, wo man keine Abstände halten kann. "Die Länder sollten bei den aktuell noch sehr hohen und wieder steigenden Infektionszahlen vorerst an der Maskenpflicht in öffentlichen Innenräumen festhalten, also nicht nur in Bussen und Bahnen sondern zum Beispiel auch im Einzelhandel, in Behörden oder öffentlichen Einrichtungen." Lockerungen seien erst verantwortbar, wenn die Zahlen wieder stabil sinken würden.

Nach einem Entwurf der Ampel-Regierung soll nach dem 20. März eine Maskenpflicht nur noch in Pflegeheimen, Kliniken und im öffentlichem Nahverkehr sowie im Fernverkehr gelten. Sollte sich die Corona-Lage regional verschärfen, können die Länder demnach auch per Parlamentsbeschluss strengere Regeln, etwa weitreichende Maskenpflichten, einführen.

Masken hängen zusammen mit Taschen und Rucksäcken an Kleiderhaken.
Masken hängen zusammen mit Taschen und Rucksäcken an Kleiderhaken. © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Eltern verklagen Stadt Neuss wegen Quarantäne ihrer Tochter

18.37 Uhr: Ein Elternpaar verlangt Schadenersatz für die aus seiner Sicht ungerechtfertigte Corona-Quarantäne seiner fünfjährigen Tochter. Die Eltern meinen, das Kind habe während der 28 Tage schwere seelische Schäden erlitten, und haben deshalb die Stadt Neuss verklagt. Sie fordern für jeden Tag der Absonderung 250 Euro, also insgesamt 7000 Euro Schadenersatz. Der Fall soll am 30. März vor dem Landgericht Düsseldorf verhandelt werden.

Drei Mal musste die Tochter laut Gericht nach einem mutmaßlichen Kontakt zu einem coronapositiven Kita-Kind im Frühjahr 2021 in häusliche Quarantäne. Zu Unrecht, heißt es in der Klage der Eltern. Sie betonen, dass die Fünfjährige damals trotz wiederholt negativen PCR-Tests habe zu Hause bleiben müssen. Als Folge, so die Eltern weiter, habe ihre Tochter soziale Einschränkungen und psychische Belastungen erlitten und keinen Zugang zur Natur gehabt. Auch den Geburtstag der Oma habe sie verpasst. "Ein fünfjähriges Kind erlebt 28 Tage Quarantäne wie ein Erwachsener ein ganzes Jahr", heißt es in der Klage.

Arbeitgeber können Corona-Regeln im Betrieb anpassen

16.49 Uhr: Die Arbeitgeber sollen nach dem Auslaufen der 3G-Regel am Arbeitsplatz und der Homeoffice-Pflicht prüfen, welche Infektionsschutz-Maßnahmen in ihren Betrieben weiter notwendig sind. Das sieht ein Änderungsentwurf aus dem Bundesarbeitsministerium für die Corona-Arbeitsschutzverordnung vor, der dem Evangelischen Pressedienst (epd) vorliegt.

Dem Entwurf zufolge sollen sich die Arbeitgeber bei der Gefährdungsbeurteilung künftig stärker am regionalen Infektionsgeschehen orientieren. Zum Schutz der Beschäftigten vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus können sie dann Maßnahmen ergreifen.

Dazu zählen wie auch bisher schon die Verminderung von Kontakten in Innenräumen und das Bereitstellen von Masken sowie eines Tests pro Woche, der für die Beschäftigten kostenlos ist. Bisher sind Arbeitgeber verpflichtet, zwei kostenlose Tests pro Woche anzubieten. Außerdem haben die Chefs ihren Angestellten auch weiterhin zu ermöglichen, sich während der Arbeitszeit impfen zu lassen. Insgesamt ist die Verordnung schlanker als die bisherige.

Bundestag entschärft Corona-Regeln für Parlamentsbetrieb

15.50 Uhr: Im Bundestag müssen Abgeordnete ohne Impf- oder Genesenennachweis künftig nicht mehr auf die Besuchertribüne ausweichen. Die Corona-Regeln im Parlament werden wieder entschärft. Das geht aus einem Schreiben der Bundestagsverwaltung an die Abgeordneten vom Freitag hervor. Demnach soll ab Montag wieder die sogenannte 3G-Regel gelten: Auch ungeimpfte oder nicht genesene Abgeordnete dürfen damit wieder in den Plenarsaal und in Ausschusssitzungen, wenn sie einen negativen Test vorweisen können.

"Die bisherige "Tribünenlösung" entfällt", heißt es in dem Schreiben. Abgeordnete ohne Impf- oder Genesennachweis hatten zuletzt keinen Zutritt mehr zu Plenarsitzungen, auch nicht mit negativem Test, und mussten auf die Besuchertribüne ausweichen. Das waren vorrangig Abgeordnete der AfD. Auch Ausschusssitzungen waren entsprechend beschränkt.

An dem 14. März gilt im Bundestag wieder die 3G-Regelung.
An dem 14. März gilt im Bundestag wieder die 3G-Regelung. © Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

Kultusminister wollen Maßnahmen an Schulen bis spätestens Mai beenden

14.35 Uhr: Die Kultusministerkonferenz (KMK) der Länder hat sich auf ein stufenweises Auslaufen von Coronaschutzmaßnahmen an den Schulen bis spätestens Mai verständigt. Bis dahin sollten alle Einschränkungen wie die Maskenpflicht und anlasslose regelmäßige Reihentests in Abhängigkeit der jeweiligen Lage vor Ort "möglichst" beendet werden, sagte die derzeitige Vorsitzende der KMK, Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien (CDU), am Freitag in Lübeck nach einer zweitägigen Konferenz der Ressortchefinnen und -chefs aller Länder.

Das gemeinsam zwischen den Ländern vereinbarte Vorgehen entspreche dabei Öffnungsschritten in anderen Teilen der Gesellschaft, betonte Prien. Die Kultusministerinnen und -minister seien sich einig, dass die Schulen einen "behutsamen Weg in die Normalität" gehen sollten und dieses mit Blick auf die Pandemieentwicklung verantwortbar sei. Prien verwies zugleich auf noch bestehende Unsicherheiten mit Blick auf die rechtlichen Rahmenbedingungen.

Valneva rechnet mit Zulassung seines Corona-Impfstoffs im April

13.56 Uhr: Das französisch-österreichische Unternehmen Valneva erwartet für April die Zulassung seines Corona-Impfstoffs in Europa. Wie Valneva am Freitag mitteilte, rechnet das Unternehmen im kommenden Monat mit einer bedingten Marktzulassung für seinen Impfstoff VLA2001 zur Immunisierung von Erwachsenen im Alter von 18 bis 55 Jahren. Die Belieferung europäischer Länder solle dann noch im zweiten Quartal 2022 beginnen.

Der Totimpfstoff von Valneva enthält für die Immunisierung abgetötete Bestandteile des Coronavirus. Damit nutzt er eine ähnliche Technologie wie klassische Grippe-Impfstoffe und soll in normalen Kühlschränken gelagert werden können.

Im Oktober hatte Valneva "positive" erste Ergebnisse aus der klinischen Phase-3-Studie mit dem Impfstoff bekannt gegeben. Im Dezember leitete die europäische Arzneimittelbehörde EMA ein beschleunigtes Zulassungsverfahren ein.

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Bundesrat billigt Verlängerung von Corona-Kurzarbeitergeld

13.35 Uhr: Unternehmen können die seit der Corona-Pandemie geltenden Erleichterungen bei der Kurzarbeit noch bis Ende Juni in Anspruch nehmen. Der Bundesrat billigte am Freitag in Berlin einen entsprechenden Bundestagsbeschluss, wonach die Regelungen um drei Monate verlängert werden. Ziel ist es, für stabile Beschäftigungsverhältnisse zu sorgen und Insolvenzen zu vermeiden. Beschäftigte erhalten etwas mehr Geld, wenn sie monatelang in Kurzarbeit sind.

Betriebe können in der Corona-Pandemie bereits dann Kurzarbeit anmelden, wenn zehn Prozent der Beschäftigten Arbeitsausfall haben. In normalen Zeiten muss es mindestens ein Drittel der Belegschaft sein. Die Bezugsdauer für das Kurzarbeitergeld wird von 24 Monaten auf bis zu 28 Monate verlängert.

Moderna startet größere Untersuchung zu Booster-Kombi-Impfstoff

12.32 Uhr: Der US-Hersteller Moderna hat einen ersten größeren Studienteil zur Untersuchung eines kombinierten Booster-Impfstoffes gegen das Coronavirus begonnen. Dabei handele es sich um ein Produkt, das den auf die Omikron-Variante zugeschnittenen Corona-Impfstoff mit dem ursprünglichen Impfstoff kombiniere, wie der Hersteller am Donnerstag mitteilte. Man erwarte, dass bei dieser sogenannten zweiten Phase der klinischen Studie in den USA rund 375 Menschen teilnehmen werden.

"Unser Ziel ist es, dem Virus immer einen Schritt voraus zu sein", sagte Moderna-Chef Stéphane Bancel. "Wir sind entschlossen, Daten zu generieren und mit den Gesundheitsbehörden zu teilen, während sie sich auf die Auffrischungssaison im Herbst vorbereiten."

Der Impfstoffhersteller Moderna kündigte an, Impfstoffe für 15 neue Krankheitserreger entwickeln zu wollen.
Der Impfstoffhersteller Moderna kündigte an, Impfstoffe für 15 neue Krankheitserreger entwickeln zu wollen. © Bodo Schackow/dpa-zentralbild/dpa

Wieler: Corona-Lage in Deutschland weiter angespannt

11.15 Uhr: Der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, hält die derzeitige Corona-Lage in Deutschland für angespannt und mahnt zu großer Achtsamkeit. "Nach wie vor erkranken viel zu viele Menschen schwer an Covid und nach wie vor sterben auch zu viele Menschen an dieser Erkrankung. Und nach wie vor erleiden auch viele Menschen Langzeitfolgen von Covid", sagte Wieler am Freitag in Berlin. Vor dem Hintergrund der zuletzt steigenden Infektionszahlen machte er erneut auf den kontinuierlich steigenden Anteil des besonders leicht übertragbaren Omikron-Subtyps BA.2 aufmerksam. Der Infektionsdruck, so der RKI-Chef, sei weiterhin sehr hoch.

Insbesondere in den höheren Altersgruppen steige die Hospitalisierungsrate, mahnte Wieler. Dies sei auch auf die schrittweisen Lockerungen der Infektionsschutzmaßnahmen vielerorts und das damit verbundene veränderte Verhalten vieler Menschen zurückzuführen. Wieler ging auch besonders auf mögliche Langzeitfolgen nach einer Infektion ein, von denen Erwachsene, und – obgleich wohl seltener – auch Jugendliche und Kinder betroffen sein könnten. Ein Teil dieser Menschen bleibe längerfristig stark eingeschränkt. Die Datenlage zu den Langzeitfolgen sei aber noch begrenzt. "Die Lage ist also weiterhin angespannt, aber wir können das Infektionsgeschehen mit unserem Verhalten beeinflussen", sagte Wieler.

Lauterbach warnt vor Anstieg der Sterbezahlen in Corona-Pandemie

10.45 Uhr: Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat davor gewarnt, die aktuelle Situation in der Corona-Pandemie zu unterschätzen. "Die Lage ist objektiv viel schlechter als die Stimmung", sagte Lauterbach am Freitag in Berlin mit Verweis auf deutlich steigende Fallzahlen. Täglich würden derzeit 200 bis 250 Menschen an Corona sterben. Für ihn sei die Lage "kritisch", weil davon auszugehen sei, dass die Zahl der Toten in den kommenden Wochen weiter ansteigen werde.

Es sei deshalb falsch, nun alle Schutz- und Vorsichtsmaßnahmen über Bord zu werfen, sagte der Minister. Lauterbach nannte es eine "Fehleinschätzung" zu glauben, dass es bei der Omikron-Variante nur mildere Verläufe gebe. Ungeimpfte könnten an ihr sterben, und auch Geimpfte könnten an der Omikron-Variante schwer erkranken und "langfristige Symptome entwickeln". Darauf müsse reagiert werden.

Die Neufassung des Infektionsschutzgesetzes sehe deshalb vor, dass in Hotspots weiter Maßnahmen wie Masken- und Testpflichten ergriffen werden könnten, sagte Lauterbach. Hotspots könnten durchaus große Gebiete sein und nicht nur einzelne Städte oder Regionen. Solche Schutzregelungen könnten dann "auch ein ganzes Bundesland betreffen". Die Neuregelungen des Infektionsschutzgesetzes ist nötig, weil nach bisheriger Rechtslage alle Schutzmaßnahmen nach dem 19. März auslaufen würden. Lesen Sie dazu: Lauterbach warnt: "Lage ist viel schlimmer als die Stimmung"

Umfrage: Bürger bei Ende tiefgreifender Corona-Maßnahmen gespalten

10.33 Uhr: Die Bürger sind beim geplanten Ende der tiefgreifenden Corona-Schutzmaßnahmen laut Umfragen gespaltener Meinung. Ab 20. März soll nach einem entsprechenden Gesetzentwurf nur noch ein stark eingeschränkter Basisschutz rechtlich möglich sein. 47 Prozent finden es angemessen, dass die tiefgreifenden Maßnahmen dann enden sollen, auch wenn derzeit die Infektionszahlen wieder steigen, wie eine am Freitag veröffentlichte Erhebung des Instituts YouGov ergab. 44 Prozent der 2349 Befragten finden dies angesichts der Lage unangemessen. 8 Prozent machten keine Angabe.

Das ZDF-"Politbarometer" ergab ähnliche Ergebnisse: 50 Prozent der 1345 Befragten finden es richtig, dass am 20. März die meisten Corona-Maßnahmen wegfallen. Fast ebenso viele, 47 Prozent, finden es laut der Erhebung der Forschungsgruppe Wahlen nicht richtig.

Chinesische Metropole Changchun geht in Corona-Lockdown

10.18 Uhr: Wegen der rasanten Ausbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus ist eine weitere chinesische Millionenmetropole in einen Lockdown geschickt worden. Wie die Behörden der nordostchinesischen Metropole Changchun am Freitag ankündigten, darf pro Haushalt nur noch alle zwei Tage eine Person für Einkäufe die Wohnung verlassen. Zudem sollen alle rund neun Millionen Bewohner der Stadt auf das Virus getestet werden.

Die Behörden entschieden sich für die drastische Maßnahme, nachdem in der Provinz Jilin und in deren Hauptstadt Changchun in den vergangenen Tagen mehrere Hundert Infektionen entdeckt worden waren. China erlebt derzeit die größte Virus-Welle seit dem ersten Corona-Ausbruch in der zentralchinesischen Stadt Wuhan vor zwei Jahren. Landesweit wurden am Freitag 1369 neue Infektionen gemeldet.

Lauterbach und Wieler zur Corona-Lage

9.52 Uhr: Am Freitagvormittag äußern sich Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach und RKI-Chef Lothar Wieler zur aktuellen Corona-Lage. Der sich verbreitende Omikron-Subtyp sowie die anstehenden Lockerungen zum 20. März stehen aktuell im Fokus.

Lauterbach: RKI-Chef Wieler
Lauterbach: RKI-Chef Wieler "hat mein volles Vertrauen".

China will bei Corona weiterhin Vorsicht walten lassen

7.44 Uhr: China will vorerst an seinen umfangreichen Corona-Schutzmaßnahmen festhalten. "Das Virus verändert sich immer noch und wir lernen weiter hinzu", sagte Chinas Ministerpräsident Li Keqiang am Freitag zum Abschluss des Pekinger Volkskongresses vor Journalisten. Impfstoffe und Medikamente gegen das Virus müssen laut Li weiter verbessert werden. Schutzmaßnahmen sollten jedoch stets "wissenschaftlich und zielgerichtet" ausfallen.

China hatte am Vortag die höchsten Infektionszahlen seit dem ersten Corona-Ausbruch in der zentralchinesischen Metropole Wuhan gemeldet. Landesweit wurden 1114 Infektionen entdeckt, darunter 277 auf dem Ausland importierte Fälle.

Krankenhäuser: Zu wenig Zeit für Stellungnahme zu Corona-Lockerungen

7.32 Uhr: Betroffene Verbände hatten nach Darstellung der Deutschen Krankenhausgesellschaft nur neun Stunden Zeit, um zu den von der Bundesregierung geplanten Corona-Lockerungen Stellung zu nehmen. "Um 1.00 Uhr nachts wird ein Entwurf geschickt, zu dem die Verbände bis 10.00 Uhr Stellung nehmen dürfen", sagte der Vorstandschef der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, der "Augsburger Allgemeinen" (Freitag). "Das Verfahren, wie das Infektionsschutzgesetz geändert werden soll, ist mehr als zweifelhaft."

Geregelt wird in dem Entwurf der Bundesregierung für die neue Corona-Rechtsgrundlage, was die Länder weiter verordnen können, wenn zum 20. März wie vereinbart alle tiefgreifenden Schutzmaßnahmen entfallen. Möglich sein sollen dann noch Maskenpflichten in Pflegeheimen, Kliniken und öffentlichem Nahverkehr sowie Testpflichten in Pflegeheimen und Schulen. Bundesweit bleiben soll außerdem die Maskenpflicht in Fernzügen und Flugzeugen.

Studie: Womöglich dreimal so viel Covid-Tote weltweit wie registriert

7.20 Uhr: Die Pandemie hat weltweit womöglich deutlich mehr Todesopfer gekostet als bisher angenommen. Zwischen Januar 2020 und Dezember 2021 sind einer aktuellen Studie zufolge 18,2 Millionen Menschen mehr gestorben als in Nicht-Pandemiejahren erwartet worden wären. Offiziell verzeichnet sind in diesem Zeitraum nur 5,9 Millionen Corona-Tote. "Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass die vollen Auswirkungen der Pandemie viel größer waren, als es die offiziellen Statistiken vermuten lassen", schreibt das internationale Forscherteam um Haidong Wang vom Institute for Health Metrics and Evaluation (Seattle/USA) im Fachmagazin "The Lancet":

Weltweit starben den Modellierungen zufolge 120 von 100.000 Menschen infolge von Corona, in 21 Ländern lag diese Übersterblichkeitsrate bei über 300. Die höchsten Raten fanden die Wissenschaftler in den Anden-Staaten in Lateinamerika (512 Todesfälle pro 100.000 Einwohner), in Ost (345)- und Zentraleuropa (316) sowie Sub-Sahara Afrika (309). In einigen Ländern wie Island oder Australien waren den Schätzungen zufolge hingegen in den Pandemiejahren sogar weniger Menschen gestorben als statistisch zu erwarten gewesen wären.

Hausärzte-Chef zu Corona: Laufen erneut auf massive Engpässe hin

6.22 Uhr: Der Vorsitzende des Hausärzteverbands Nordrhein, Oliver Funken, blickt mit Sorge auf die steigenden Corona-Zahlen. "Die Positivtestungen schnellen gerade nach oben", sagte Funken der "Rheinischen Post" (Freitag). In der vergangenen Woche seien es vor allem Jugendliche und junge Erwachsene bis 30 Jahren gewesen, inzwischen folge die nächste Generation, also deren Eltern. "Es breitet sich in die Familien hinein aus. Wir erleben auch mit steigender Tendenz, dass sich die Großeltern bei den Enkeln anstecken."

"Noch ist die Gesundheitsversorgung gewährleistet. Aber zunehmend müssen Arztpraxen schließen, weil das Personal sich angesteckt hat", sagte Funken - und warnte: "Wir laufen erneut auf eine massive Belastung und Engpässe im Gesundheitswesen zu." Die Belastung der kritischen Infrastruktur, die ja schon lange vermutet wurde, scheine jetzt zu greifen. Funken vermutet einen starken Zusammenhang mit Karneval. "Omikron hat Karneval mitgefeiert."

Lehrerverband gegen Abschaffung der Maskenpflicht an Schulen

6.20 Uhr: Der Deutsche Lehrerverband warnt davor, die Maskenpflicht an Schulen trotz vielerorts steigender Corona-Inzidenzen abzuschaffen. Statt Öffnungsplänen der Bundesregierung sei vielmehr eine Verschiebung oder gar Rücknahme von Lockerungsschritten zu erwägen, sagte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger der "Rheinischen Post" (Freitag). "Als Lehrerverband rechnen wir angesichts der künftigen ausschließlichen Zuständigkeit der Länder für Schutzmaßnahmen an Schulen mit einem noch bunteren und rational kaum mehr nachvollziehbaren Flickenteppich beim Corona-Schutz an Schulen."

Die nach wie vor grassierende Omikron-Variante und ihr noch ansteckenderer Subtyp BA.2 führten an vielen Schulen zu Ausfällen beim Lehrpersonal "wie in den gesamten Monaten zuvor nicht", sagte Meidinger. "Bei kompletter Aufhebung von Maskenpflicht und in einzelnen Bundesländern auch der Testpflicht würden angesichts der hochinfektiösen Omikron-Variante die Covid-Infektionen ungebremst durch die Schulen laufen."

Lehrerverband gegen Abschaffung der Maskenpflicht an Schulen.
Lehrerverband gegen Abschaffung der Maskenpflicht an Schulen. © Matthias Balk/dpa

Wüst kritisiert Entwurf für künftige Corona-Rechtsgrundlage

6.17 Uhr: Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) hat den von der Bundesregierung vorgelegten Entwurf zur Änderung des Infektionsschutzgesetzes in der Corona-Pandemie scharf kritisiert. "Weitgehend flächendeckend verabredete Basisschutzmaßnahmen und bewährte Instrumente der Pandemiebekämpfung werden abgeschafft, stattdessen zeichnet der Entwurf einen Flickenteppich an Regeln vor, den die Menschen kaum verstehen werden", sagte Wüst der "Welt" (Online Donnerstag, Print Freitag).

Mit den geplanten Gesetzesänderungen lasse die Bundesregierung die Länder allein und ignoriere ihren eigenen Expertenrat. "Dessen jüngste Stellungnahme ist glasklar: Zur Pandemiebekämpfung braucht es kurze Reaktionszeiten", sagte Wüst. "Der aktuelle Gesetzentwurf der Bundesregierung birgt die Gefahr des exakten Gegenteils: lange Verfahren statt schnellem und rechtssicherem Handeln", sagte Wüst, der derzeit Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz ist. Mehrere Bundesländer hatten den Entwurf bereits kritisiert.

Corona-News von Donnerstag, 10. März: Kritiker ziehen Rücktrittsforderungen wegen "Party-Gate"zurück

22.14 Uhr: Der wegen der "Partygate"-Affäre lange angezählte Boris Johnson kann sich in auf seinem Posten als britischer Premierminister wieder deutlich sicherer fühlen. Einer seiner schärfsten Kritiker aus seiner eigenen Partei, der Chef der schottischen Tories, Douglas Ross, zog am Donnerstag öffentlich seine Rücktrittsaufforderung zurück.

"Mitten in einer internationalen Krise ist nicht die Zeit, über Rücktritte zu diskutieren, es sei denn, es geht um die Amtsenthebung von Wladimir Putin", sagte Ross mit Bezug auf den Krieg in der Ukraine und den russischen Präsidenten Putin. Die Opposition warf Ross vor, "das Rückgrat einer Qualle" zu haben.

Omikron-Subtyp BA.2 laut RKI für steigende Fallzahlen verantwortlich

19.26 Uhr: Die leichtere Übertragbarkeit des Omikron-Subtyps BA.2 und die Rücknahme kontaktreduzierender Maßnahmen sind nach Ansicht des Robert Koch-Instituts (RKI) vermutlich für den erneuten Anstieg der Covid-19-Fälle verantwortlich. Bis Ende Februar ist der Anteil von BA.2 an einer Stichprobe auf 48 Prozent gestiegen, heißt es im Corona-Wochenbericht vom Donnerstagabend. In der Woche zuvor hatte der Wert noch bei 38 Prozent gelegen. "Der weitere Verlauf der Pandemie hängt maßgeblich davon ab, wie sich das Verhalten in der Bevölkerung ändert und in welchem Umfang mögliche infektionsrelevante Kontakte zunehmen."

Eine Labormitarbeiterin füllt mit einer Pipette zur Vorbereitung von Corona-Tests eine Flüssigkeit in eine Trägerplatte.
Eine Labormitarbeiterin füllt mit einer Pipette zur Vorbereitung von Corona-Tests eine Flüssigkeit in eine Trägerplatte. © Henning Kaiser/dpa

Niedersachsen erwägt Corona-Übergangsregeln bis Anfang April

18.45 Uhr: Niedersachsens Landesregierung erwägt, Corona-Übergangsregeln bis Anfang April zu erlassen. Hintergrund sei ein Entwurf des neuen Bundesinfektionsschutzgesetzes, welcher den Lädern Übergangsregeln bis zum 2. April ermöglichen würde, teilte das Gesundheitsministerium am Donnerstag auf Anfrage mit. Zuvor hatte die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" darüber berichtet.

Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) sagte der dpa: "Wir werden jedes Instrument, das der Bund uns in der Pandemiebekämpfung ab dem 20. März noch lässt, nutzen. Wir prüfen aktuell, welche Maßnahmen nach der neuen Bundesgesetzgebung überhaupt noch zulässig sein werden." Wie diese Übergangsregeln in Niedersachsen konkret aussehen könnten, ist somit noch nicht abzusehen.

Moderna startet größere Untersuchung zu Booster-Kombi-Impfstoff

18.40 Uhr: Der US-Hersteller Moderna hat einen ersten größeren Studienteil zur Untersuchung eines kombinierten Booster-Impfstoffes gegen das Coronavirus begonnen. Dabei handele es sich um ein Produkt, das den auf die Omikron-Variante zugeschnittenen Corona-Impfstoff mit dem ursprünglichen Impfstoff kombiniere, wie der Hersteller am Donnerstag mitteilte. Man erwarte, dass bei dieser sogenannten zweiten Phase der klinischen Studie in den USA rund 375 Menschen teilnehmen werden.

"Unser Ziel ist es, dem Virus immer einen Schritt voraus zu sein", sagte Moderna-Chef Stéphane Bancel. "Wir sind entschlossen, Daten zu generieren und mit den Gesundheitsbehörden zu teilen, während sie sich auf die Auffrischungssaison im Herbst vorbereiten."

Mainz ernennt Biontech-Gründer zu Ehrenbürgern

18.20 Uhr: Die drei Gründer des Mainzer Pharmaunternehmens Biontech - Ugur Sahin, Özlem Türeci und Christoph Huber - sind jetzt Ehrenbürger der Landeshauptstadt. Mit dieser Auszeichnung wolle Mainz die Verdienste des Trios in der Forschung und nicht zuletzt bei der Entwicklung des Corona-Impfstoffs würdigen, sagte Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) am Donnerstag bei einer Feierstunde in der Rheingoldhalle. "Aus Mainz ging Hoffnung in die Welt in der dunkelsten Zeit der Pandemie."

Biontech, das wegen der Entwicklung eines Impfstoffs gegen Covid-19 mittlerweile zu den bekanntesten deutschen Unternehmen gehört, hat seinen Hauptsitz in Mainz und ist der größte Steuerzahler in der Landeshauptstadt. Die Ehrenbürgerwürde ist die höchste der von der Stadt vergebenen Auszeichnungen und würdigt Personen, die sich besonders um die Menschen und das Ansehen der Landeshauptstadt verdient gemacht haben.

Ugur Sahin (l), Özlem Türeci (M) und Christoph Huber (r) stehen bei der Verleihung der Ehrenbürgerschaft der Stadt Mainz an die Wissenschaftler auf der Bühne.
Ugur Sahin (l), Özlem Türeci (M) und Christoph Huber (r) stehen bei der Verleihung der Ehrenbürgerschaft der Stadt Mainz an die Wissenschaftler auf der Bühne. © Frank Rumpenhorst/dpa

Tausende Ärzte drohen mit Streik

17.14 Uhr: Der Marburger Bund bereitet angesichts der bislang ergebnislosen Tarifverhandlungen für die rund 55.000 Ärzte an den kommunalen Krankenhäusern Streikmaßnahmen vor. In einer Sitzung habe die große Tarifkommission den Weg dafür frei gemacht, teilte die Ärztegewerkschaft am Donnerstag in Berlin mit. Verhandlungsführer Christian Twardy erklärte, die Verhandlungen mit den kommunalen Arbeitgebern seien "an einem toten Punkt angelangt". Der Marburger Bund will nun kurzfristig entscheiden, wann und wo gestreikt wird.

Twardy erklärte, die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) habe nicht im gleichen Maß wie die Ärzte Bereitschaft zur Verständigung gezeigt. So sei die Arbeitgeberseite nicht einmal bereit gewesen, die Vorteile zu nutzen, die sich aus steuerbefreiten Einmalzahlungen – also Coronaprämien – ergeben hätten. "Auf dieser Grundlage ist der Weg zu einer Verhandlungslösung verbaut."

Erneuter Rekord bei Corona-Neuinfektionen in Österreich

15.35 Uhr: Den zweiten Tag hintereinander ist in Österreich ein Rekord bei den Corona-Neuinfektionen verzeichnet worden. Nach knapp 48.000 Fällen binnen 24 Stunden am Mittwoch wurden am Donnerstag fast 50.000 neue Infektionen registriert, wie die Behörden berichteten.

Experten hatten zuletzt kritisiert, dass die fast komplette Aufhebung aller Corona-Beschränkungen am 5. März zu früh erfolgt sei. Allerdings blieb die Situation in den Kliniken stabil. Auf den Normalstationen sank die Zahl der Corona-Patienten im Vergleich zum Vortag leicht, auf den Intensivstationen blieb sie stabil. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt in Österreich bei rund 2800 Fällen auf 100.000 Einwohner.

Lauterbach wirbt erneut für mehr Corona-Impfungen

14.00 Uhr: Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat auch angesichts wieder steigender Corona-Infektionszahlen erneut zu mehr Impfungen aufgerufen. Die Lücke sei so groß, "dass wir ohne eine deutliche Verbesserung der Impfbereitschaft und der Impfquoten im Herbst wieder erhebliche Probleme haben werden", sagte der SPD-Politiker am Donnerstag in Berlin. Dies zeige auch die jetzt wieder anwachsende Omikron-Welle, die wahrscheinlich größtenteils durch die Untervariante BA.2 getrieben sei. Wenn dies nicht in den Griff komme, würden über viele Wochen hinweg jeden Tag 200 bis 300 Todesfälle zu beklagen sein. "Damit können wir uns nicht abfinden."

Lauterbach kam zum Auftakt einer neuen Impfaktion der Initiative "German Dream", die in Berlin startete. Im Rahmen der Impfkampagne der Bundesregierung soll ein Informationsbus bis April auch nach Halle an der Saale, Jena, Cottbus und Köln fahren, um Impfzögerliche direkt in ihrem Lebensumfeld anzusprechen. Dies sei eine gute und unbürokratische Aktion, sagte der Minister. Auch Menschen mit Migrationshintergrund seien oft impfbereit, Angebote würden dann aber teils nicht in sinnvoller Art und Weise erbracht. Die Vorsitzende von "German Dream", Düzen Tekkal, erläuterte, dass auch mehrsprachige Angebote vorgesehen seien, um Desinformation entgegenzutreten.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) nimmt im Uniklinikum Dresden an einer Podiumsdiskussion zur Corona-Pandemie teil.
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) nimmt im Uniklinikum Dresden an einer Podiumsdiskussion zur Corona-Pandemie teil. © Robert Michael/DPA-Zentralbild/dpa

Studie: Vorerkrankungen erhöhen Risiko für Long Covid

13.30 Uhr: Je mehr Vorerkrankungen jemand hat, desto höher ist sein Risiko für Long Covid. Das ist das Fazit einer Studie des Universitätsklinikums Tübingen mit rund 1.900 Menschen, die sich mit dem Coronavirus infiziert hatten. Häufigste Symptome der Befragten seien Müdigkeit, körperliche Erschöpfung, Konzentrationsstörungen sowie Geschmacks- und Geruchsverlust, teilte das Klinikum am Donnerstag mit. Das Risiko bei Frauen, unter Long Covid zu leiden, sei rund 80 Prozent höher als bei Männern.

Die Forscher hatten gemeinsam mit den Gesundheitsämtern der Landkreise Reutlingen, Tübingen und dem Enzkreis eine Befragung unter allen Erwachsenen mit positivem PCR-Test durchgeführt. 87 Prozent der Befragten gaben an, ihre Corona-Infektion Zuhause durchgestanden zu haben.

Dabei zeigte sich den Angaben zufolge, dass 46 Prozent der ambulant behandelten Patienten auch zwölf Wochen nach der Infektion noch unter Beschwerden leiden. Wesentlich häufiger, mit 73 Prozent, berichteten Krankenhauspatienten über Langzeitsymptome. Viele der schwer Erkrankten hätten bereits unter Vorerkrankungen gelitten.

Weniger als 100.000 Impfungen am Tag

12.06 Uhr: Beim Impfen gegen das Coronavirus geht es in Deutschland weiter nur langsam voran. Am Mittwoch wurden rund 95.000 Impfdosen verabreicht. Das geht aus den Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) hervor. Am Mittwoch der Vorwoche waren es mit rund 112.000 Dosen deutlich mehr. Seit mehreren Tagen liegt die Zahl der verabreichten Impfdosen unter 100.000.

Inzwischen haben 75,7 Prozent der Menschen in Deutschland einen Grundschutz erhalten, für den meist zwei Spritzen nötig sind. Bundesweit haben 57,6 Prozent zusätzlich eine Booster-Impfung bekommen. Mindestens einmal geimpft sind 76,4 Prozent.

Ein Mann steht an einem Covid-19-Impfcenter hinter der Bodenaufschrift
Ein Mann steht an einem Covid-19-Impfcenter hinter der Bodenaufschrift "Impfen". © dpa

Mützenich spricht von "Präzisierungen" bei neuen Regeln

11.55 Uhr: Die SPD rechnet bei dem geplanten neuen Infektionsschutzgesetz noch mit Veränderungen. "Ich glaube, dass es wahrscheinlich Präzisierungen noch wird geben müssen", sagte Fraktionschef Rolf Mützenich vor einer Sonder-Fraktionssitzung in Berlin. Einen großen Veränderungsbedarf sehe er jedoch nicht.

Das neue Gesetz soll kommende Woche beschlossen werden und ab dem 20. März gelten. Es sieht den Wegfall der meisten Corona-Schutzmaßnahmen vor, was teilweise auf Kritik stößt. Mützenich räumte ein, dass es um den Infektionsschutz ein hartes Ringen "insbesondere mit der FDP" gegeben habe, die für möglichst weitgehende Lockerungen eintritt. Das Ergebnis sei nun, den Ländern mehr Handlungsspielraum zu geben.

Deutlich mehr Deutschland-Touristen Anfang 2022

11.17 Uhr: Trotz der Omikron-Welle hat sich die Zahl der Gästeübernachtungen in Hotels, Pensionen und anderen Beherbergungsbetriebe im Januar deutlich erhöht. Insgesamt wurden in Deutschland 16,2 Millionen Übernachtungen in- und ausländischer Gäste registriert und damit gut zweieinhalb Mal so viele (+152,9 Prozent) wie im Vorjahresmonat.

Damals hatte es aufgrund der Corona-Pandemie ein Beherbergungsverbot für privatreisende Gäste gegeben, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Im Vergleich mit dem letzten Vorkrisenmonat – dem Januar 2020 – lagen die Übernachtungszahlen allerdings immer noch um 39,9 Prozent niedriger.

Menschen gehen mit Regenschirmen am Brandenburger Tor spazieren.
Menschen gehen mit Regenschirmen am Brandenburger Tor spazieren. © dpa

China meldet die höchsten Corona-Zahlen seit 2020

7.26 Uhr: China hat die höchsten Infektionszahlen seit dem ersten Corona-Ausbruch in der zentralchinesischen Metropole Wuhan gemeldet. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, wurden am Mittwoch landesweit 402 lokale Infektionen mit Symptomen entdeckt – fast doppelt so viele wie am Vortag. Hinzu kamen 435 asymptomatische Infektionen sowie 277 aus dem Ausland importierte Fälle.

Hui Ngai-seng erhält in einem Impfzentrum in Hongkong seine erste Dosis des chinesischen Corona-Impfstoffs Sinovac.
Hui Ngai-seng erhält in einem Impfzentrum in Hongkong seine erste Dosis des chinesischen Corona-Impfstoffs Sinovac. © dpa

Bioinformatiker: Deutschland in sechster Welle

6.00 Uhr: Der Bioinformatiker Lars Kaderali aus Greifswald sieht Deutschland in einer neuen Corona-Welle. "Das liegt vor allem daran, dass der Omikron-Subtyp BA.2 noch infektiöser ist als die ursprüngliche Variante", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Hinzu kämen die Lockerungen der Corona-Maßnahmen. "In Kombination führt das beides zu den steigenden Fallzahlen."

Seit etwa einer Woche meldet das Robert Koch-Institut einen Anstieg der bundesweiten Sieben-Tage-Inzidenz. Die von der Bundesregierung angekündigten Lockerungen hält Kaderali, Mitglied des Corona-Expertenrats der Bundesregierung, dennoch für vertretbar. "Bundesweit steigen die Corona-Zahlen zwar, die Situation in den Krankenhäusern ist aber noch undramatisch", sagte er. "Man sollte aber nur vorsichtig lockern und nur mit der Option, wieder zurückzugehen, wenn man merkt, dass das zu viel wird."

RKI registriert Rekordzahl an Corona-Neuinfektionen

5.58 Uhr: Erstmals in der Corona-Pandemie sind binnen eines Tages mehr als 250.000 neue Corona-Infektionen an das Robert Koch-Institut übermittelt worden. Die Gesundheitsämter meldeten laut RKI-Angaben von Donnerstagmorgen 262.752 Fälle in 24 Stunden. Vor einer Woche waren es 210.673 Ansteckungen. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg ebenfalls deutlich auf 1388,5. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 1319,0 gelegen. Vor einer Woche lag die bundesweite Inzidenz bei 1174,1 (Vormonat: 1465,4).

Experten gehen von einer hohen Zahl an Fällen aus, die in den RKI-Daten nicht erfasst sind. Ein Grund sind die begrenzten Kapazitäten etwa von Gesundheitsämtern, oft werden Kontakte nur noch eingeschränkt nachverfolgt.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 259 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 267 Todesfälle.

Corona-News von Mittwoch, 9. März: Kritik an neuen Corona-Regeln wächst

  • Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, hat die Corona-Regeln, die nach den Plänen der Bundesregierung ab dem 20. März gelten sollen, als unzureichend kritisiert.
  • Angesichts sinkender Corona-Fallzahlen hebt Tschechien die allgemeine Maskenpflicht in Innenräumen auf.
  • Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat der Bundesregierung im weiteren Kampf gegen die Pandemie grobe Fahrlässigkeit vorgeworfen.
  • Österreich setzt die Impfpflicht gegen das Coronavirus vorerst aus.
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(fmg/dpa/afp/epd)

Dieser Artikel ist zuerst auf morgenpost.de erschienen.