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Corona: Forscher weisen Omikron in Münchner Abwasser nach

| Lesedauer: 112 Minuten
Kommt jetzt der Omikron-Lockdown?

Kommt jetzt der Omikron-Lockdown?

Angesicht der Ausbreitung der besonders ansteckenden Omikron-Variante fordern Mediziner und zahlreiche Politiker härtere Einschränkungen auch für Geimpfte. Für Dienstag ist ein weiteres Bund-Länder-Gespräch zur Corona-Krise angesetzt.

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Dem RKI zufolge sollten unter anderem maximale Kontaktbeschränkungen mit sofortiger Wirkung eingeleitet werden. Mehr im Corona-Blog.

  • RKI fordert mit sofortiger Wirkung strengere Maßnahmen
  • Forscher weisen Omikron in Münchner Abwasser nach
  • Die Corona-Zahlen sinken erneut in Deutschland
  • An diesem Dienstag gibt es einen neuen Corona-Gipfel
  • Justizminister Marco Buschmann will alles dafür tun, einen erneuten Lockdown zu verhindern
  • In Sachsen-Anhalt haben erneut Tausende Menschen gegen die Corona-Politik protestiert

Berlin. Bund und Länder treffen sich am heutigen Dienstagnachmittag erneut zu einem Corona-Gipfel. Es deutet sich an, dass die Kontaktbeschränkungen auch für Geimpfte und Genesene verschärft werden könnten. Zuvor hatte der von der Bundesregierung neu eingesetzte Corona-Expertenrat Kontaktbeschränkungen empfohlen.

Der Druck auf die Bundesregierung zu handeln hatte angesichts der raschen Ausbreitung der Omikron-Variante in anderen Ländern zugenommen. Zwar ließ sich in Deutschland bei den Corona-Zahlen zuletzt ein Abwärtstrend beobachten, doch Experten gehen davon aus, dass die neue Mutante die Situation auch in Deutschland schon bald verschärfen wird.

Lesen Sie hier: Alle aktuellen Entwicklungen vom Corona-Gipfel.

Wegen der aktuellen Entwicklung ist auch Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) alarmiert – und befürchtet eine fünfte Corona-Welle durch Omikron. Auch ein milderer Krankheitsverlauf würde "keinen Unterschied machen", so Lauterbach. Experten befürchten, dass viele Ansteckungen nicht nur das Gesundheitssystem belasten, sondern dass infizierte Mitarbeiter der kritischen Infrastruktur wie Polizei, Feuerwehr, Müllabfuhr das gesamte gesellschaftliche Leben in Chaos stürzen könnte.

Corona: RKI meldet aktuelle Zahlen

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist im Vergleich zum Vortag gesunken. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Dienstagmorgen mit 306,4 an (Vortag: 316,0). Vor einer Woche lag die bundesweite Inzidenz bei 375,0 (Vormonat: 372,7). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 23.428 Corona-Neuinfektionen. Vor genau einer Woche waren es 30.823 Ansteckungen. Mehr dazu: Corona in Deutschland – Die aktuellen Zahlen des RKI im Überblick

Corona-News von Dienstag, 21. Dezember: Kontaktbeschränkung, Sperrstunde und Tanzverbot in Hamburg ab 24.12.

13.22 Uhr: Angesichts der sich rasch ausbreitenden Omikron-Variante des Coronavirus werden in Hamburg bereits zu Weihnachten die Kontakte auch für Geimpfte und Genesene eingeschränkt. Nur noch maximal zehn Personen dürften privat zusammentreffen, sagte Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) am Dienstag nach einer Sitzung des rot-grünen Senats. Ausgenommen von der Kontaktbeschränkung sind Kinder unter 14 Jahren.

Außerdem würden Tanzveranstaltungen ab dem 24. Dezember untersagt. Das Tanzverbot kommt faktisch einer Schließung von Clubs und Diskotheken gleich. Für die Gastronomie wird es zudem eine Sperrstunde von 23 Uhr an geben. Eine Ausnahme ist für den Neujahrsmorgen geplant. Dann dürfen Kneipen, Gaststätten und Bars bis 1 Uhr geöffnet bleiben.

Kretschmann fordert weitere Kontaktbeschränkungen - Kritik an Scholz

13.04 Uhr: Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat angesichts der sehr ansteckenden Omikron-Variante schnell schärfere Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus gefordert. Das Impfen sei wichtig, reiche aber nicht aus - private Kontakte müssten reduziert werden, sagte der Grünen-Politiker am Dienstag in Stuttgart kurz vor der Bund-Länder-Schalte zur Pandemie.

Kretschmann forderte auch die erneute Ausrufung der sogenannten epidemischen Lage nationaler Tragweite durch den Bundestag. "Was muss noch passieren, damit die ausgerufen wird?", fragte er. Die Länder bräuchten den ganzen Instrumentenkasten im Kampf gegen das Virus. Das ewige Nachjustieren werde der Gesamtlage nicht gerecht. "Ich werde von Scholz Führung bestellen", sagte er mit Blick auf den neuen Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD). Auch einen Lockdown könne man nicht ausschließen.

RKI empfiehlt "maximale Kontaktbeschränkungen" ab sofort

12.34 Uhr: Das Robert Koch-Institut (RKI) empfiehlt aufgrund der aktuellen Corona-Lage in Deutschland "maximale Kontaktbeschränkungen". Diese sollten "sofort beginnen" und bis zunächst Mitte Januar gelten, wie das RKI am Dienstag auf Twitter schrieb.

EU-Impfnachweise ohne Booster künftig nur noch neun Monate gültig

12.18 Uhr: Ohne Booster sind EU-Impfzertifikate künftig spätestens neun Monate nach der Grundimmunisierung ungültig. Die Entscheidung tritt am 1. Februar in Kraft, wie die EU-Kommission am Dienstag mitteilte. Theoretisch können die EU-Länder noch ein Veto einlegen, was aber als so gut wie ausgeschlossen gilt, da die Regelung laut Kommissionssprecher mit den Staaten abgestimmt wurde.

Omikron-Ausbreitung: Thailand verschärft wieder die Einreiseregeln

12.11 Uhr: Schlechte Nachrichten für Touristen, die in den nächsten Wochen einen Thailand-Urlaub geplant haben: Die Regierung hat wegen der Ausbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus die Einreiseregeln zumindest vorübergehend wieder verschärft. Das quarantänefreie "Test&Go"-Modell, wonach vollständig geimpfte Touristen seit November bei der Einreise nur noch einen PCR-Test machen und dann eine Nacht in ihrem Hotel auf das Ergebnis warten müssen, werde ab sofort für zwei Wochen ausgesetzt, sagte Ministerpräsident Prayut Chan-o-chan am Dienstag nach einer Dringlichkeitssitzung der Regierung.

Forscher weisen Omikron in Münchner Abwasser nach

11.45 Uhr: Ein Forscherteam unter der Leitung des Tropeninstituts am LMU-Klinikum München hat im Abwasser der bayerischen Landeshauptstadt die Omikron-Variante des Coronavirus nachgewiesen. Das berichtet unter anderem "Süddeutsche Zeitung". Demnach seien die Proben bereits am 7. und 10. Dezember entnommen worden. In fünf der sechs entnommen Proben sei Omikron nachgewiesen worden. In älteren Proben bis zum 3. Dezember sei die Virusvariante noch nicht nachweisbar gewesen.

Andreas Wieser, Facharzt für medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene, hält den Befund für "besorgniserregend", weil Omikron in die Bevölkerung gespült worden sei. "Nun ist das Ganze nicht mehr zu stoppen und wird uns Weihnachten und danach noch richtig erwischen", zitiert ihn die "Süddeutsche Zeitung".

Die Abwasseranalyse und der Nachweis des Virus im Abwasser mithilfe spezieller PCR-Tests und Genomsequenzierung dienst als Frühwarnsystem für die Erkennung von Krankheitserrregern und deren Verbreitung. Der aktuelle Befund aus München zeige, dass die Omikron-Variante offenbar schon viel früher viel weiter verbreitet war als bislang angenommen.

Bundesverfassungsgericht kündigt Entscheidung zur Triage an

11.17 Uhr: Das Bundesverfassungsgericht veröffentlicht am kommenden Dienstag (28. Dezember) eine Entscheidung zur sogenannten Triage in der Corona-Pandemie. Das kündigte das höchste deutsche Gericht in Karlsruhe am Dienstag auf seiner Internetseite an. Geklagt haben neun Menschen mit Behinderungen und Vorerkrankungen. Sie befürchten, bei einer Überlastung der Intensivstationen aufgrund ihrer statistisch schlechteren Überlebenschancen aufgegeben zu werden. Mit ihrer Verfassungsklage wollen sie erzwingen, dass der Gesetzgeber die Entscheidungskriterien vorgibt. (Az. 1 BvR 1541/20)

Das Wort Triage stammt vom französischen Verb "trier", das "sortieren" oder "aussuchen" bedeutet. Es beschreibt eine Situation, in der Ärzte entscheiden müssen, wen sie retten und wen nicht - zum Beispiel, weil so viele schwerstkranke Corona-Patienten in die Krankenhäuser kommen, dass es nicht genug Intensivbetten gibt.

Novavax sorgt für große Hoffnung bei Experten

11.12 Uhr: Der Vorsitzende der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft, Wolf-Dieter Ludwig, hofft, dass der von der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) zur Zulassung empfohlene Proteinimpfstoff von Novavax gegen das Coronavirus Impfskeptiker überzeugt. Die vorliegenden Studien zu Novavax umfassten Datensätze von etwa 40.000 Menschen aus den USA und Mexiko, sagte der Arzneimittelexperte am Dienstag im RBB-Inforadio. Die Wirksamkeit liege in der Größenordnung von 90 Prozent.

Dabei handele es sich aber um eine "relative Wirksamkeit", betonte der Arzneimittelexperte. Der Impfstoff sei gegen die Corona-Varianten von Alpha, Beta und Delta sehr wirksam, sagte Ludwig. Gravierende Nebenwirkungen seien "sehr selten" aufgetreten. Bezüglich der Omikron-Variante gebe es aber noch keine Daten. Ludwig vermutet, dass die Firma Biontech bis März 2022 einen angepassten mRNA-Impfstoff gegen die Omikron-Variante entwickelt haben wird. Ludwig ist Mitglied im Management-Board der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA).

Holetschek will keine Maßnahmen gegen Omikron ausschließen

10.56 Uhr: Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek hat vor der Bund-Länder-Runde zu neuen Corona-Auflagen davor gewarnt, auf bestimmte Maßnahmenverschärfungen von vornherein zu verzichten. "Im Moment ausschließen kann man, wenn man ehrlich ist, auf Dauer noch gar nichts", sagte der CSU-Politiker am Dienstag im Deutschlandfunk. "Man muss für die Zukunft alles offenhalten." Niemand wisse, was mit der befürchteten Omikron-Welle noch alles auf Deutschland zukomme. "Dieses Virus hat eine große Wucht", sagte der Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz. "Ich glaube, wir müssen uns bewusst machen, es ist nach wie vor eine epidemische Notlage."

Katalonien will wegen Corona öffentliches Leben wieder einschränken

10.30 Uhr: Katalonien mit der Touristenmetropole Barcelona hat angesichts schnell steigender Corona-Zahlen wieder strenge Beschränkungen des öffentlichen Lebens angekündigt. So sollten Clubs, Bars und Discos geschlossen werden, nächtliche Ausgehbeschränkungen zwischen 1 Uhr und 6 Uhr gelten und die Auslastung von Gaststätten, Kultur- und Freizeiteinrichtungen sowie die Zahl der Teilnehmer an privaten Treffen begrenzt werden, teilte die Regionalregierung der autonomen Gemeinschaft im Nordosten Spaniens mit. Diese Maßnahmen sollten am Freitag für zunächst 15 Tage in Kraft treten. Der Oberste Gerichtshof Kataloniens muss den Plänen allerdings noch zustimmen.

Söder verlangt rasches Signal für Impfpflicht

10.13 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat von der Bundesregierung ein rasches Signal für eine Impflicht verlangt. "Wir bräuchten jetzt dringend auch ein rasches Signal für die Impfpflicht", sagte der CSU-Politiker am Dienstag im ARD-"Morgenmagazin". Wenn der Expertenrat von einer dramatischen Lage spreche, zugleich aber vor allem nur über neue Kontaktbeschränkungen gesprochen werde, passe dies nicht zusammen. "Es macht jetzt keinen Sinn, bei fallenden Zahlen jetzt die Panik auszurufen", sagte Söder. Dennoch müssten Bund und Länder heute Klarheit schaffen, was wirklich nötig sei, einer neuen Corona-Welle durch die Omikron-Variante zu begegnen.

"Wenn Omikron tatsächlich weniger schwere Verläufe hat, dann muss sich das auch in den Maßnahmen ein Stück weit wiederfinden", sagte Söder. "Wir müssen zunächst erstmal eine genaue Einschätzung bekommen, wie gefährlich Omikron genau ist, wie es sich auswirkt auf die Krankenhäuser", sagte er. In dem Papier des Corona-Expertenrats der Bundesregierung vom Sonntag heißt es dazu: "Aufgrund des gleichzeitigen, extremen Patientenaufkommens ist eine erhebliche Überlastung der Krankenhäuser zu erwarten - selbst für den wenig wahrscheinlichen Fall einer deutlich abgeschwächten Krankheitsschwere im Vergleich zur Delta-Variante."

Bätzing zu Müllers Verschwörungsmythen: "Das geht gar nicht"

9.53 Uhr: Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, hat die von Kardinal Gerhard Ludwig Müller verbreiteten Verschwörungsmythen zu Corona verurteilt. "Ich muss sagen, da sind abstruse Ansichten dabei, die Spaltung befördern", sagte der Limburger Bischof der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Dienstag). "Ich teile seine Auffassung nicht und finde seine Wortwahl absolut unpassend. Das geht gar nicht." Müller hatte in einem Interview davon gesprochen, dass hinter Maßnahmen gegen die Pandemie eine finanzkräftige Elite stecken würde. "Leute, die auf dem Thron ihres Reichtums sitzen", nutzen laut Müller jetzt ihre Chance. Sie versuchten, "die Gelegenheit zu nutzen, die Menschen jetzt gleichzuschalten, einer totalen Kontrolle zu unterziehen, einen Überwachungsstaat zu etablieren". Solche Formulierungen kommen schon lange in Verschwörungsideologien vor und wurden zuletzt auf die Corona-Pandemie übertragen.

Brasilien lässt nur noch Geimpfte und Genesene ins Land

9.36 Uhr: Brasilien lässt ab sofort nur noch gegen das Coronavirus geimpfte und von einer Infektion genesene Menschen ins Land. Darüber hinaus ist ein negativer Test vorzulegen, wie aus einem am Montag (Ortszeit) veröffentlichten Erlass der Regierung hervorgeht. Demnach muss der Impfnachweis etwa vor dem Einsteigen bei der zuständigen Fluggesellschaft vorgezeigt werden. Damit folgt die Regierung, die eine solche Einreisebedingung zunächst abgelehnt hatte, einer Entscheidung des Obersten Gerichts in Brasília. Die Gesundheitsüberwachungsbehörde Anvisa hatte die Maßnahme ebenfalls empfohlen.

Biden hatte Corona-Kontaktfall an Bord der Air Force One

7.45 Uhr: US-Präsident Joe Biden hat Kontakt zu einem später positiv auf das Coronavirus getesteten Teammitglied des Weißen Hauses gehabt. Es handle sich um jemanden aus der mittleren Stabsebene, teilte das Weiße Haus am Abend (Ortszeit) mit. Die Person habe am Montagmorgen ein positives Testergebnis erhalten und nicht regelmäßig Kontakt zu Biden, am Freitag aber etwa 30 Minuten in seiner Nähe an Bord der Air Force One verbracht. Die Symptome seien erst am Sonntag aufgetreten, so Sprecherin Jen Psaki.

Mit 79 Jahren gehört Biden schon rein altersmäßig zu einer Risikogruppe. Er sei zuletzt am Sonntag und am Montag negativ auf das Coronavirus getestet worden, so Psaki. Ein neuer Test sei für Mittwoch geplant. Biden werde an seinem Programm für die kommenden Tage festhalten und sich nicht isolieren, da er vollständig geimpft sei. Biden hat für Dienstag unter anderem eine Ansprache zu Omikron geplant.

Polizei: 13 Einsatzkräfte bei Corona-Demo in Mannheim verletzt

7.43 Uhr: Bei gewaltsamen Auseinandersetzungen während einer unangemeldeten Demonstration gegen Corona-Maßnahmen sind in Mannheim nach Polizeiangaben 13 Einsatzkräfte verletzt worden. Demnach hatten die Protestierenden das Versammlungsverbot ignoriert und Widerstand geleistet, als die Ordnungskräfte ihren Aufzug beenden wollten. Einer der Beamten sei ins Krankenhaus gebracht worden. Wegen der Angriffe seien 13 Personen festgenommen worden, hieß es weiter. Geprüft werde, ob ein Demonstrant einem Haftrichter wegen Körperverletzung vorgeführt werden könne. Weitere 131 Menschen seien wegen Verstößen gegen das Versammlungsgesetz angezeigt worden. Auch in Weinheim (Rhein-Neckar-Kreis) gab es einen Protest mit 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Einsatzkräfte, von denen zwei verletzt worden seien. Weitere Demonstrationen etwa in Heidelberg verliefen friedlich. Die Versammlungen waren nicht angemeldet.

Intensivmediziner: Omikron wird in wenigen Wochen dominieren

7.31 Uhr: Intensivmediziner stellen sich derzeit darauf ein, dass die Omikron-Variante des Coronavirus bereits in wenigen Wochen in Deutschland dominieren wird. "Wir sind uns relativ sicher, dass Omikron etwa Mitte bis Ende Januar die dominierende Variante in Deutschland sein wird", sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Gernot Marx, der "Rheinischen Post" (Dienstag). Da man aktuell noch zu wenig über diese Virusvariante wisse, müsse man Studien aus dem Ausland studieren, die Entwicklung der Inzidenzen "engmaschig beobachten" und die Lage sondieren.

Gleichzeitig warnte Marx vor einer Überlastung der Intensivstationen und des dort arbeitenden Personals. Aktuell sinke die Zahl der Covid-Patienten auf den Intensivstationen in Deutschland zwar wieder leicht, sagte Marx auch dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Er gab aber auch zu bedenken: "Die Auslastung ist weiterhin sehr hoch, die Arbeitsbelastung noch höher, die psychologische Belastung der Teams geht schon teilweise sehr an das Menschenmögliche. Denn die Zahl der Covid-Patienten auf den Intensivstationen sinkt gerade auch, weil sehr viele Patienten versterben." Das sei für die Teams sehr schwer zu ertragen, sagte Marx.

Omikron in USA nun vorherrschende Variante Anteil bei 73 Prozent

7.25 Uhr: Omikron hat sich in den USA binnen kurzer Zeit zur vorherrschenden Corona-Variante entwickelt. Schätzungen zufolge entfielen rund 73 Prozent der Corona-Fälle in der vergangenen Woche auf Omikron, wie aus Daten auf der Webseite der US-Gesundheitsbehörde CDC am Montag hervorging. Dabei handelt es sich um einen sprunghaften Anstieg - noch in der Woche zuvor waren es schätzungsweise lediglich rund 12,6 Prozent gewesen. Die Gesundheitsbehörden hatten diese Zahl zunächst auf rund 3 Prozent beziffert - nach weiteren Sequenzierungen liegt diese Schätzung inzwischen aber höher. Omikron hat somit Delta, die zuvor vorherrschende Variante, auf den zweiten Platz verdrängt. Delta machte den CDC-Schätzungen zufolge zuletzt noch etwa ein Viertel der Fälle aus. In manchen Bundesstaaten ist Omikron gar schon für mehr als 90 Prozent der Fälle verantwortlich.

Ramelow ruft Ungeimpfte zu Novavax-Impfung auf

7.15 Uhr: Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hat Ungeimpfte mit Misstrauen gegenüber mRNA-Impfstoffen dazu aufgerufen, den neu zugelassenen Totimpfstoff des US-Herstellers Novavax zu nutzen. "Der erste Totimpfstoff ist jetzt von der Europäischen Arzneimittelbehörde zugelassen worden; ein zweiter wird bald folgen", sagte der Regierungschef dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND, Dienstag). "Ich freue mich darüber als ostdeutscher Ministerpräsident sehr. Und ich sage denjenigen, die den mRNA-Impfstoffen ablehnend gegenüberstehen und derzeit demonstrieren gehen: Wenn sie sich ernst nehmen, dann müssen sie sich nun auch impfen lassen." Jetzt gehe es nur noch um die Produktion und darum, genügend Impfstoff bereitzustellen, sagte Ramelow. Dann stehe Impfungen mit einer wirksamen Alternative nichts mehr im Wege.

Lehrer: Homeschooling und Ferienverlängerung wegen Omikron denkbar

7.07 Uhr: Wegen der sich rasch ausbreitenden Coronavirus-Variante Omikron kann sich die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) vorstellen, die Weihnachtsferien zu verlängern oder Homeschooling kurzzeitig wieder einzuführen. "Distanzunterricht für eine begrenzte Zeit nach den Weihnachtsferien kann eine Möglichkeit sein, die Verbreitung der Omikron-Variante zu erschweren", sagte die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Maike Finnern, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Dies müsse aber eine Ausnahme bleiben, die allein der aktuellen Situation geschuldet sei, erklärte sie weiter.

Der Präsident des Deutsche Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, sagte: "Wenn die Infektionszahlen aufgrund von Omikron in den Weihnachtsferien massiv nach oben gehen, dürfen Ferienverlängerungen beziehungsweise erneuter Distanzunterri