Österreich

Corona: FPÖ-Chef empfiehlt Impfgegnern Entwurmungskur

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Impfskeptiker in den USA und Österreich nehmen ein Parasitenmittel gegen Covid-19 ein. Das ist nicht gerade ungefährlich. (Symboldbild)

Impfskeptiker in den USA und Österreich nehmen ein Parasitenmittel gegen Covid-19 ein. Das ist nicht gerade ungefährlich. (Symboldbild)

Foto: imago images/TheNews2

Dem FPÖ-Chef soll Entwurmungsmittel gegen seine Coronavirus-Infektion geholfen haben. Impfgegner in Österreich stürzen sich nun darauf.

Wien. Querdenker in Österreich ergreifen aktuell skurrile Maßnahmen, um auch weiterhin eine Corona-Impfung zu umgehen. Unter den Impfgegnern ist neuerdings das Entwurmungsmittel Ivermectin heiß begehrt. Dabei handelt es sich um eine Wurmkur für größere Tiere wie Pferde, Kühe und Rinder. Die Jagd auf den Wirkstoff wurde nicht zuletzt von Herbert Kickl ausgelöst.

Der Chef der rechten Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ) gab auf Facebook bekannt, sich mit dem Coronavirus infiziert zu haben und teilte Anfang November den ungewöhnlichen Rat, die Krankheit mit dem Wurmmittel zu behandeln. Während die Regierung und Ärzte Kickls Aussagen stark kritisieren, folgten etliche Impfgegner dem Vorschlag.

Österreich und USA: Querdenker stürzen sich auf Antiwurmmittel

Thomas Veitschegger, der Präsident der Oberösterreichischen Apothekerkammer, bestätigte dem Portal "OÖ Nachrichten", dass Ivermectin mittlerweile immer wieder ausverkauft sei. Zudem komme es regelmäßig zu Lieferengpässen – und das, obwohl das Mittel rezeptpflichtig sei.

Das Phänomen, dass Menschen freiwillig Mittel aus der Tiermedizin zu sich nehmen, kommt allerdings nicht nur im Nachbarland vor: Auch in den USA ist die alternative Medizin schon seit Monaten sehr beliebt. Vergangenen Freitag kostete die Einnahme des Pferdemedikaments eine Corona-infizierte Frau in Florida allerdings das Leben. Wie "The Palm Beach Post" berichtete, hatte ihr Mann das Palm Beach Gardens Medical Center auf die Verabreichung des Mittels verklagt.

Obwohl der Mann den Prozess verloren hatte, verabreichten die Ärzte der Frau dennoch eine Dosis Ivermectin. Der Familienanwalt war hinterher der Ansicht, dass die Dosis möglicherweise zu gering gewesen sei. "Wir wissen nicht, ob Ivermectin ihr das Leben gerettet hätte, aber es hätte sein können", so Anwalt Jake Huxtable. Lesen Sie auch: Corona: AfD-Vorsitzende Alice Weidel mit Virus infiziert

Die US-Behörde warnte derweil bereits im August vor der Ivermectin-Einnahme. "Du bist kein Pferd. Du bist keine Kuh. Jetzt mal im Ernst, ihr alle. Hört damit auf", schrieb die Behörde in einem Twitter-Beitrag. (day)

(duy)