Corona-Pandemie

Corona: Israel empfiehlt schon vierte Impfung für Senioren

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Stiko empfiehlt Booster-Impfung jetzt nach drei Monaten

Stiko empfiehlt Booster-Impfung jetzt nach drei Monaten

Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt eine Auffrischung der Corona-Impfung nun bereits nach drei Monaten. Durch die Verkürzung des Abstands soll die Omikron-Variante des Coronavirus in Schach gehalten werden.

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Israel prescht in der Corona-Pandemie erneut vor – ältere Personen bekommen bereits ihre vierte Impfung. Kommt das auch in Deutschland?

Berlin. Ein Beratergremium hat der israelischen Regierung eine vierte Impfung gegen Corona empfohlen. Angesichts der Ausbreitung der Omikron-Variante sollen über 60-Jährige in Israel die zweite Booster-Impfung erhalten. Das erklärten die Berater am Dienstag. Ministerpräsident Naftali Bennett sagte, er habe bereits angewiesen, mit den den Vorbereitungen zu beginnen. Mitarbeiter des Gesundheitssystems sollten ebenfalls zum vierten Mal geimpft werden.

Regierungschef Naftali Bennett rief alle Bürgerinnen und Bürger, die diese Kriterien erfüllen, dazu auf, sich impfen zu lassen. Er wies nach Angaben seines Büros die Krankenkassen an, sich auf eine weitere breite Impfkampagne einzustellen. Dies werde dabei helfen, „die Omikron-Welle zu überwinden, die die ganze Welt überschwemmt“, sagte Bennett. „Die israelischen Bürger haben als Erste auf der Welt die dritte Impfdosis erhalten und wir führen weiter mit der vierten Impfung.“

Israel: Corona-Kabinett beschließt neue Maßnahmen

Das sogenannte Corona-Kabinett in Israel beschloss angesichts der Omikron-Ausbreitung am Dienstagabend neue Beschränkungen. In Schulklassen in Orten mit hoher Inzidenz, in denen weniger als 70 Prozent der Schüler eine Erstimpfung erhalten haben, soll es etwa wieder Fernunterricht geben. Der Minister-Ausschuss beschloss außerdem strengere Vorsichtsmaßnahmen in Einkaufszentren. Von Januar an müssen Eltern zudem Kosten für Antigen-Tests für Schüler selbst übernehmen.

Israel hat eine der schnellsten Impfkampagnen gegen Corona weltweit durchgezogen und war im Sommer das erste Land, das vollständig Geimpften Auffrischungen zu verabreichen begann. Die erneute Auffrischung soll zunächst an Menschen über 60 und Angestellte im Gesundheitswesen verimpft werden. Sie könnte jedoch bald auf andere Bevölkerungsgruppen ausgeweitet werden.

Wenn alles nach Plan verläuft, könnte Israel auch in der vierten Impfkampagne wieder weltweiter Vorreiter sein. Einigen Menschen scheint aber nach der zweiten Impfung der Atem ausgegangen zu sein: Mehr als eine Million Israelis sind nur zweifach geimpft und haben bislang auf den Booster verzichtet.

Insgesamt verfügen drei Millionen Israelis über keinen gültigen grünen Pass. „Schrecklich“ sei das, zürnte Regierungschef Bennett vor einer Woche. Dass sich heute pro Tag nur durchschnittlich 7000 Israelis den dritten Stich abholen, sei „erbärmlich“, urteilte der Premier.

Kommt die vierte Impfung auch in Deutschland?

Noch ist nicht klar, ob auch in Deutschland ältere Personen, Risikogruppen oder sogar alle eine vierte Impfung erhalten werden. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt nun allerdings Booster-Impfungen schon nach drei Monaten.

Der Virologe Christian Drosten rechnet damit, dass Corona "nächstes, übernächstes Jahr oder auch in drei Jahren" ein normales Erkältungsvirus sein werde. Dann müsse die Impfung nur noch im Winter aufgefrischt werden, und vielleicht auch nicht mehr bei der ganzen Bevölkerung. "Da laufen wir drauf zu", so Drosten in einem Interview mit den ARD-Tagesthemen. (bef/dpa)