Missbrauchsvorwürfe

Prinz Andrew gibt Militär-Titel und Schirmherrschaften ab

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In diesem Jahr droht ihm ein Schadenersatzprozess in New York: Eine US-Amerikanerin beschuldigt Prinz Andrew, sie vor 20 Jahren sexuell missbraucht zu haben.

In diesem Jahr droht ihm ein Schadenersatzprozess in New York: Eine US-Amerikanerin beschuldigt Prinz Andrew, sie vor 20 Jahren sexuell missbraucht zu haben.

Foto: Neil Hall/PA Wire/dpa

Prinz Andrew ist am Donnerstag von seinen militärischen Titeln und royalen Verpflichtungen zurückgetreten. Das teilte der Palast mit.

Berlin/London. Der britische Prinz Andrew hat alle militärischen Dienstgrade und royalen Schirmherrschaften zurückgegeben. Das teilte der Buckingham-Palast am Donnerstagabend mit. Dem 61-Jährigen droht in den USA ein Zivilprozess wegen sexualisierter Gewalt. Die US-Amerikanerin Virginia Giuffre wirft dem Sohn von Königin Elisabeth II. vor, sie vor rund 20 Jahren als 17-Jährige mehrere Male missbraucht zu haben.

Bei Twitter verbreitete der Palast eine kurze Mitteilung. Darin heißt es: "Im Einvernehmen mit der Königin, sind die militärischen Zugehörigkeiten und die königlichen Schirmherrschaften des Herzogs von York an die Königin zurückgegeben worden." Andrew werde weiter keine öffentlichen Auftritte für das britische Königshaus unternehmen und sich in dem Fall "als privater Bürger" verteidigen.

Am Vortag war Andrew mit einem Antrag auf Abweisung der gegen ihn gerichteten Missbrauchsklage in dem USA gescheitert. Damit rückt ein Zivilprozess gegen den britischen Prinzen näher.

Klägerin erhebt schwere Vorwürfe gegen Prinz Andrew

Prinz Andrew wird seit längerem mit dem Fall Epstein in Verbindung gebracht und steht wegen seiner Verbindungen zum toten Multimillionär Jeffrey Epstein in der Kritik. Die Klägerin Virginia Giuffre gibt an, zuvor Opfer eines von dem Epstein und seiner Ex-Partnerin Ghislaine Maxwell aufgebauten Missbrauchsrings geworden zu sein. Epstein habe sie damals an den Royal „ausgeliehen“.

Giuffre fordert jetzt Schadenersatz in nicht genannter Höhe. Der Zivilprozess könnte im Herbst beginnen. Andrew streitet alle Vorwürfe kategorisch ab. Maxwell war erst vor kurzem von einem Gericht in einem US-Strafverfahren in mehreren Punkten schuldig gesprochen worden und muss mit einer langen Haftstrafe rechnen. Epstein nahm sich 2019 in Untersuchungshaft das Leben.

Wegen der Vorwürfe und seiner früheren Kontakte zu Epstein gab er allerdings bereits 2019 seine royalen Pflichten auf und zog sich weitgehend aus der Öffentlichkeit zurück.

Britische Offiziere forderten Entlassung Andrews

Die Anwälte des 61 Jahre alten Prinzen hatten bis vor kurzem gehofft, die Klage noch im Keim ersticken zu können. Doch deren Einwändelehnte der Richter des New Yorker Gerichts am Mittwoch ab. Sollte es nun nicht noch zu einer außergerichtlichen Einigung kommen, steht Andrew ein Prozess bevor.

Mehr als 150 britische Militär-Veteranen hatten die Queen am Donnerstag in einem offenen Brief aufgefordert, Prinz Andrew von seinen Rollen im Militär zu entbinden, da er den mit den Dienstgraden verbundenen hohen Standards an ehrenhaftes Verhalten nicht gerecht geworden sei. "Wäre dies irgendein anderer ranghoher Militäroffizier, wäre es indiskutabel, dass er noch im Amt wäre", hieß es in dem Schreiben. (pcl/AFP/dpa)

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