Pandemie

Omikron: Forscherteam findet Erklärung für mildere Verläufe

WHO: Ende der Corona-Pandemie in Europa nach Omikron-Welle "plausibel"

WHO- Ende der Corona-Pandemie in Europa nach Omikron-Welle plausibel

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schließt ein Ende der Corona-Pandemie in Europa nach der derzeitigen Omikron-Welle nicht aus. "Es ist plausibel, dass die Region sich auf eine Endphase der Pandemie zu bewegt", sagte der Europa-Chef der WHO, Hans Kluge, der Nachrichtenagentuer AFP.

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Warum Omikron für mildere Covid-Verläufe verantwortlich ist als Delta, war lange unklar. Jetzt gibt es eine weitere Erklärung.

Frankfurt/Main. Eine Studie der Frankfurter Goethe-Universität und der University of Kent zeigt, dass die Omikron-Variante von Sars-CoV-2 weniger gut zelluläre Abwehrmechanismen gegen Viren blockieren kann als Delta. Dies könnte die milderen Krankheitsverläufe erklären.

„Unsere Zellkulturexperimente liefern eine erste Erklärung dafür, warum Omikron-Infektionen häufiger milde klinische Verläufe nach sich ziehen“, sagt Prof. Martin Michaelis von der University of Kent. Im Gegensatz zur Delta-Variante könne Omikron offenbar nicht verhindern, dass die befallenen Zellen Interferon produzieren und ausschütten. Interferone sind Zytokine, die als Teil des angeborenen Immunsystems bei der Abwehr von Virusinfektionen eine zentrale Rolle spielen.

Medikamente wirken auch gegen Omikron

Zudem zeigte die im Fachblatt „Cell“ veröffentlichte Studie, dass acht der wichtigsten Covid-19-Wirkstoffe auch die Vermehrung der Omikron-Variante effektiv hemmen, darunter ein Metabolit des Arzneistoffs Molnupiravir sowie Nirmatrelvir, ein Bestandteil der Covid-Pille Paxlovid. Alle Substanzen zeigten in der Zellkulturstudie eine ähnliche Wirksamkeit wie gegen die Vermehrung der Delta-Variante.

„Obwohl unsere Zellkulturexperimente natürlich nicht ohne weiteres auf die ungleich komplexere Situation in Patienten übertragbar sind, geben sie Hoffnung, dass die enormen Anstrengungen zur Entwicklung von Covid-19-Medikamenten nicht vergebens waren“, sagt Prof. Jindrich Cinatl vom Institut für Medizinische Virologie der Goethe-Universität.

( kai )